Feste, Traditionen, Brauchtum, Legenden & Mythen

Der Jahreskreis ist eine Reise durch Zeit und Wandlung.
Er führt uns durch Licht und Dunkel, durch Aufbruch und Rückzug, durch Fülle und Stille. Seine Feste und Feiertage erzählen von Übergängen, die Menschen seit Generationen begleiten – in der Natur wie im Inneren.
Jedes Fest trägt eine eigene Qualität in sich: Es erinnert an den rechten Zeitpunkt, an das Maß der Dinge und an die tiefe Weisheit zyklischen Lebens. Alte Traditionen und ihre christlichen Entsprechungen verweben sich zu einem gemeinsamen Rhythmus, der verbindet statt trennt.
Der Jahreskreis lädt dich ein, innezuhalten, hinzuspüren und dich selbst in seinen Bildern wiederzufinden. Nicht um mehr zu werden, sondern um im Einklang zu sein: mit dem Werden, dem Blühen, dem Reifen, dem Loslassen, dem Sein und dem Erinnern.


Drittes Jahreskreisfest – Kreuzquartalsfest am 1.-2. Februar | germanisch-keltischer Frühjahrsbeginn
Imbolc – Rückkehr des Lichts und des Frühlings

Imbolc, das dritte Fest im Jahreskreis

Imbolc steht im keltischen Jahreskreis an einer Schwelle. Es bildet zusammen mit Samhain (Herbst–Winter) und Beltane (Frühling–Sommer) eine Linie von Übergangsfesten, die nicht das Ziel feiern, sondern den Wandel selbst. Während Samhain den Rückzug und Beltane das Aufbrechen markiert, steht Imbolc für das Dazwischen: für das Erwachen unter der Oberfläche.

In vielen modernen Jahreskreis-Systemen wird Imbolc als eines der vier sogenannten „Feuerfeste“ bezeichnet. Gemeint ist damit weniger das große äußere Feuer, sondern das Herdfeuer, die Flamme im Inneren: Lebenswärme, Schutz, Versorgung, Inspiration. Es ist das Feuer, das durch den Winter getragen hat und nun neu genährt wird.

Imbolc ist kein lauter Wendepunkt, sondern ein leiser. Es markiert den Moment, in dem das Licht wieder spürbar stärker wird – nicht sichtbar triumphierend, sondern beständig und zuverlässig.

Wann wird Imbolc gefeiert?

Fester Termin: Traditionell wird Imbolc in vielen Regionen in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar begangen, mit dem 2. Februar als zentralem Festtag. In der christlichen Überlagerung entspricht dieser Termin Maria Lichtmess, was zeigt, wie nahtlos sich alte und neue Symbolik verbinden: Licht, Reinigung, Weihe, Neubeginn.

Beweglicher Termin (mond- und naturbezogen) : Neben der festen Datierung existiert eine lebendige Praxis, Imbolc nach natürlichen Zeichen zu feiern. Historisch ist davon auszugehen, dass bäuerliche Gemeinschaften weniger kalenderfixiert waren, sondern sich an dem orientierten, was tatsächlich geschah:

– am Vollmond oder am zunehmenden Mond dieser Zeit
– an ersten Vorfrühlingszeichen in der Natur
– am Einsetzen der Milch bei den Schafen
– oder sinngemäß an der Mitte zwischen Wintersonnenwende und Frühlings-Tagundnachtgleiche

Imbolc ist daher zugleich Kalenderfest und Beobachtungsfest. Es folgt nicht nur dem Datum, sondern dem Rhythmus von Mond, Wetter, Tier und Landschaft. Diese Offenheit gehört zu seinem Wesen.

Herkunft und Wortbedeutung

Imbolc hat seine Wurzeln im keltisch-gälischen Kulturraum. Die sprachliche Ableitung ist nicht eindeutig belegt, doch mehrere Deutungen verweisen auf Reinigung, Vorfrühling und inneres Anschwellen des Lebens.
Häufig genannt wird der Name Oimelc, übersetzt als „Mutterschafmilch“. Damit ist der Moment gemeint, in dem die Schafe nach dem Winter wieder Milch geben – ein zutiefst konkretes Zeichen für Versorgung, Fruchtbarkeit und Überleben. Nahrung kehrt zurück. Hoffnung wird wieder greifbar.
Diese Bedeutung macht Imbolc zu einem Fest, das nicht abstrakt-spirituell ist, sondern tief im Alltag verwurzelt. Es feiert das Wieder-Einsetzen des Lebens dort, wo es existenziell spürbar wird.

Was feiert man an Imbolc?

Imbolc vereint mehrere Ebenen, die ineinander greifen:

Fest der Reinigung : Imbolc ist eine Zeit des Ausfegens – nicht aus Härte, sondern aus Fürsorge. Winterlast, Stagnation und Überflüssiges dürfen gehen. Diese Reinigung zeigt sich in äußeren und inneren Handlungen:

– Räume lüften, ordnen, klären
– Altes aussortieren
– energetisch reinigen (z. B. durch Rauch, Wasser, Licht)

Reinigung bedeutet hier: Raum schaffen für das, was wachsen will.

Fest des Lichts : Imbolc ist ein Lichterfest. Kerzen, kleine Feuer und Herdflammen stehen für das wiederkehrende Licht, für Zuversicht und Orientierung. Dieses Licht ist noch zart – kein Sommerlicht, sondern eine Flamme, die geschützt werden will. Es erinnert daran, dass Neubeginn Pflege braucht.

Fruchtbarkeit und Neubeginn: Durch die Symbolik der Milch und den Vorfrühling ist Imbolc ein Fruchtbarkeitsfest – nicht nur körperlich, sondern auch geistig und seelisch. Fruchtbarkeit meint hier:

– neue Ideen
– kreative Prozesse
– Heilung
– Klärung von Beziehungen
– das Wieder-Aufnehmen des eigenen Weges

Alles beginnt klein, leise und im Inneren.


Die Göttin Brigid – Licht, Feuer, Inspiration

Imbolc ist eng mit Brigid (Bríg, Brigit) verbunden, deren Festtag traditionell auf den 2. Februar fällt. Brigid ist eine vielschichtige Gestalt und vereint mehrere Wirkbereiche:

– Göttin des Herdfeuers, des Schutzes und der Lebenskraft
– Göttin der Heilung, der Quellen und des Wassers
– Göttin der Dichtung, Inspiration und Weisheit

Sie steht für das Feuer, das nährt statt verbrennt, für Heilung, die Zeit braucht, und für Inspiration, die nicht erzwungen werden kann. Brigid verkörpert die Verbindung von Alltag und Spiritualität: das Heilige im Gewöhnlichen.
In späteren Zeiten ging ihre Gestalt nahezu nahtlos in die christliche Heilige Brigida über, ein weiteres Zeichen dafür, wie tief verwurzelt ihre Symbolik im kollektiven Bewusstsein war.

Imbolc als innere Haltung

Imbolc fordert kein Tun, sondern Aufmerksamkeit. Es lädt nicht ein, loszustürmen, sondern zu lauschen.
Diese Zeit fragt nicht: Was willst du erreichen?
Sondern: Was will durch dich entstehen?

Vom Warten zum Lauschen zu gehen bedeutet, dem Inneren mehr Raum zu geben als dem äußeren Druck. Dem Gefühl mehr Gewicht als dem Kalender. Und dem Werden mehr Vertrauen als dem Tun.

Vielleicht ist genau das die Einladung von Imbolc:
nicht schneller zu werden, sondern aufmerksamer.

Weitere Rituale findest du hier: Rituale im Jahreskreis

Mariä Lichtmess – Rückkehr des Lichts, der Offenbarung und der Hoffnung

Mariä Lichtmess – das geweihte Licht des Neubeginns

Mariä Lichtmess, gefeiert am 2. Februar, markiert einen stillen Wendepunkt im Jahreskreis. Das Fest liegt an der Schwelle zwischen Winter und Vorfrühling, dort, wo das Licht bereits spürbar zunimmt, auch wenn Kälte und Dunkelheit noch präsent sind. Lichtmess ist kein lautes Fest. Es wirkt leise, sammelnd und klärend. Es erinnert daran, dass jedes neue Licht zuerst geschützt, genährt und erkannt werden will.

Einordnung im Jahreskreis

Mariä Lichtmess liegt zeitlich genau dort, wo in vielen vorchristlichen Kulturen Imbolc gefeiert wurde. Es steht in direkter Linie zu anderen Schwellenfesten wie Ostern (Auferstehung/Leben) und Allerheiligen (Tod/Erinnerung). Lichtmess markiert keinen Abschluss, sondern eine Weihe: Das Licht wird nicht gefeiert, weil es stark ist, sondern weil es zurückkehrt.

Traditionell endete mit Lichtmess das bäuerliche Winterjahr. Knechte und Mägde wechselten ihre Dienststellen, Arbeitsverträge wurden erneuert oder gelöst, das neue Jahr begann im praktischen Sinn. Lichtmess war damit nicht nur spirituell, sondern auch sozial ein Neuanfang.

Zeitpunkt und Datum

Mariä Lichtmess wird jedes Jahr fest am 2. Februar begangen, genau 40 Tage nach Weihnachten. Diese Zeitspanne folgt der biblischen Tradition der Reinigung und Weihe nach einer Geburt. Das Fest erinnert an die Darstellung Jesu im Tempel und an Maria, die nach der Geburt als gereinigt galt.

Die Kerzenweihe, die diesem Tag seinen Namen gab, verweist auf eine tiefere Bedeutung: Licht wird nicht nur entzündet, sondern bewusst gesegnet und dem Alltag anvertraut.

Herkunft und Bedeutung des Festes

Der Name „Lichtmess“ verweist auf die alte Praxis, Kerzen für das kommende Jahr zu weihen. Diese Kerzen dienten nicht nur zur Beleuchtung, sondern als Schutzzeichen in Krankheit, Gefahr und Übergangssituationen. Licht war Sicherheit, Orientierung und Hoffnung.

Theologisch steht Lichtmess für das Erkennen des Lichts in der Welt. In der biblischen Erzählung erkennt Simeon im Kind das „Licht zur Erleuchtung der Völker“. Spirituell gelesen geht es um das Erkennen des Wesentlichen – um Einsicht, Klarheit und innere Ausrichtung.

Was wird an Mariä Lichtmess gefeiert?

Mariä Lichtmess vereint mehrere Bedeutungsebenen:

Fest des geweihten Lichts: Kerzen stehen im Mittelpunkt. Sie symbolisieren nicht nur Helligkeit, sondern Bewusstsein, Schutz und Führung. Das Licht wird nicht entzündet, um Dunkelheit zu vertreiben, sondern um den eigenen Weg zu erhellen – Schritt für Schritt.

Fest der Reinigung: In der christlichen Tradition ist Lichtmess ein Reinigungsfest. Maria tritt gereinigt in den Tempel ein. Übertragen auf das eigene Leben geht es um innere Klärung: Welche Gedanken, Muster oder Bindungen dürfen gehen? Was darf neu geordnet werden?

Fest des Übergangs: Lichtmess markiert das Ende der tiefen Winterzeit. In vielen Regionen war es der Moment, an dem das Arbeitsjahr neu begann. Es ist ein Fest der bewussten Schwelle: zwischen Ruhe und Aktivität, zwischen Rückzug und Ausrichtung.

Maria – Trägerin des inneren Lichts

Maria steht an Lichtmess nicht als ferne Heilige, sondern als archetypische Figur: als Hüterin des Lichts, das durch sie in die Welt tritt. Sie verkörpert Hingabe, Vertrauen und innere Stärke. Ihr Licht ist kein machtvolles, sondern ein dienendes Licht – getragen von Demut und Klarheit.
Spirituell erinnert Maria daran, dass nicht alles sichtbar geplant oder kontrolliert werden muss. Manche Wege entstehen, indem man ihnen Raum gibt.

Lichtmess-Bräuche und ihre spirituelle Tiefe

Traditionell wurden an Lichtmess:

– Kerzen geweiht und für das Jahr vorbereitet
– Häuser gereinigt und neu geordnet
– Verträge gelöst oder erneuert
– Wintervorräte überprüft

Diese Bräuche verbinden äußere Ordnung mit innerer Ausrichtung. Sie zeigen: Lichtmess ist ein Fest der Vorbereitung – nicht des Vollzugs.

Mariä Lichtmess als innere Haltung

Mariä Lichtmess lädt ein, das eigene Licht bewusst wahrzunehmen und zu achten. Nicht alles muss jetzt umgesetzt werden. Es reicht, zu erkennen, was getragen werden will.

Dieses Fest fragt nicht: Was musst du tun?
Sondern: Was darf in dir leuchten?

Vielleicht ist Lichtmess genau der Moment, in dem du dein inneres Licht nicht heller machst, sondern beständiger und ihm erlaubst, dich durch die kommenden Monate zu führen.

Weitere Festen des Neubeginns, die den Übergang vom Winter zum Frühjahr. der Zeit des Erwachens, feiern.
Valentinstag – Das Fest der liebenden Verbindung

Der Valentinstag ist mehr als ein weltlicher Anlass für Blumen und Geschenke. In seinem innersten Kern ist er ein Tag, der uns an die Urkraft der Liebe erinnert. Jene feine, verbindende Energie, die alles Leben durchströmt. Liebe zeigt sich an diesem Tag nicht nur romantisch, sondern auch als Mitgefühl, Hingabe, Freundschaft und Selbstliebe.
Der Valentinstag lädt dazu ein, das Herz bewusst zu öffnen. Er erinnert uns daran, dass Liebe kein Besitz ist, sondern ein Fließen, ein Geben und Empfangen im Einklang. In vielen Traditionen gilt das Herz als Brücke zwischen Himmel und Erde. Am Valentinstag dürfen wir innehalten und uns fragen:
Wo darf ich liebevoller sein,  zu anderen und zu mir selbst?

Der Tag geht auf den heiligen Valentin zurück, einen christlichen Märtyrer des 3. Jahrhunderts. Der Legende nach traute er Liebespaare heimlich, obwohl dies verboten war, und schenkte ihnen Blumen aus seinem Garten. Sein Wirken war getragen von der Überzeugung, dass wahre Liebe göttlichen Ursprungs ist und nicht unterdrückt werden darf.
Noch weiter zurück reichen die Wurzeln in vorchristliche Zeiten, in denen Feste zur Wiederkehr des Lichts und zur Erneuerung der Lebenskräfte gefeiert wurden. Die Verbindung von Liebe, Fruchtbarkeit und Neubeginn war schon damals heilig.

Der Tag ist eine Einladung, Liebe bewusst zu feiern. Nicht als Pflicht oder Ideal, sondern als lebendige Kraft. Ein Tag, um Dankbarkeit zu spüren, Herzensverbindungen zu ehren und die leise Stimme der Liebe in uns selbst wahrzunehmen.
Denn letztlich beginnt jede Liebe dort, wo wir uns selbst mit offenen Augen und offenem Herzen begegnen.

Karneval & Fasching – Das heilige Spiel der Verwandlung vor der Stille

Karneval, Fasching und Fastnacht sind weit mehr als ausgelassene Feste. In ihrem spirituellen Kern sind sie eine Einladung, für einen Moment aus den festen Rollen des Alltags auszutreten und die Kraft der Verwandlung zu feiern. Masken, Kostüme, Tanz und Lachen öffnen einen Raum, in dem das Gewohnte aufgelöst wird und Neues entstehen darf.

Es ist eine besondere Schwellenzeit im Jahreskreis. Sie symbolisiert das bewusste Auskosten des Lebens unmittelbar vor dem Rückzug, das letzte Aufleuchten der Farben, bevor die Stille der Fastenzeit beginnt. In diesem Spannungsfeld zwischen Ausgelassenheit und Einkehr liegt ihre tiefe spirituelle Bedeutung.

Eine Zeit, in der die Identität wandelbar ist, und dass im Loslassen von Ordnung und Kontrolle eine tiefe, befreiende Wahrheit liegt.

Vom Ausdruck zur Einkehr

Durch Maskierung und Rollentausch darf das Verborgene sichtbar werden. Das Lachen wirkt reinigend, das Chaos ordnend. In vielen Kulturen gilt diese Phase als notwendiger Ausgleich. Ein bewusstes Durchbrechen von Regeln, um danach erneuert und geklärt in eine neue Ordnung zurückzukehren.
Denn Karneval ist kein Gegenpol zur Fastenzeit, sondern ihre Vorbereitung.
Durch Lachen, Tanz, Maskierung und Überschreitung wird das Innere gelüftet, damit Raum entsteht für das Wesentliche. Alles, was sich angestaut hat, darf sich zeigen und lösen.

Mit dem Aschermittwoch beginnt dann der bewusste Wandel:
von der äußeren Fülle zur inneren Klärung,
vom Feiern zum Lauschen,
vom Ausdruck zur Essenz.

Karneval ist damit ein kollektives Ritual der Seelenlüftung. Erst das bewusste Erleben der Fülle ermöglicht das ehrliche Loslassen.

Herkunft und Ursprünge

Die Wurzeln des Karnevals reichen tief in vorchristliche Zeiten zurück. Schon in antiken Kulturen wurden Feste gefeiert, um die Winterstarre zu vertreiben und die Lebenskräfte zu wecken. Besonders die römischen Saturnalien und dionysischen Feiern standen für Ekstase, Maskierung und die zeitweilige Aufhebung gesellschaftlicher Grenzen.

Diese Fruchtbarkeits- und Übergangsfesten, die den Winter verabschiedeten und das Leben beschworen, wurden mit der Christianisierung in den Kirchenkalender integriert. Karneval als letzte Phase des Genusses vor der Fastenzeit, der Rhythmus von Feiern – Verzicht – Erneuerung.

Das Wort Karneval wird oft auf carne vale zurückgeführt – „Fleisch, lebe wohl“. Es verweist auf den Abschied von Genuss und Überfluss und macht deutlich: Karneval ist kein zielloses Feiern, sondern auch heute noch ein bewusstes Ritual des Übergangs in die Fastenzeit.

Doch die alten, heidnischen Elemente blieben spürbar. Das Feiern des Lebens, der Körperlichkeit und der Erneuerung.

Weltweite Rituale und Bräuche

Europa – Masken & Narrentum: In Mitteleuropa stehen Masken, Umzüge und Narrengestalten im Mittelpunkt. Sie verkörpern archetypische Kräfte: den Trickster, den Narren, das Chaos. Durch sie darf Unausgesprochenes ausgesprochen und das Gleichgewicht neu justiert werden. Das Narrenspiele kulminieren in der symbolischen Beendigung am Aschermittwoch. Die Maske fällt, das Alltägliche kehrt zurück, gereinigt und neu ausgerichtet.

Alpenraum – Wintervertreibung: Perchtenläufe und archaische Masken dienen der symbolischen Vertreibung dunkler Kräfte des Winters. Das Wilde, Laute und Ungezähmte reinigt den Raum für den kommenden Frühling. Danach beginnt die Zeit der inneren Ordnung und Sammlung.

Venedig – Die spirituelle Maske: Die venezianischen Masken stehen für das Auflösen der Persönlichkeit. Hinter ihnen verschwinden Status und Geschichte. Ein Raum entsteht, in dem Begegnung auf Seelenebene möglich wird.

Brasilien – Tanz als Gebet. Der Karneval in Brasilien ist ein ekstatisches Ritual. Trommeln, Tanz und Körperbewegung verbinden die Teilnehmenden mit afrikanischen spirituellen Traditionen. Der Tanz wird zur Hingabe an das Leben selbst. Nach dem Höhepunkt folgt bewusst der Rückzug. Tanz als Loslassen, Stille als Integration.

Karibik – Ahnen & Befreiung: In Trinidad und anderen karibischen Regionen verbindet der Karneval afrikanische Ahnenrituale mit dem Ausdruck von Freiheit und Selbstermächtigung. Musik und Kostüme erinnern an Befreiung, Widerstand und kollektive Heilung.

Fokus

Karneval und Fasching laden uns ein, bewusst zu spielen, zu lachen, zu tanzen
und für einen Moment jemand anderes – oder ganz wir selbst – zu sein.
In der Maskierung liegt Wahrheit.
Im Chaos liegt Ordnung.
Im Feiern liegt Erneuerung.
Mit dem Ende des Karnevals öffnet sich ein neuer Raum, das Erlebte zu verdichten:
Was darf bleiben?
Was darf gehen?
Was möchte neu wachsen?
So wird Karneval zum Tor und die Fastenzeit zum Weg nach innen.


Viertes Jahreskreisfest – Frühlings-Tagundnachtgleiche um den 20./21. März | Astrologischer Frühlingsbeginn
Ostara – Fruchtbarkeit, neues Leben und die Balance zwischen Licht & Dunkelheit

Ostara – Frühlings-Tagundnachtgleiche 

Ostara markiert das Gleichgewicht von Licht und Dunkel. Samen werden gelegt, sichtbar und unsichtbar. Es ist die Zeit der Entscheidung: Was will genährt werden? Ostara lädt ein, Verantwortung für das eigene Wachstum zu übernehmen. Die Natur zeigt, dass Neubeginn nicht spektakulär beginnt, sondern konsequent. Balance ist hier kein Zustand, sondern eine lebendige Bewegung.
Wann feiern wir das Fest: um den 20./21. März
Die Herkunft & Bedeutung: vorchristlich-germanisch, Gleichgewicht von Licht und Dunkel
Was wird gefeiert: Balance, Saat, Neubeginn
Bräuche & Rituale: (Rote) Eier segnen, Samen legen, Naturgänge
Innere Haltung: bewusste Ausrichtung: Was du nährst, das wächst. 

Die Legende von Ostara und Ischtar – dem Morgen- und Abendstern

In einer Zeit, als die Welt noch jung war und die Götter oft unter den Menschen wandelten, lebten zwei mächtige Göttinnen, die für das Leben und die Fruchtbarkeit zuständig waren: Ostara, die Göttin des Frühlings, und Ischtar, die Göttin der Liebe und des Krieges.

Ostara war bekannt für ihre Fähigkeit, die Erde aus dem Winterschlaf zu erwecken. Mit ihrem goldenen Licht brachte sie die ersten Blumen zum Blühen und die Bäume zum Knospen. Die Vögel sangen in den Zweigen, und die Tiere kamen aus ihren Höhlen, um das neue Leben zu feiern. Ostara war die Hüterin des Lebens und der Erneuerung, und ihr Lächeln brachte Hoffnung und Freude in die Herzen der Menschen.

Ischtar hingegen war eine leidenschaftliche und kraftvolle Göttin, die sowohl die Liebe als auch den Krieg beherrschte. Sie war bekannt für ihre Schönheit und ihre unbändige Energie. Ischtar reiste oft zwischen den Welten, um die Herzen der Menschen zu berühren und sie zu inspirieren, ihre Träume zu verfolgen. Doch in ihrem Herzen trug sie auch die Trauer über die Zerstörung, die der Krieg mit sich brachte.

Eines Tages, als Ostara die Erde mit ihrem Licht erfüllte, bemerkte sie, dass die Menschen in einem tiefen Kummer gefangen waren. Die Kriege hatten viele Herzen gebrochen, und die Freude des Frühlings wurde von der Dunkelheit der Trauer überschattet. Ostara wusste, dass sie Hilfe brauchte, um das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod, Liebe und Krieg wiederherzustellen.

So rief sie Ischtar zu sich. „Komm, Schwester! Lass uns gemeinsam die Herzen der Menschen heilen. Deine Leidenschaft und meine Erneuerung können die Welt verändern.“

Ischtar, berührt von Ostara’s Bitte, stimmte zu. „Lass uns ein Fest der Liebe und des Lebens veranstalten, um die Menschen zu vereinen und die Dunkelheit zu vertreiben.“ Jede von uns hat für die Menschen die gleiche zahl an Stunden. 

Die beiden Göttinnen versammelten die Menschen in einem großen, blühenden Tal. Ostara ließ die Blumen in allen Farben erblühen, während Ischtar mit ihrem Gesang die Herzen der Menschen öffnete. Sie tanzten und feierten, und die Freude erfüllte die Luft.

In dieser Nacht, als der Mond hoch am Himmel stand, schenkten Ostara und Ischtar den Menschen ein Geschenk: die Fähigkeit, die Liebe in ihren Herzen zu finden, selbst in den dunkelsten Zeiten. Sie lehrten sie, dass das Leben und die Liebe untrennbar miteinander verbunden sind und dass selbst nach dem härtesten Winter der Frühling immer wiederkehrt.

Um das Fest zu krönen, erschien der Morgenstern, der für den Neuanfang und die Hoffnung steht, und der Abendstern, der für die Liebe und die Träume symbolisiert. Der Morgenstern, der die Dunkelheit vertreibt und den neuen Tag ankündigt, erinnerte die Menschen daran, dass jeder Tag eine neue Chance bietet. Der Abendstern, der die Nacht mit seinem sanften Licht erhellt, symbolisierte die Liebe, die auch in der Dunkelheit leuchtet.

Von diesem Tag an feierten die Menschen das Fest von Ostara und Ischtar – die Frühlings-Tagundnachtgleiche, ein Fest der Fruchtbarkeit, der Liebe und der Erneuerung. Jedes Jahr, wenn der Frühling kam, erinnerten sie sich an die Legende der beiden Göttinnen und daran, dass das Licht immer die Dunkelheit besiegen kann, wenn man nur an die Kraft der Liebe glaubt.

Noch heute wird die Venus nicht nur als Morgen- und Abendstern verehrt, sondern auch als Symbol für die unendliche Kraft der Liebe und der Hoffnung. Wir schauen jeden Morgen und Abend zu ihr auf und erinnerten sich daran, dass jeder Tag eine neue Chance für Freude und Erneuerung bietet.

Ostern – Auferstehung Jesu & den Sieg über den Tod und die Sünde

Ostern – Auferstehung und innere Wandlung, neues Leben

Ostern ist das Fest des Durchbruchs. Nach der Dunkelheit von Karfreitag und Grabesruhe bricht neues Leben hervor. Spirituell steht Ostern für Transformation: Das Alte stirbt, nicht um zu enden, sondern um sich zu verwandeln. Es geht um Vertrauen in Prozesse, die im Verborgenen wirken, und um den Mut, dem Leben neu zu begegnen. Ostern erinnert daran, dass Hoffnung nicht naiv ist, sondern eine Kraft, die trägt, wenn alles andere still wird.
Wann feiern wir: Ostern ist beweglich, es wird am erster Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling (März/April) gefeiert.
Herkunft & Bedeutung: christliches Hochfest, verbunden mit älteren Frühlings- und Auferstehungssymbolen
Was wird gefeiert: der Sieg des Lebens über den Tod, Transformation, Neubeginn
Bräuche & Rituale: Osterkerze, Feuer, Eier als Lebenssymbol, Morgengottesdienste
Innere Haltung: Vertrauen in Wandlung – auch nach Dunkelheit entsteht neues Leben

Die Magie und der Glaube von Ostern 

Das Osterfest spielt im Brauchtum vieler Länder eine zentrale Rolle und hat in mehreren  Glaubensrichtungen eine besondere Bedeutung. So fanden beispielsweise die christlichen Osterfeierlichkeiten im jüdischen Pessach Fest ein Vorbild.

Für den christlichen Glauben läutet der Palmsonntag die letzte Woche der 40-tägigen Fastenzeit mit der sogenannten Karwoche oder Stillen Woche ein. So besteht die Karwoche und Ostern aus den sogenannten Kartagen (Triduum Sacrum) bestehend aus Gründonnerstag (Abendmahl), Karfreitag (Kreuztod), Karsamstag (Grabesruhe) und der Grabesöffnung und Auferstehung am Ostersonntag und Ostermontag. Das Konzil von Nicäa legte im Jahr 325 fest, dass der Ostersonntag immer nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang liegt: frühestens am 22. März und spätestens am 25. April. Bis zum Jahr 1904 dauerte das Osterfest vier Tage, wurde auf drei Tage verkürzt und umfasst heute noch den Sonntag und Montag.

Während der Begriff »Karwoche« auf das althochdeutsche Wort »chara« – Kummer, klagen, trauern – zurückgeht, hat das Wort »Ostern« wohl einen angelsächsischen Ursprung. Es leitet sich nach den meisten Quellen von »Ostara« oder »Eostre« ab, dem angelsächsischen Namen der teutonischen Göttin der Morgenröte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Die Kraft dieser Feuergöttin teilt sich im Frühjahr durch die vorwärtsstürmende Energie des Lebens mit. Nach der Zeit des Ruhens im Winter entsteht die gesamte Natur wieder neu. Kräftige Farben vertreiben das grau. Tiere und auch Menschen spüren die Kraft der aufsteigenden Energie. Wir wollen diese Energie ausleben. In uns brennt das Feuer der Begeisterung und Kreativität, des Geistes, der Leidenschaft und des Mutes. Im Jahresrad ist dies die Energie, mit der wir unseren Träumen und Projekten, Kraft und Nahrung geben. Mit voller Kraft und Energie können wir nun daran arbeiten, dass sie sich manifestieren. Zum Osteras-Frühlingsfest, färbten die Frauen Eier in der Farbe des Mondblutes rot, um ihre eigene Fruchtbarkeit und die der gesamten Natur zu feiern.

Auch heute ist das beherrschende Sinnbild für Ostern, das Osterei, mehr noch als der Osterhase. Es gilt seit alters her als Symbol des Lebens, der Fruchtbarkeit und als Opfer- oder Liebesgabe. Die kirchliche Eierweihe ist schon im 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung nachweisbar. Funde in Worms brachten aus dieser Zeit bemalte Ostereier zu Tage. Im Mittelalter war Ostern der feste Zahlungstermin, an dem die Grundbesitzer Eier als Sachleistung für das gepachtete Land oder als Zinsen erhielten.

Erste Belege für den Osterhasen stammen aus dem Jahr 1678 von Georg Franck von Franckenau, einem Mediziner aus Heidelberg. Der Hase soll sich als Eierbringer vom Elsaß und der Pfalz in den anderen Landesteilen Deutschlands etabliert haben. Die Ostereier wurden ihm zugeschrieben, da Hennen keine bunten und verzierten Eier legen konnten.

Die Traditionen spiegeln sich in zahlreichen Osterbräuchen, aus alter und neuer Zeit wider. Es gibt vielerorts Frühlingsfeuer und Osterräder werden abgebrannt. Bäume, vor allem Obstbäume werden mit bunten Ostereiern und farbigen Bändern und Girlanden geschmückt. Auch im Haus finden wir nun bunte Eier, kleine Hasen und viel Grün. In der Karwoche wurde und wird noch heute in den Häusern fleißig gebacken, gekocht und geschmückt. Nach der langen Zeit des Fastens waren mit dem meist frühlingshaft warmen Osterfest wieder Lebenslust und Freude in die Familien und Dorfgemeinschaften eingekehrt, Kälte, Entbehrungen und Dunkelheit überwunden. Neben den Fruchtbarkeitssymbolen Eier und Hase – in jeglicher Form und Füllung – gibt es Traditionell verschiedenes geflochtenes Osterbrot, süße Osterlämmer, Ostermännchen/ -weibchen und süßes Hasenbrot aus Hefeteig, je nach Region.  

Die christlichen/jüdischen Feiertage der Karwoche (Triduum Sacrum)

Nach der Karwoche wird Ostern als das Fest der Auferstehung Jesu gefeiert, dem Sieg des Lebens über den Tod. Diese tiefe Religiosität hat auch Wurzeln in vorchristlichen Frühlings-Ritualen zum Erwachen der Natur, der Sehnsucht nach dem Sonnenlicht und zahlreichen Symbolen von Fruchtbarkeit, zu denen auch die bunten Ostereier zählen.

Die orthodoxen Christen, die drittgrößte christliche Glaubensgemeinschaft, richtet sich nach dem Gregorianischen Kalender und feiert Ostern eine Woche später. Diese findet man hauptsächlich in Russland, Griechenland und in einigen meist östlichen Ländern. Die Kirchlichen Rituale sind etwas anders. Die Messen sind extra lang und dauern beispielsweise an Gründonnerstag vier Stunden. Der Höhepunkt ist am Karsamstag das „Heilige Feuer“. Es geht auf den Glauben zurück, das die Flamme auf wundersame Weise aus dem Grab Christi hervorgegangen ist. Die Menschen zünden Osterkerzen an und „Christo anesti“ – Jesus ist auferstanden, wird verkündet. In der orthodoxen Kirche wird Ostern größer gefeiert als Weihnachten.

Das jüdische Pessach Fest wird von den jüdischen Gemeinden in der Woche vom 15. bis 22. April gefeiert. Das Fest erinnert an den Auszug aus Ägypten, wonach dem Buch Moses, die Ägypter nach ihrer Befreiung aus der Sklaverei, 40 Tage durch die Wüste in das gelobte Land Israel gewandert sind. Die Rituale zum Pessach beginnen bereits einen Monat vor Pessach. Am Abend vor Pessach feiern viele jüdischen Familien gemeinsam den Senderabend mit traditionellen Gebeten und dem Senderteller mit im Uhrzeigersinn vorgegebenen Speisen. Die beiden letzten Festtage beinhalten, das Danken an die neue Ernte (Omer) und das Gedenken an die verstorbenen Familienangehörigen (Jiskor). 

In vielen europäischen Ländern – auch noch im Plattdeutschen – leitet sich der Name für das Osterfest aus dem hebräischen Wort Pessach bzw. aus dem aramäischen pas-cha ab.
Es ist, vor allem in den katholisch geprägten Regionen Brauch, die 12 Stationen des Leidensweges/Kreuzweg Christi in Passionsspielen nachzuvollziehen. An Ostersonntag erteilt der katholische Papst  mit dem „Urbi et orbi“ seinen apostolischen Segen „der Stadt und dem Erdkreis“. Doch es wird auch dem heidnischen Ursprung durch große Osterfeuer vielerorts gedacht. Das Osterfeuer symbolisiert die aufsteigende Sonne und erinnert daran, dass das ursprüngliche Fest um die Tagundnachtgleiche gefeiert wurde. Das geweihte Feuer galt als segen- und schutzbringend.  Es feiert fast jede Kultur das Erwachen der Natur im Frühling und des ruhigen, friedlichen Aufblühens. Vielleicht ist es auch dem österlichen Gedanken an ein Ende des Leidens, Frieden, Freiheit und Aufbruch in den 1960/70er Jahren zu verdanken, dass noch heute zu Ostern viele Ostermärsche für ein friedliches Miteinander stattfinden? 

 Westlich christliche Rituale zu Ostern

Gründonnerstag (Abendmahl – Eucharistie)

Einer der ältesten kirchlichen Feiertage in Deutschland, der bereits seit 1500 Jahre gefeiert wird, ist der Gründonnerstag. Seit dem 12. Jahrhundert gilt er als Tag des letzten Abendmahls, das Jesu mit seinen 12 Jüngern, vor seiner Kreuzigung einnahm. Das brechen des Brotes und der gemeinsame, aus demselben Kelch getrunkene Wein, begründetet die noch heute durchgeführte Eucharistie-Feier, für die Brot und Wein das Symbol des Christentums sind. Der Name Gründonnerstag ist nicht ganz geklärt. Er könnte sich aus dem altdeutschen Wort „greinen“/“grienen“ ableiten, was so viel wie „weinen“ und so einen Verweis auf die Büßer bedeuten könnte. Oder der Name leitet sich von der Farbe Grün her, da im Mittelalter an diesen Tagen grüne Messgewänder getragen wurden. Verbreiteter ist, dass die Namensgebung sich von den grünen Frühlingskräutern – sieben Kräuter der Erneuerung – die in dieser Zeit zur Stärkung gesammelt und gegessen wurden, herleitet.

Karfreitag (Kreuztod)

Für die christliche Kirche ist der Karfreitag der höchste Feiertag des Glaubens. Es steht die Passionsgeschichte – die letzten Stunden Jesus – vom letzten Abendmahl über den Kreuzweg bis zur Todesstunde (15:00 Uhr),  im Mittelpunkt. An vielen Orten kommen Gläubige zusammen um den Passionsweg zu gehen. Die katholische und die evangelische Kirche haben für diesen Tag eine unterschiedliche Anschauung. So steht für Katholiken strenges Fasten und stille Fürbitten im Vordergrund, während die Protestanten das Symbol des Kreuzes und der Erlösung feiern. Auch heute noch sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen, die nicht dem Charakter des stillen Tages entsprechen, verboten. Zum Gedenken an die Zeit der Entbehrung wird heute Fisch gegessen, zum einen, weil dieser nicht als Fleisch gesehen wird und zum anderen eines der ältesten christlichen Symbole darstellt. Allgemein sind am Karfreitag laute Arbeiten untersagt, da sie die gebotene Ruhe stören. Vor allem Werkzeuge wie Hammer und Nägel sollen in Gedenken an die Kreuzigung ruhen. Gartenarbeit soll indes an diesem Tag gelingen und auf fruchtbaren Boden fallen.

Karsamstag (Grabesruhe)

Der Karsamstag ist ein stiller Tag. Die Kirchenglocken schweigen, es findet kein Gottesdienst statt und der Altar ist völlig schmucklos. Er dient der letzten Vorbereitung für die Osterfeiertage. Vom backen des Osterlamms bis hin zu den letzten Bastelarbeiten wird alles heute erledigt. Er gehört noch zu den Fastentagen, dennoch ist es vielerorts Brauch ein Eintopf, beispielsweise den »Mahnwacheneintopf« auf dem Herd köcheln zu lassen.  (Das Rezept findest du am Ende).

Ostersonntag und Ostermontag (Auferstehung)  

Am Ostermontag und Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu.
Am Ostersonntag wurde laut der Erzählung das Grab Jesu durch ein Erdbeben geöffnet, doch darin befand sich kein Leichnam. Engel verkündeten die Auferstehung Jesu. Am darauffolgenden Ostermontag machten sich zwei der Jünger voller Verzweiflung auf nach Emmaus. Ein Mann gesellte sich zu ihnen und erklärte ihnen den Sinn des Todes und des Leidens Jesu. Die Jünger erkannten Jesus nicht, doch sie überwanden die Verzweiflung und kehrten zurück nach Jerusalem, um fortan die Taten und Worte Jesu zu verbreiten. Aus dieser Erzählung ergibt sich noch eine mögliche Erklärung für den Namen. So könnte das Wort Ostern von „Osten“ abgeleitet werden – der Himmelsrichtung aus der man Jesus bei seiner Rückkunft erwartete.
Regional gibt es – neben den speziellen Bräuchen – auch kulinarische Besonderheiten zum Osterfest. Doch das beliebteste Gebäck ist das Osterlamm. Und hier schließt sich der Kreis. Das Osterlamm hat seinen Ursprung im jüdischen Pessach-/Passahfest, bei dem Traditionell ein Lamm zum Gedenken an Gott geopfert wurde. Das Opferlamm wurde lange als Symbol für die unschuldige Hingabe Jesu gesehen, weshalb der Verzehr von Lammfleisch an Ostern bis in das 16. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil von Ostern war. Heute findet man das Lamm meist als geformten Kuchen am Esstisch. Ich persönlich mag ja lieber einen saftigen Karottenkuchen ;-).

Passende Rezepte zu den Ostertagen. 


Fünftes Jahreskreisfest – Kreuzquartalsfest am 30. April – 01. Mai | germanisch-keltischer Sommerbeginn
Walpurgisnacht – Die Nacht der Wahrheit

Walpurgisnacht, die Nacht der Klarheit

Einordnung im Jahreskreis:
Die Walpurgisnacht liegt direkt vor Beltane und wirkt wie ein Übergangsritual. Sie steht weniger für Harmonie als für Klärung.

Wann wird sie gefeiert?
In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai.

Herkunft und Bedeutung:
Die Walpurgisnacht verbindet vorchristliche Fruchtbarkeits- und Schutzrituale mit späteren christlichen Überlagerungen. Ursprünglich war es eine Nacht, in der die Grenzen verschwammen und man sich bewusst von Altem verabschiedete.

Was wird gefeiert?
Nicht das Schöne, sondern das Echte. Es geht darum, Masken fallen zu lassen, sich innerlich zu reinigen und das zu benennen, was nicht mehr getragen werden will. Eine Nacht der Ehrlichkeit.

Göttinnen und ihre Bestimmungen:

  • Hekate – Göttin der Schwellen, Klarheit und inneren Führung
  • Holle/Holda/Perchta – Hüterin von Ordnung, Wahrheit und Zyklen
  • Lilith – Symbol für Unabhängigkeit, Selbstverantwortung und unverstellte Kraft

Diese Kräfte stehen für Grenzbewusstsein, Eigenmacht und den Mut, sich selbst nicht auszuweichen.

Bräuche und spirituelle innere Haltung:
Feuer, Räucherungen, bewusstes Loslassen alter Themen oder innerer Begrenzungen. Spirituell geht es um Klarheit statt Harmonie und um Selbstverantwortung statt Anpassung. Die innere Haltung ist aufrichtig, wach und kompromisslos ehrlich – sich selbst gegenüber.

Ritualimpulse

  • Nimm dir am Abend bewusst Zeit für eine Rückschau: Was fühlt sich schwer, überholt oder nicht mehr stimmig an?
  • Schreibe ein bis drei Themen auf, die du loslassen möchtest, und verbrenne oder zerreiße den Zettel achtsam.
  • Reinige dich symbolisch, zum Beispiel durch Räuchern, bewusstes Händewaschen oder eine kurze Atemübung.
  • Beende den Abend mit Stille statt Ablenkung. Klarheit entsteht im Nicht-Tun.

Affirmationen

  • Ich lasse los, was nicht mehr zu mir gehört.
  • Ich erkenne meine Wahrheit und stehe zu ihr.
  • Klarheit schenkt mir Freiheit.

Weitere Rituale findest du hier: Rituale im Jahreskreis

Beltane – Der Sommer siegt über den Winter

Beltane: Das Leben drängt nach außen.

Einordnung im Jahreskreis:
Beltane ist das dritte Jahreskreisfest (Kreuzquartalsfest), das dem Mond zugeordnet ist. Es markiert den Übergang vom Frühling in den Sommer und liegt gegenüber von Samhain. Beltane steht für: Fruchtbarkeit, Leben, Lebenskraft, Vereinigung und Wachstum. Beltane feiert die „Explosion“ der Natur.

Wann wird es gefeiert?
In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai und am 1. Mai selbst.

Herkunft und Bedeutung:
Beltane stammt aus dem keltischen Jahreskreis. Der Name leitet sich vermutlich von Bel/Belenos, einem Licht- und Sonnengott, ab. Es ist ein Schwellenfest, an dem die Kräfte der Natur ihren Höhepunkt an Lebendigkeit erreichen und sich nach außen entfalten.

Was wird gefeiert?
Gefeiert wird das Leben selbst: Wachstum, Sinnlichkeit, Verbindung und Fruchtbarkeit. Nicht nur körperlich, sondern auch kreativ und seelisch. Alles, was im Inneren gereift ist, darf nun gelebt und gezeigt werden.

  • Göttinnen und ihre Bestimmungen:
    Flora: römische Göttin der Blüte, des Wachstums und der natürlichen Fülle
    Freya: nordische Göttin der Liebe, Sinnlichkeit und Selbstbestimmung
    Brigid: (in ihrer sommerlichen Qualität): Hüterin von Lebenskraft und schöpferischem Ausdruck.

Diese Göttinnen stehen für Verkörperung, Lebensfreude und die Erlaubnis, sich selbst und seine Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Bräuche und spirituelle innere Haltung:
Typisch sind Maifeuer, Tanzen, Spaziergänge in der Natur und das Schmücken mit Blumen oder Grün. Spirituell geht es um Präsenz im Körper, um Lust am Leben und um die bewusste Entscheidung, Ja zu sagen – zu Wachstum, Beziehung und zur eigenen Wahrheit.

Ritualimpulse:
• Verbringe Zeit draußen, möglichst barfuß oder in direktem Kontakt mit der Natur.
• Schmücke einen Ort mit Blumen oder Grün als Zeichen für Wachstum und Lebenskraft.
• Bewege dich bewusst: Gehen, Tanzen, Dehnen – alles, was dich wieder in deinen Körper bringt.
• Setze eine klare Intention: Was willst du in den kommenden Monaten wirklich leben?

Affirmationen

  • Ich erlaube mir, lebendig zu sein.
  • Meine Energie darf sichtbar werden.
  • Ich vertraue dem natürlichen Wachstum meines Lebens.

Weitere Rituale findest du hier: Rituale im Jahreskreis



Besondere Tage und Zeiten im Jahreskreis und ihre Rituale

Portaltage – die besondere Energietage im Jahr

Was bedeuten Portaltage?

Portaltage, das sanftes Erwachen deiner inneren Wahrheit

Portaltage sind besondere Tage, an denen sich nach mayanischen Lehre das Feld zwischen Himmel und Erde weiter öffnet. Die feinen kosmischen Energien sind dann spürbarer als sonst und wirken direkt auf dein Inneres. Was du im Alltag vielleicht übergehst, vertagst oder leise wegschiebst, meldet sich an diesen Tagen deutlicher. Nicht um dich zu überfordern, sondern um gesehen zu werden. Diese Energie lädt dich ein, ehrlich hinzuspüren.
Sei dir bewusst, dass Portaltage Tore sind. Sie versprechen keine Leichtigkeit, sondern auf Wahrheit. An diesen Tagen tauchen oft die großen Fragen auf:
Bin ich noch auf meinem Weg oder befinde ich mich nur in meiner Komfortzone?
Lebe ich mein Leben oder funktioniere ich nur?
Die Antworten liegen nicht im Außen. Aber an diesen Tagen bist du ihnen oft näher als sonst. Wenn du bereit bist, hinzusehen, können sie dich Schicht für Schicht näher dem Menschen näherbringen, der du im Innersten bist.
Vielleicht ist genau das das größte Geschenk dieser Tage.

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Die Wurzeln der Portaltage

Ihren Ursprung haben die Portaltage im Tzolk’in-Kalender der Maya, einem heiligen Zeitzyklus, der kosmische, spirituelle und irdische Rhythmen vereint. In seiner Struktur zeigen sich zwei sich begegnende Pyramiden:

    • die eine öffnet sich nach oben – sie empfängt die Energie des Kosmos

    • die andere wurzelt in der Erde – sie schenkt Halt, Sicherheit und Verkörperung

Wo sich diese Kräfte vereinen, entsteht das höchste schöpferische Potenzial, ein Raum von Stabilität und Schöpferkraft. Genau dort, in dieser Verbindung, liegen die Portaltage. Sie wurden von den Maya bewusst für Rituale, Heilung und spirituelle Ausrichtung genutzt.

Die Schumann-Resonanz – Licht und Schatten werden spürbar

Portaltage sind keine leisen Wohlfühltage. Sie sind intensiv, können dich wach machen, aber auch herausfordern. Unruhe, Nervosität oder Erschöpfung sind oft Zeichen dafür, dass sich etwas in dir bewegt. Wenn die Schumann-Resonanz ansteigt – also die natürliche Herzfrequenz der Erde – reagiert auch dein Körper darauf. Du kannst dich sensibler fühlen, schneller müde werden oder innerlich unruhig sein. Manchmal verstärken sich Gedanken, Gefühle oder alte Themen, die gesehen werden wollen.
Versuchst du, diese Impulse zu unterdrücken, fühlt sich die Energie schwer an. Nimmst du sie jedoch bewusst wahr und erlaubst ihnen da zu sein, kann daraus Klarheit entstehen. Dein System passt sich an. Auf körperlicher, emotionaler und energetischer Ebene.
Wachstum ist nicht immer bequem.
Aber es ist ehrlich.

Körperliche und innerlich Zeichen eines Portaltages (Ursache und Wirkung)

Portaltage bringen oft grundlegende Fragen mit sich. Nicht laut, nicht dramatisch, sondern eher leise und beharrlich.
Sie laden dich ein, deinen Weg zu überprüfen und dich selbst ernst zu nehmen. Die Antworten entstehen in dir.
Manchmal brauchst du nur den Raum, um sie zu hören.
Du könntest an diesen Tagen erleben:

    • Stärkere Müdigkeit und das Bedürfnis nach Rückzug
      Dein System fährt herunter, um sich zu regenerieren und ein Update 🙂 zu installieren. Kämpfe nicht dagegen an. Nimm ein Bad, zünde ein natürliches Räucherstäbchen an und erlaube dem Körper, die neue Frequenz zu kalibrieren.

    • Intensive, klare und symbolische Träume
      Du verarbeitest nachts im Astralraum massive Datenmengen. Räuchere das Schlafzimmer vor dem zu Bett gehen mit weißem Salbei oder Lavendel aus. Lege einen Rosenquarz unter das Kissen, um das Herz zu beruhigen.

    • Innere Unruhe, Nervosität, erhöhter Puls oder Druck im Kopf/drittes Auge
      Die Zirbeldrüse wird aktiviert und dehnt sich energetisch aus. Lege einen flachen Amethyst auf die Stirn. Die Geometrie des Kristalls strukturiert die Energie und nimmt den Druck.

    • Plötzliche Eingebungen oder kreative Impulse
      Du verbindest dich mit höheren Informationsfeldern. Alte Denkgrenzen lösen sich, neue Ideen können ungefiltert einströmen. Schreibe die Impulse direkt auf. Ein Bergkristall oder Fluorit hilft, die Ideen zu klären und zu bündeln.

    • Ein feineres Körpergefühl, hohe Sensibilität
      Dein Nervensystem wird neu justiert und nimmt Frequenzen, Emotionen und Umweltreize deutlich intensiver wahr. Die Trennung zwischen Körper und Bewusstsein wird durchlässiger. Sorge für Erdung. Barfuß gehen, bewusste Atemübungen oder das Tragen eines Hämatit- oder schwarzen Turmalins helfen, im Körper zu bleiben und Reizüberflutung zu vermeiden.

Dein Körper und deine Seele reagieren gemeinsam auf die erhöhte Schwingung.

Wie du die Energie für dich nutzen kannst

    • Vertraue deiner Intuition: Portaltage sind keine Zeit für rein rationale Entscheidungen. Höre auf dein Bauchgefühl. Die leisen Impulse sind jetzt besonders klar.

    • Bewege dich & erde dich: Energie will fließen. Yoga, sanfte Bewegung oder ein Spaziergang in der Natur helfen dir, dich zu zentrieren und bei dir zu bleiben.

    • Schenke dir Ruhe: Ausreichender Schlaf und bewusste Pausen sind essenziell. Dein System verarbeitet mehr als sonst.

    • Journaling & Manifestation: Schreibe. Male. Visualisiere. Halte fest, was sich zeigt. Ordnung im Außen schafft Klarheit im Inneren.

    • Oder wie eine alte Weisheit sagt: Achte auf deine Gedanken – sie sind der Anfang deiner Taten.

  • Rituale erschaffen: Alles wirkt intensiver an Portaltagen. Nutze sie, um neue Rituale zu beginnen, alte zu stärken oder loszulassen, was nicht mehr trägt. Rituale verankern Erkenntnisse im Alltag.

Lostage – Tage der Vorhersage für das Wetter und die Landwirtschaft mit traditionellem Ursprung

Losttage (auch Los- oder Rauhnachts-Vorläufer) sind besondere Beobachtungs- und Schwellentage, denen man in mitteleuropäischen Volks-, Bauern- und spirituellen Traditionen eine orakelnde, richtungsweisende Kraft zuschreibt.

Sie gelten als Tage, an denen sich Zeit verdichtet: Das, was du wahrnimmst, träumst, fühlst oder erlebst, wird symbolisch auf kommende Zeiträume „gelost“.

Was sind Losttage?

Ein Lostag ist ein Tag, an dem bestimmte landwirtschaftliche oder meteorologische Ereignisse, wie das Wetter oder die Pflanzenentwicklung, vorhergesagt oder interpretiert werden. Diese Traditionen sind oft mit altem Brauchtum oder Aberglauben verbunden und variieren je nach Region und Kultur.
Kurz gesagt: Losttage sind Zeiger-Tage.
Man beobachtet an ihnen:

  • Wetter und Natur
  • Stimmung, Begegnungen, Träume
  • innere Impulse, Zeichen, Worte

Diese Beobachtungen werden symbolisch auf Monate oder Lebensbereiche übertragen. Es geht dabei nicht um Vorhersage im festen Sinn, sondern um Lesen von Tendenzen.

Losttage laden ein, wieder zuzuhören. Der Natur, dem eigenen Inneren und dem größeren Rhythmus.

Die bekanntesten Losttage & ihre Bedeutung

Die 12 Rauhnächte (21. Bzw. 25.12.–6.1.)

12 Nächte = 12 Monate des kommenden Jahres: Jede Nacht steht für einen Monat (z. B.: 25./26.12. → Januar, 26./27.12. → Februar usw.)

Bedeutung:

  • Träume, Gefühle und Zeichen gelten als Hinweise für den jeweiligen Monat
  • Zeit „außer der Zeit“
  • Übergang, Reinigung, Neuordnung

Die Lostage im Januar (1.–12. Januar)

In manchen Regionen gelten die ersten zwölf Tage des Jahres selbst als Lostage:
1. Januar → Januar, 2. Januar → Februar, usw. bis 12. Januar → Dezember.

Hier liegt der Fokus stärker auf: Tagesstimmung, Begegnungen, innerer Ausrichtung

Die Eisheiligen (11.–15. Mai)

Keine Lostage im klassischen Sinn, aber Wetter-Lostage.

  • Mamertus (11.5.)
  • Pankratius (12.5.)
  • Servatius (13.5.)
  • Bonifatius (14.5.)
  • Kalte Sophie (15.5.)

Sie galten als Entscheidungstage für Aussaat, Wachstum und Schutz.

Lostage im Jahreskreis (regional unterschiedlich)

In alten Bauernkalendern galten auch als Lostage:
Mariä Lichtmess (2. Februar): Markiert die Rückkehr des Lichts und gibt Hinweise auf den weiteren Verlauf von Winter und Frühling.
Josefstag (19. März): Steht für Fruchtbarkeit, Neubeginn und das endgültige Erwachen des Frühlings.
Schafskälte (11. Juni): Weist auf einen letzten Kälteeinbruch hin, bevor sich der Sommer stabilisiert.
Johanni (24. Juni): Zeigt Reife, Wetterumschwung und erste Zeichen für die kommende Ernte an.
Siebenschläfer (27. Juni): Gilt als Richttag für die Wetterbeständigkeit der nächsten sieben Wochen.
Michaelis (29. September): Dient der Einschätzung des kommenden Winters und der Vorbereitung auf den Rückzug.
Martinstag (11. November): Kündigt mit klarer Witterung oft einen frühen und strengen Winter an.

Diese Tage wurden als Schwellen im Naturjahr gelesen.

Gibt es „die eine richtige Liste“?
Nein und genau das ist ihre Weisheit. Losttage sind: regional verschieden, traditionell gewachsen und symbolisch, nicht dogmatisch. Wichtiger als das Datum ist: deine Aufmerksamkeit.

Deine spirituelle Haltung an Losttage:
Sie wollen dich darauf Aufmerksam machen, langsamer zu werden, zu beobachten statt zu bewerten. Zeichen nicht zu erzwingen und dem dem Zyklischen zu vertrauen. Sie erinnern daran, dass das Leben leise spricht, bevor es laut wird.

Kleine Rituale für Losttage

  • Notiere Wetter, Stimmung, Träume
  • Achte auf wiederkehrende Themen
  • Frage nicht: „Was passiert?“
    sondern: „Was zeigt sich?“
Lion’s Gate – der besondere Portaltag am 8. August

Jeden Sommer ereignet sich ein ganz besonderes astrologisches Ereignis: das Lion’s Gate Portal, auch „Löwentor“ genannt. Zwischen dem 26. Juli und dem 12. August entfaltet diese kosmische Kraft sich am Himmel und erreicht am 8. August ihren strahlenden Höhepunkt.

Während des Löwenportals leuchtet Sirius, der hellste Stern am Nachthimmel, besonders hell und steht in einer Linie mit der Sonne. Durch diese Verbindung herrscht eine erhöhte kosmische Energie. Am 8. 8. befinden sich die Sonne, die Erde, Sirius und der Gürtel des Orion auf einer Linie, sodass die volle Kraft des Portals ihre Wirkung entfaltet.

Es ist, als würde sich ein energetisches Tor öffnen und Hoffnung, Glück sowie neue Möglichkeiten in unser Leben strömen lassen. Dieses Ereignis gilt sogar als galaktisches Neujahr. Sirius ist nicht nur ein funkelnder Stern, sondern steht auch für Glück, Weisheit, Hoffnung und Reichtum. Rund um das Löwentor schenkt uns seine Energie eine einzigartige Gelegenheit: Jetzt ist die Zeit, um Wünsche zu manifestieren und Träume in greifbare Nähe zu rücken.

Aus numerologischer Sicht ist der 8.8. ebenfalls ein ganz besonderer Tag. Die Acht steht für Wiedergeburt, Auferstehung und den Zugang zur spirituellen Welt. Es handelt sich also um eine kraftvolle Verbindung, die uns neue Wege eröffnet.

In der Astrologie steht das achte Haus unter dem Zeichen des Skorpions. Dieses Wasserzeichen gilt als geheimnisvoll, leidenschaftlich und durchsetzungsstark. Das sind die perfekten Eigenschaften, um Ziele mit Nachdruck zu verfolgen und Herzenswünsche Wirklichkeit werden zu lassen.
Und bis zum 22. August erleben wir gleichzeitig die Löwe-Saison, die unsere Kreativität, Lebensfreude und unser Selbstbewusstsein beflügelt.

Nutze diese Zeit, um an dich selbst zu glauben, deine Talente zu entdecken und mit frischer Kraft neu durchzustarten.
Der Tag lädt dich ein, die kosmischen Kräfte bewusst zu nutzen, denn jetzt erreichen die Energien ihren Höhepunkt. Wenn du dich heute auf deine Spiritualität einlässt, kannst du innerlich wachsen und dich persönlich weiterentwickeln. Das Manifestieren – also das gezielte Visualisieren und Aussprechen von Herzenswünschen – fällt jetzt besonders leicht. Mit klarem Geist und offenem Herzen kannst du deine Ziele erkennen, deine Wünsche formulieren und sie mit positiver Energie ins Leben rufen.

So manifestierst du besonders wirkungsvoll:
• Nimm dir bewusst Zeit für dich und schaffe eine ruhige Atmosphäre. Ideal ist es, wenn du vorher ein paar Atemübungen, eine Meditation oder eine sanfte Yoga-Sequenz machst, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.
Lenke deinen Blick nach innen und spüre aufmerksam in dich hinein: Welche Wünsche und Ziele möchtest du manifestieren?
• Formuliere deine Manifestation klar und deutlich. Spreche sie laut oder leise aus. Mit geschlossenen Augen fällt es oft leichter, sich ganz darauf zu konzentrieren.
• Schreibe deine Wünsche auf. Beim Aufschreiben und Lesen deiner Worte kannst du dir noch intensiver vorstellen, was du verwirklichen möchtest.
Stelle dir bildhaft vor, wie dein Wunsch bereits Realität ist. Tauche mit allen Sinnen in diese Vorstellung ein.
• Wiederhole deine Manifestationen regelmäßig, bis du spürst, dass dein Wunsch in deinem Leben bereits einen festen Platz eingenommen hat.
Schließe dein Ritual schließlich mit der Überzeugung ab, dass das Manifestierte entweder bereits da ist oder sich schon bald erfüllen wird.

Sperrnächte – die magische Dunkelzeit im Dezember

Sperrnächte, die magische Dunkelzeit im Dezember
Meine aufmerksamen Begleiter:innen wissen, dass der Dezember nicht der Monat für einen kraftvollen Neuanfang ist, sondern eher die Zeit für die Aufräumarbeiten der Dinge, die du im laufenden Jahr vor dir hergeschoben hast, und die „schnell noch erledigt werden wollen“.
Die Zeit also, um sich um bereits begonnenes zu kümmern, den Neues hat Zeit bis in den Februar!

Würdige das Dunkle!
Du kennst die Rauhnächten, die Zeit, die ganz bewusst genutzt wird, um das neue Jahr „vorauszuplanen“ bzw. zu visionieren. Von den Dunkel- oder Sperrnächten ist dagegen nur wenig überliefert, obwohl auch sie in einer uralten Tradition verwurzelt sind. Dunkelnächte werden sie deshalb genannt, weil sie in der aller dunkelsten Jahreszeit stattfinden, in der Zeit vor der Sonnenwende, an der das Licht langsam wieder zurückkommt. Sie sind Portaltage im Jahreskreis und beginnen mit dem 8. Dezember und enden am kürzesten Tag und der längsten Nacht, dem 19./20. Dezember, der Wintersonnenwende.

Die Sperrnächte dienen dem Loslassen, die Zeit um die Sonnenwende dem Sein, und die Rauhnächte dem Vorausschauen und Manifestieren für das kommende Jahr.

In der Stille Kraft schöpfen – das ist der Dezember.
Schon die alten Germanen haben die Zeit vor der Wintersonnenwende dazu genutzt, um für das noch verbleibende Jahr alle landwirtschaftlichen Geräte, Spinnräder oder sonstige wertvolle Dinge wegzuräumen und das Arbeiten einzustellen. Die Menschen beschränkten sich in der dunklen, kalten Jahreszeit nur auf das Nötigste und verräumten alles in ihre Schuppen. Werkzeuge wurden sorgfältig überprüft, sortiert, repariert oder geschärft, um für das nächste Jahr einsatzbereit zu sein. Dies ist auch die Zeit, in der sich die Natur zur Ruhe bettet und sich zurückzieht. Es wird still und viele Tiere gehen in den Winterschlaf. Auch die Pflanzen verlegen ihre Lebenssäfte endgültig unter die Erde.
Daraus sind schließlich die Sperrnächte oder auch Sperrtage entstanden. Das gleiche Herangehen wie bei den Geräten und Werkzeugen, das Aufräumen und Wegschließen, hilft nämlich auch der menschlichen Seele. Die Sperrnächte sind also eine Zeit, in der Du aufräumen und mit Dingen abschließen bzw. sie „wegsperren“ kannst.

Wie kannst du die Sperrnächte für dich nutzten?
Nimm dir die Pflanze als Vorbilder! Sie ziehen sich zurück in die schützende Erde, in die Wurzeln, harren als Samen aus oder hüllen sich in sicher verpackte Knospen – und wissen, mit der Wintersonnenwende wird das neue Licht in den Tiefen wieder geboren.
Auch wir Menschen können in uns gehen, unsere spirituellen Wurzeln finden; unsere Seelen in gute Gedanken und lebensnährende Visionen verpacken und darauf vertrauen, dass sich im neuen Jahr alles wieder zum Guten wandeln wird. Und genau dafür eignen sich die Sperr- oder Dunkelnächte.

Betrachte die Dunkelheit als Geschenk und nicht als etwas Angstmachendes – denn alles Leben kommt aus der (schöpferischen) Dunkelheit.

Vieles, was Du in diesem Jahr vielleicht erlebt hast, kannst Du nicht mehr rückgängig machen, aber Du kannst Deine Lehren daraus ziehen. Verurteile Dich nicht, verfalle nicht in düstere Zerknirschung von wegen „Hätte ich doch mal“ oder „Warum habe ich nicht“. All diese Selbstanklagen ändern Deine Situation nicht und machen nichts rückgängig – im Gegenteil: Sie halten Dich fest, schnüren Dich ein und hindern Dich daran, auf Deinem Seelenweg klar voranzuschreiten.
Die Sperrnächte kannst du auch nutzen, wenn Du noch „eine Rechnung offen hast“, sei es was Geld anbelangt, dass Du anderen noch etwas schuldest oder sie Dir, oder ob es auch Worte sind, mit denen du verletzt hast. Gibt es noch etwas, für das du dich entschuldigen solltest? Oder gibt es noch etwas, was du vergeben solltest?

*Portaltage bezeichnen laut dem Kalender der Maya jene Tage, an denen das Tor zum Kosmos geöffnet ist. Dadurch sollen kosmische Schwingungen viel deutlicher spürbar sein, die uns empfänglicher für Emotionen und Eigenschaften machen, die tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind.

Wann beginnen die Rauhnächte?

Wann wird es eigentlich Rauh?

Die Rauhnächte lassen sich nicht in starre Regeln pressen. Seit jeher wurden sie an verschiedenen Orten unterschiedlich gezählt, und auch heute geht es weniger um feste Vorgaben als darum, was sich für dich stimmig anfühlt. Die magische Zeit folgt nicht einem Kalender, sondern deinem inneren Rhythmus.

Trotzdem gibt es einige Zählweisen, an denen du dich orientieren kannst.

Von Weihnachten bis Dreikönig oder vom Thomastag bis Dreikönig.

Für die meisten beginnen die Rauhnächte heute mit dem ersten Glockenschlag nach Mitternacht am Heiligen Abend und enden in der Nacht zum 6. Januar. Es sind zwölf Nächte, jede von Mitternacht zu Mitternacht: Die erste fällt somit auf den 25. Dezember und die zwölfte auf den 5. Januar.

Andere folgen der alten Art und zählen nur die Nächte selbst, von der Abenddämmerung bis zum ersten Licht des Morgens. Dann beginnt die erste Rauhnacht bereits am Heiligen Abend und endet mit dem Morgen des Weihnachtsfeiertags, also Nacht für Nacht über den Datumswechsel hinweg.

Der alte Weg: Beginn am Thomastag, zur Wintersonnenwende.

In vielen Überlieferungen öffnen sich die Tore zur Rauhnacht jedoch bereits am 21. Dezember, dem Thomastag, der längsten Nacht und der dunkelsten Zeit des Jahres. Es ist Jul, die Wiedergeburt des Lichts, und für viele – auch für mich – der natürlichste Beginn der magischen Zeit.

Auch wenn das Licht ab diesem Moment wieder zunimmt, ist davon noch nichts zu spüren. Die Welt liegt still, als hielte sie den Atem an.

Zählt man bereits ab der Wintersonnenwende, kann die Rauhnachtzeit länger werden. Wer trotzdem bei der heiligen Zwölf bleiben möchte, lässt einfach einen oder mehrere Feiertage oder Silvester herausfallen, und findet so wieder zu jener alten, runden Zahl zurück.

Und doch: Für manche beginnt die Magie noch früher.

In manchen Regionen öffnet sich das Tor zur Zwischenzeit bereits am 13. Dezember, der Nacht der Lucia, jener Lichtheiligen, die einst die Mädchen beschenkte – eine Woche nach ihrem männlichen Kollegen Nikolaus.

Seltener begegnet man heute der Tradition der dreizehn Rauhnächte, die am 24. Dezember beginnen. Diese Variante ist keltischen Ursprungs und folgt dem Mond: dreizehn Mondmonate, dreizehn Nächte der Weihe.

Die heute gängigen zwölf Rauhnächte spiegeln hingegen die Sonnenmonate des kommenden Jahres wider.

Letztendlich spielt jedoch keine Zählweise die wichtigste Rolle. Die Rauhnächte sind ein Raum zwischen den Welten und jeder Mensch bewegt sich darin auf seine eigene Weise. Die einen folgen den alten Pfaden, die anderen lauschen lieber der leisen Stimme in sich selbst.

Und genau darum geht es: Nicht um Regeln, sondern um Resonanz.

Um das sanfte Ziehen im Inneren, das dir zeigt, wann für dich die magische Zeit beginnt. Die Rauhnächte öffnen Türen. Welche du durchschreitest, bestimmst du selbst.
Vertraue darauf, dass dein eigener Weg dich findet. Und du ihn.

Rauhnacht-Legenden: Von Wölfen, Wotan und Odin, Frau Holle und vielen weiteren „sagenhaften“ Wesen

»Die Wilde Jagd tanzt durch die Nacht, Wanderer, gib gut auf dich acht! Du wirst gesehen, geprüft und gewogen – wo warst du ehrlich, wo hast du gelogen?
Das unten wird nach oben gewirbelt.
Schaue in deine eigenen Tiefen und ziehe Bilanz.
Was nagt noch an dir?
Begleiche deine Rechnungen, bringe Angefangenes zu Ende, vergib, und versöhne dich.
Du bist verantwortlich für dein persönliches Glück…«

– Jeanne Ruland –

Erscheinen uns solche Worte, wie in diesem Gedicht, in unserer Zeit, mit unseren sicheren, geheizten und hell beleuchteten Räumen nicht ein bisschen seltsam? Wir sitzen meist im Warmen, feiern die weihnachtliche Zeit und genießen dabei so manche Leckerei. Nur manchmal, wenn der Winterwind des Abends um die Ecken pfeift und wir, womöglich auf dem Land ohne künstliche Beleuchtung, einmal nach draußen gehen, erahnen wir, warum so viele Mythen, Bräuche und Traditionen mit dieser Zeit verbunden sind. Es ist stockdunkel, eisig kalt und der Wind bläst uns den kalten Schneeregen ins Gesicht und lässt es zusätzlich noch ungemütlicher werden. Stelle dir jetzt deinen Ahnen vor, die vielleicht am Waldrand in einem kleinen Dorf in einer einfachen kleinen Holzhütte gewohnt haben. Der Sturm heult durch die Ritzen und das Dach droht abzuheben. Das einzige Licht ist eine Kerze auf dem Tisch und die Feuerstelle, die auch noch die einzige Wärme abgibt. Die Vorratskammer ist mäßig gefüllt und reicht gerade mal für deine Familie. Marodierende Räuberbanden ziehen durch die dunklen Nächte und bedrohen die wenigen Vorräte und Schätzen die unsere Ahnen hatten. Der Winter war für unsere Ahnen eine sehr raue Zeit. Man saß meist in den Häusern fest und so verbreiteten sich die Mythen, Sagen und Bräuche von einer Generation zur nächsten. So überstanden sie die Zeit und mit etwas Glück konnten sie daraus auch ihren Frieden ziehen. Nun, sagts du, so war das früher. Aber mal ehrlich, wenn wir heute in einer solchen Nacht hinaus in die dunkle Natur oder den tiefen Wald gehen, fühlen wir uns trotz all unserer Aufgeklärtheit und sogenannten Zivilisation doch gar nicht mehr so sicher, oder? Eine unheimliche Stimmung liegt über dem Land – oder ist es eine heilige Stille?

Hast du schon einmal vom Wolfsmond gehört? So wurde die Vorweihnachtszeit in früheren Jahren oft bezeichnet. Man dachte, der dunkle Wolf versuche, die Sonne zu verschlingen. Die Sonne, das Licht, musste behütet werden, damit sie, wenn sie stark genug ist, wieder aufsteigen kann. Nach der Geburt des Lichts – am Ende der Wintersonnenwende – tobt für 12 Tage und Nächte Odins/Wotans „Wilde Jagd“ über das Land. Wotan der Toten- und Kriegsgott und Gott der Ekstase wurde in der Wikingerzeit zum höchsten Gott zum Allvater. Je nach Region trägt er den Namen Wotan im südgermanischen, oder Odin im nordeuropäischen Raum. Begleitet wird er, bei seiner Wilden Jagd von dem achtbeiniges Pferd Sleipnir, den Wölfen Geri und Freki (Gier und Gefräßigkeit) und den Raben Hugin und Munin (Gedanke und Gedächtnis/Erinnerung) und weiteren „haarigen“ Gesellen. Manche davon erkennen wir auch in Richard Wagners „Ring der Nibelungen“ wieder.    

Alles beginnt mit dem Fest der Wintersonnenwende. Im keltischen nannte man dieses Fest »Alban Arthuan«. Was bedeutet „Licht des Arthurs“. Die Söhne des Lichts (Sonne) kehren auf die Erde zurück. Die Kelten feierten über drei Tage ein großes Fest. Denn die Zahl drei steht für die Manifestation. Am vierten Tag hat sich das Licht manifestiert und ist auf der Erde verankert. So in etwa wurde es bei der Christianisierung mit anderen Protagonisten übernommen.

Die nordgermanische Bezeichnung für diese Zeit ist auch heute noch geläufig, das »Julfest«. Jul bedeutet Fest und wird durch den Stand der Sterne im Winter bestimmt. Es ist ein altes Fest, dass in all den Jahren nicht nur viele Namen, sondern auch viele, heute noch bekannte, Traditionen hervorgebracht hat. Es wird in vielen Ländern auf unterschiedliche Weise gefeiert. Rituale wie der Lichterbaum, Kerzen, Rute, Besen, Bestrafung und Belohnung, Geschenke an das Licht, die auf der Reise in das neue Jahr stärken sollen, gebackenes süßes Brot und Plätzchen die verteilt werden und vieles mehr. Noch heute finden wir Abwandlungen davon in unseren Winterfesten wieder. Der gebräuchlichste Name in unserer christlich geprägten Welt ist Weihnachten, das Fest der Weihe. Tatsächlich legte aufgrund der alten Bedeutung des Festes die Kirche die Geburt Jesu auf den 24. Dezember, der vierte Tag der Wintersonnenwende, die Geburt des Lichts. Denn in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezembers passiert die Sonne den tiefsten Punkt in ihrem Jahreslauf. In der christlichen Geschichte symbolisiert König Herodes den lichtverschlingenden Wolf, der versucht, das heilige Kind zu töten. So schließt sich der Kreis zur alten Mythologie.

Die weibliche Seite der Rauhnächte wird von »Frau Holle«, die wir aus Grimms Märchen als große Mutter kennen, vertreten. Sie, das Wesen über den Wolken, oder tief im Brunnen, dass die fleißige Marie mit Gold und die faule Marie mit Pech überschüttet. Sie symbolisiert die zwei Seiten, die wir in Allem wieder finden. Gut und Böse, glänzend und lieblich oder stinkend und pechschwarz. Wenn die Wilden Geister in den Rauhnächten über das Land ziehen, zieht sie mit. Sie prüft, ob die Menschen Ordnung halten und die gebotene Ruhe achten. So wie im Märchen straft oder belohnt sie. Auch begleitet sie die Seelen der Menschen die im vergangenen Jahr verstorben sind auf die Reise in die himmlischen Welten, in denen es an nicht mangeln wird. Ihr Kommen dient einem der wesentliche Teil des Lebendkreislaufes, dem Tod. Daher zeugte die große Frucht der Menschen vor ihrem erscheinen. Und doch ist sie die Verkörperung der Muttergöttin. Mutter Erde, die Künderin eines neuen Jahres (Lebens). Sie schafft die Ordnung und am Ende der Zeit den Neubeginn des natürlichen Zyklus. Sie ist das Zeichen für das wunderbare Wirken der weiblichen Kraft.            

Rauhnacht-Rituale: Die 13 Wünsche an das Universum und andere

Deine 13 Wünsche an das Universum

In allen Zeiten nutzten Schamanen, Heilkundige und Weise die besondere Zeit des Advents, um sich ganz ihrer inneren und geistigen Verbündeten und der Kraft des Lebens und der Natur hinzugeben. Sie alle erbaten Klarheit und Visionen für ihr weiteres wirken. Natürlich lässt sich viel, viel mehr über diese magische Zeit berichten, aber hier möchte ich dich hauptsächlich auf Themen deiner Selbstreflexion und der Vorbereitung auf dein kommendes Jahr beschränken.
So beginnt die Vorbereitung zu den Rauhnächten bereits mit dem ersten Advent. Im Laufe der folgenden 28 Tage der Adventszeit kannst du dich auf die magische Zeit vorbereiten. Du kannst in dieser Zeit deine 13 Wünsche formuliere und auf kleine, möglichst gleiche Zettel schreiben. Formuliere diese Wünsche positiv und so, als wären sie schon erfüllt. Aber bleibe realistisch. Auch wenn du dir noch so sehr ein Einhorn wünschst, das kann dir auch das Universum nicht erfüllen. Falte die kleinen Zettel so zusammen, dass du nicht mehr erkennen kannst, welcher Wunsch sich darauf verbirgt und gebe sie in eine schöne Schachtel oder ein Säckchen. Bis zur Wintersonnenwende oder der Heiligen Nacht (24.12.) solltest du alle deine Wünsche fertig haben. Das Datum ist ein wenig davon abhängig welchen Mythen und Ritualen du folgst. In der Mittwinternachte oder eben in der Heiligen Nacht beginnst du damit, jede Nacht einen, deiner Wünsche dem Universum zu übergeben. Ja, richtig! Es sind 12 Rauhnächte, aber du hast 13 Wünsche. Spätestens am 6. Januar wirst du also noch einen Zettel übrighaben. Nimm ihn heraus und entfalte ihn. Lese nun den Wunsch, um den du dich im kommenden Jahr selbst kümmern darfst, damit er in Erfüllung geht.

Legende & Mythos

Die Geschichte der 13 Wünsche

In einem kleinen Dorf lebte einmal eine Frau namens Mira, die für ihre positive Einstellung und ihren Glauben an das Gute im Leben bekannt war. Eines Tages, während sie durch den Wald spazierte, entdeckte sie einen alten, verwitterten Stein mit geheimnisvollen Symbolen darauf. Als sie näher trat, spürte sie eine starke Energie, die von dem Stein ausging.
Neugierig berührte Mira den Stein und plötzlich erschien ein leuchtendes Wesen, das sich als der Geist des Universums vorstellte. Es erklärte ihr, dass sie die Möglichkeit habe, 13 Wünsche zu äußern, die dann in Erfüllung gehen würden, solange sie aus reinem Herzen und mit der richtigen Intention formuliert wurden. 
Mira war überwältigt von dieser Gelegenheit. Sie wusste, dass sie weise wählen musste, also nahm sie sich Zeit, um über ihre Wünsche nachzudenken. Sie wollte nicht nur für sich selbst bitten, sondern auch für ihre Familie, Freunde und das Dorf. Nach einigen Tagen des Nachdenkens hatte sie ihre 13 Wünsche formuliert:

  1. Gesundheit für alle – Sie wünschte sich, dass alle Menschen in ihrem Dorf gesund und glücklich sein würden.
  2. Frieden – Mira wünschte sich Frieden in der Welt, damit Konflikte und Kriege enden könnten.
  3. Wohlstand – Sie bat um Wohlstand für ihre Gemeinschaft, damit jeder genug zu essen und ein sicheres Zuhause hätte.
  4. Liebe – Mira wünschte sich, dass die Menschen Liebe und Mitgefühl füreinander empfinden würden.
  5. Natur – Sie bat um den Schutz der Natur und die Rückkehr zu einem harmonischen Leben mit der Erde.
  6. Bildung – Mira wünschte sich, dass alle Kinder Zugang zu Bildung hätten, um ihre Träume zu verwirklichen.
  7. Kreativität – Sie bat um Inspiration und Kreativität für alle Künstler und Schöpfer in ihrem Dorf.
  8. Vergebung – Mira wünschte sich, dass die Menschen lernen würden, einander zu vergeben und alte Konflikte hinter sich zu lassen.
  9. Harmonie – Sie bat um Harmonie zwischen den verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtungen.
  10. Mut – Mira wünschte sich, dass die Menschen den Mut finden würden, ihre Träume zu verfolgen und für das einzustehen, was richtig ist.
  11. Freundschaft – Sie bat um Freundschaften, die die Menschen verbinden und unterstützen würden.
  12. Dankbarkeit – Mira wünschte sich, dass die Menschen lernen würden, dankbar für das zu sein, was sie haben.
  13. Wachstum – Schließlich wünschte sie sich, dass jeder die Möglichkeit hat, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.

Nachdem sie ihre Wünsche geäußert hatte, spürte Mira eine Welle der Freude und des Friedens. Der Geist des Universums lächelte und versprach, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen würden, solange sie selbst aktiv daran arbeitete, diese Veränderungen in ihrem Leben und in ihrer Gemeinschaft zu fördern. 
Von diesem Tag an lebte Mira mit einem neuen Bewusstsein. Sie teilte ihre Wünsche mit anderen, inspirierte sie, ebenfalls positive Veränderungen herbeizuführen, und half, eine Gemeinschaft zu schaffen, die auf Liebe, Mitgefühl und Zusammenarbeit basierte. 
Die Geschichte von Miras 13 Wünschen erinnert uns daran, dass wir die Kraft haben, unsere Realität zu gestalten, und dass unsere Wünsche, wenn sie aus einem reinen Herzen kommen, das Potenzial haben, nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch das Leben anderer zu verändern.

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