Traditionelle Jahreskreisfeste und ihre christlichen Entsprechungen

„Mein Druide ist Christus, der Sohn Gottes.“
Sankt Columban von Iona, irisch-schottischen Missionar des 6. Jahrhunderts

Der Jahreskreis begleitet uns durch Licht und Dunkel, Aufbruch und Rückzug, Fülle und Stille. Seine Feste und Feiertage spiegeln die natürlichen Übergänge des Lebens und erinnern an die Rhythmen, die Menschen seit Generationen prägen. Viele christliche Feiertage entstanden nicht losgelöst von älteren Traditionen, sondern entwickelten sich im kulturellen Austausch mit ihnen. Dieser Prozess wird als Synkretismus bezeichnet: das Zusammenwachsen verschiedener religiöser, spiritueller und kultureller Vorstellungen zu neuen Formen des Glaubens und Brauchtums.
So sind alte nordisch, keltisch und germanisch geprägte Jahreskreisfeste und christliche Feiertage oft enger miteinander verbunden, als es auf den ersten Blick erscheint. Sie erzählen von Wachstum und Ernte, von Gemeinschaft und Erinnerung, von Wandel und Neubeginn.
Jedes Fest trägt eine eigene Qualität in sich und erinnert an die Weisheit zyklischen Lebens. Der Jahreskreis schenkt Orientierung und lädt dazu ein, den Wandel der Natur bewusst wahrzunehmen und den eigenen Platz darin zu finden.
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Besondere Tage und Zeiten im Jahreskreis

🌀 Portaltage – Die besondere Energietage im Jahr

Was bedeuten Portaltage?

Portaltage, das sanftes Erwachen deiner inneren Wahrheit

Portaltage sind besondere Tage, an denen sich nach mayanischen Lehre das Feld zwischen Himmel und Erde weiter öffnet. Die feinen kosmischen Energien sind dann spürbarer als sonst und wirken direkt auf dein Inneres. Was du im Alltag vielleicht übergehst, vertagst oder leise wegschiebst, meldet sich an diesen Tagen deutlicher. Nicht um dich zu überfordern, sondern um gesehen zu werden. Diese Energie lädt dich ein, ehrlich hinzuspüren.
Sei dir bewusst, dass Portaltage Tore sind. Sie versprechen keine Leichtigkeit, sondern auf Wahrheit. An diesen Tagen tauchen oft die großen Fragen auf:
Bin ich noch auf meinem Weg oder befinde ich mich nur in meiner Komfortzone?
Lebe ich mein Leben oder funktioniere ich nur?
Die Antworten liegen nicht im Außen. Aber an diesen Tagen bist du ihnen oft näher als sonst. Wenn du bereit bist, hinzusehen, können sie dich Schicht für Schicht näher dem Menschen näherbringen, der du im Innersten bist.
Vielleicht ist genau das das größte Geschenk dieser Tage.

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Die Wurzeln der Portaltage

Ihren Ursprung haben die Portaltage im Tzolk’in-Kalender der Maya, einem heiligen Zeitzyklus, der kosmische, spirituelle und irdische Rhythmen vereint. In seiner Struktur zeigen sich zwei sich begegnende Pyramiden:

    • die eine öffnet sich nach oben – sie empfängt die Energie des Kosmos

    • die andere wurzelt in der Erde – sie schenkt Halt, Sicherheit und Verkörperung

Wo sich diese Kräfte vereinen, entsteht das höchste schöpferische Potenzial, ein Raum von Stabilität und Schöpferkraft. Genau dort, in dieser Verbindung, liegen die Portaltage. Sie wurden von den Maya bewusst für Rituale, Heilung und spirituelle Ausrichtung genutzt.

Die Schumann-Resonanz – Licht und Schatten werden spürbar

Portaltage sind keine leisen Wohlfühltage. Sie sind intensiv, können dich wach machen, aber auch herausfordern. Unruhe, Nervosität oder Erschöpfung sind oft Zeichen dafür, dass sich etwas in dir bewegt. Wenn die Schumann-Resonanz ansteigt – also die natürliche Herzfrequenz der Erde – reagiert auch dein Körper darauf. Du kannst dich sensibler fühlen, schneller müde werden oder innerlich unruhig sein. Manchmal verstärken sich Gedanken, Gefühle oder alte Themen, die gesehen werden wollen.
Versuchst du, diese Impulse zu unterdrücken, fühlt sich die Energie schwer an. Nimmst du sie jedoch bewusst wahr und erlaubst ihnen da zu sein, kann daraus Klarheit entstehen. Dein System passt sich an. Auf körperlicher, emotionaler und energetischer Ebene.
Wachstum ist nicht immer bequem.
Aber es ist ehrlich.

Körperliche und innerlich Zeichen eines Portaltages (Ursache und Wirkung)

Portaltage bringen oft grundlegende Fragen mit sich. Nicht laut, nicht dramatisch, sondern eher leise und beharrlich.
Sie laden dich ein, deinen Weg zu überprüfen und dich selbst ernst zu nehmen. Die Antworten entstehen in dir.
Manchmal brauchst du nur den Raum, um sie zu hören.
Du könntest an diesen Tagen erleben:

    • Stärkere Müdigkeit und das Bedürfnis nach Rückzug
      Dein System fährt herunter, um sich zu regenerieren und ein Update 🙂 zu installieren. Kämpfe nicht dagegen an. Nimm ein Bad, zünde ein natürliches Räucherstäbchen an und erlaube dem Körper, die neue Frequenz zu kalibrieren.

    • Intensive, klare und symbolische Träume
      Du verarbeitest nachts im Astralraum massive Datenmengen. Räuchere das Schlafzimmer vor dem zu Bett gehen mit weißem Salbei oder Lavendel aus. Lege einen Rosenquarz unter das Kissen, um das Herz zu beruhigen.

    • Innere Unruhe, Nervosität, erhöhter Puls oder Druck im Kopf/drittes Auge
      Die Zirbeldrüse wird aktiviert und dehnt sich energetisch aus. Lege einen flachen Amethyst auf die Stirn. Die Geometrie des Kristalls strukturiert die Energie und nimmt den Druck.

    • Plötzliche Eingebungen oder kreative Impulse
      Du verbindest dich mit höheren Informationsfeldern. Alte Denkgrenzen lösen sich, neue Ideen können ungefiltert einströmen. Schreibe die Impulse direkt auf. Ein Bergkristall oder Fluorit hilft, die Ideen zu klären und zu bündeln.

    • Ein feineres Körpergefühl, hohe Sensibilität
      Dein Nervensystem wird neu justiert und nimmt Frequenzen, Emotionen und Umweltreize deutlich intensiver wahr. Die Trennung zwischen Körper und Bewusstsein wird durchlässiger. Sorge für Erdung. Barfuß gehen, bewusste Atemübungen oder das Tragen eines Hämatit- oder schwarzen Turmalins helfen, im Körper zu bleiben und Reizüberflutung zu vermeiden.

Dein Körper und deine Seele reagieren gemeinsam auf die erhöhte Schwingung.

Wie du die Energie für dich nutzen kannst

    • Vertraue deiner Intuition: Portaltage sind keine Zeit für rein rationale Entscheidungen. Höre auf dein Bauchgefühl. Die leisen Impulse sind jetzt besonders klar.

    • Bewege dich & erde dich: Energie will fließen. Yoga, sanfte Bewegung oder ein Spaziergang in der Natur helfen dir, dich zu zentrieren und bei dir zu bleiben.

    • Schenke dir Ruhe: Ausreichender Schlaf und bewusste Pausen sind essenziell. Dein System verarbeitet mehr als sonst.

    • Journaling & Manifestation: Schreibe. Male. Visualisiere. Halte fest, was sich zeigt. Ordnung im Außen schafft Klarheit im Inneren.

    • Oder wie eine alte Weisheit sagt: Achte auf deine Gedanken – sie sind der Anfang deiner Taten.

  • Rituale erschaffen: Alles wirkt intensiver an Portaltagen. Nutze sie, um neue Rituale zu beginnen, alte zu stärken oder loszulassen, was nicht mehr trägt. Rituale verankern Erkenntnisse im Alltag.

🎟️ Lostage – Tage der Vorhersage für das Wetter und die Landwirtschaft mit traditionellem Ursprung

Losttage (auch Los- oder Rauhnachts-Vorläufer) sind besondere Beobachtungs- und Schwellentage, denen man in mitteleuropäischen Volks-, Bauern- und spirituellen Traditionen eine orakelnde, richtungsweisende Kraft zuschreibt.

Sie gelten als Tage, an denen sich Zeit verdichtet: Das, was du wahrnimmst, träumst, fühlst oder erlebst, wird symbolisch auf kommende Zeiträume „gelost“.

Was sind Losttage?

Ein Lostag ist ein Tag, an dem bestimmte landwirtschaftliche oder meteorologische Ereignisse, wie das Wetter oder die Pflanzenentwicklung, vorhergesagt oder interpretiert werden. Diese Traditionen sind oft mit altem Brauchtum oder Aberglauben verbunden und variieren je nach Region und Kultur.
Kurz gesagt: Losttage sind Zeiger-Tage.
Man beobachtet an ihnen:

  • Wetter und Natur
  • Stimmung, Begegnungen, Träume
  • innere Impulse, Zeichen, Worte

Diese Beobachtungen werden symbolisch auf Monate oder Lebensbereiche übertragen. Es geht dabei nicht um Vorhersage im festen Sinn, sondern um Lesen von Tendenzen.

Losttage laden ein, wieder zuzuhören. Der Natur, dem eigenen Inneren und dem größeren Rhythmus.

Die bekanntesten Losttage & ihre Bedeutung (sind, je nach Bedeutung, in den jeweiligen Monaten näher beschrieben…)

Die 12 Rauhnächte (21. bzw. 25.12.–6.1.)

12 Nächte = 12 Monate des kommenden Jahres: Jede Nacht steht für einen Monat (z. B.: 25./26.12. → Januar, 26./27.12. → Februar usw.)

Bedeutung:

  • Träume, Gefühle und Zeichen gelten als Hinweise für den jeweiligen Monat
  • Zeit „außer der Zeit“
  • Übergang, Reinigung, Neuordnung

Die Lostage im Januar (1.–12. Januar)

In manchen Regionen gelten die ersten zwölf Tage des Jahres selbst als Lostage:
1. Januar → Januar, 2. Januar → Februar, usw. bis 12. Januar → Dezember.

Hier liegt der Fokus stärker auf: Tagesstimmung, Begegnungen, innerer Ausrichtung

Die Eisheiligen (11.–15. Mai) 

Keine Lostage im klassischen Sinn, aber Wetter-Lostage.

  • Mamertus (11.5.)
  • Pankratius (12.5.)
  • Servatius (13.5.)
  • Bonifatius (14.5.)
  • Kalte Sophie (15.5.)

Sie galten als Entscheidungstage für Aussaat, Wachstum und Schutz.

Die Hundstage vom 23. Juli bis 23. August
Im bäuerlichen Jahreslauf, gilt sie als kritische Zeit – für Mensch, Tier und Ernte. Meteorologisch sind es die meist die heißesten und schwülsten Tage des Jahres. Die Hundstage liegen im Kern des Hochsommers. Die Natur steht unter Spannung: Alles ist ausgereift, vieles wirkt erschöpft. Wachstum verlangsamt sich, Reife dominiert. Der Name geht auf den Hundsstern Sirius, im Sternild Großer Hund (Canis Major), zurück.

Lostage im Jahreskreis (regional unterschiedlich)

In alten Bauernkalendern galten auch als Lostage:
Mariä Lichtmess (2. Februar): Markiert die Rückkehr des Lichts und gibt Hinweise auf den weiteren Verlauf von Winter und Frühling.
Josefstag (19. März): Steht für Fruchtbarkeit, Neubeginn und das endgültige Erwachen des Frühlings.
Schafskälte (11. Juni): Weist auf einen letzten Kälteeinbruch hin, bevor sich der Sommer stabilisiert.
Johanni (24. Juni): Zeigt Reife, Wetterumschwung und erste Zeichen für die kommende Ernte an.
Siebenschläfer (27. Juni): Gilt als Richttag für die Wetterbeständigkeit der nächsten sieben Wochen.
Michaelis (29. September): Dient der Einschätzung des kommenden Winters und der Vorbereitung auf den Rückzug.
Martinstag (11. November): Kündigt mit klarer Witterung oft einen frühen und strengen Winter an.

Diese Tage wurden als Schwellen im Naturjahr gelesen.

Gibt es „die eine richtige Liste“?
Nein und genau das ist ihre Weisheit. Losttage sind: regional verschieden, traditionell gewachsen und symbolisch, nicht dogmatisch. Wichtiger als das Datum ist: deine Aufmerksamkeit.

Deine spirituelle Haltung an Losttage:
Sie wollen dich darauf Aufmerksam machen, langsamer zu werden, zu beobachten statt zu bewerten. Zeichen nicht zu erzwingen und dem dem Zyklischen zu vertrauen. Sie erinnern daran, dass das Leben leise spricht, bevor es laut wird.

Kleine Rituale für Losttage

  • Notiere Wetter, Stimmung, Träume
  • Achte auf wiederkehrende Themen
  • Frage nicht: „Was passiert?“
    sondern: „Was zeigt sich?“

Der Frühling – Die lichtvolle Zeit des Aufbruchs, der Erneuerung und des Wachstums
Die Frühlingsmonate Februar, März und April stehen für Aufbruch, Erneuerung und neues Wachstum. Mit den ersten Lichtboten erwacht die Natur, und alte Bräuche rund um Reinigung, Fruchtbarkeit und Neubeginn begleiten den Übergang in die helle Jahreszeit. Ich stelle dir hier die wichtigsten Stationen im Jahreskreis vor.
Nutze diese Zeit, um neue Kraft zu schöpfen, frische Impulse zuzulassen und das Leben mit Zuversicht zu begrüßen.

Drittes Jahreskreisfest – Kreuzquartalsfest am 1.-2. Februar | germanisch-keltischer Frühjahrsbeginn
Imbolc – Rückkehr des Lichts und des Frühlings | Mondfest

Imbolc, das dritte Fest im Jahreskreis

Imbolc steht im keltischen Jahreskreis an einer Schwelle. Es bildet zusammen mit Samhain (Herbst–Winter) und Beltane (Frühling–Sommer) eine Linie von Übergangsfesten, die nicht das Ziel feiern, sondern den Wandel selbst. Während Samhain den Rückzug und Beltane das Aufbrechen markiert, steht Imbolc für das Dazwischen: für das Erwachen unter der Oberfläche.

In vielen modernen Jahreskreis-Systemen wird Imbolc als eines der vier sogenannten „Feuerfeste“ bezeichnet. Gemeint ist damit weniger das große äußere Feuer, sondern das Herdfeuer, die Flamme im Inneren: Lebenswärme, Schutz, Versorgung, Inspiration. Es ist das Feuer, das durch den Winter getragen hat und nun neu genährt wird.

Imbolc ist kein lauter Wendepunkt, sondern ein leiser. Es markiert den Moment, in dem das Licht wieder spürbar stärker wird – nicht sichtbar triumphierend, sondern beständig und zuverlässig.

Wann wird Imbolc gefeiert?

Fester Termin: Traditionell wird Imbolc in vielen Regionen in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar begangen, mit dem 2. Februar als zentralem Festtag. In der christlichen Überlagerung entspricht dieser Termin Maria Lichtmess, was zeigt, wie nahtlos sich alte und neue Symbolik verbinden: Licht, Reinigung, Weihe, Neubeginn.

Beweglicher Termin (mond- und naturbezogen) : Neben der festen Datierung existiert eine lebendige Praxis, Imbolc nach natürlichen Zeichen zu feiern. Historisch ist davon auszugehen, dass bäuerliche Gemeinschaften weniger kalenderfixiert waren, sondern sich an dem orientierten, was tatsächlich geschah:

– am Vollmond oder am zunehmenden Mond dieser Zeit
– an ersten Vorfrühlingszeichen in der Natur
– am Einsetzen der Milch bei den Schafen
– oder sinngemäß an der Mitte zwischen Wintersonnenwende und Frühlings-Tagundnachtgleiche

Imbolc ist daher zugleich Kalenderfest und Beobachtungsfest. Es folgt nicht nur dem Datum, sondern dem Rhythmus von Mond, Wetter, Tier und Landschaft. Diese Offenheit gehört zu seinem Wesen.

Herkunft und Wortbedeutung

Imbolc hat seine Wurzeln im keltisch-gälischen Kulturraum. Die sprachliche Ableitung ist nicht eindeutig belegt, doch mehrere Deutungen verweisen auf Reinigung, Vorfrühling und inneres Anschwellen des Lebens.
Häufig genannt wird der Name Oimelc, übersetzt als „Mutterschafmilch“. Damit ist der Moment gemeint, in dem die Schafe nach dem Winter wieder Milch geben – ein zutiefst konkretes Zeichen für Versorgung, Fruchtbarkeit und Überleben. Nahrung kehrt zurück. Hoffnung wird wieder greifbar.
Diese Bedeutung macht Imbolc zu einem Fest, das nicht abstrakt-spirituell ist, sondern tief im Alltag verwurzelt. Es feiert das Wieder-Einsetzen des Lebens dort, wo es existenziell spürbar wird.

Was feiert man an Imbolc?

Imbolc vereint mehrere Ebenen, die ineinander greifen:

Fest der Reinigung : Imbolc ist eine Zeit des Ausfegens – nicht aus Härte, sondern aus Fürsorge. Winterlast, Stagnation und Überflüssiges dürfen gehen. Diese Reinigung zeigt sich in äußeren und inneren Handlungen:

– Räume lüften, ordnen, klären
– Altes aussortieren
– energetisch reinigen (z. B. durch Rauch, Wasser, Licht)

Reinigung bedeutet hier: Raum schaffen für das, was wachsen will.

Fest des Lichts : Imbolc ist ein Lichterfest. Kerzen, kleine Feuer und Herdflammen stehen für das wiederkehrende Licht, für Zuversicht und Orientierung. Dieses Licht ist noch zart – kein Sommerlicht, sondern eine Flamme, die geschützt werden will. Es erinnert daran, dass Neubeginn Pflege braucht.

Fruchtbarkeit und Neubeginn: Durch die Symbolik der Milch und den Vorfrühling ist Imbolc ein Fruchtbarkeitsfest – nicht nur körperlich, sondern auch geistig und seelisch. Fruchtbarkeit meint hier:

– neue Ideen
– kreative Prozesse
– Heilung
– Klärung von Beziehungen
– das Wieder-Aufnehmen des eigenen Weges

Alles beginnt klein, leise und im Inneren.


Die Göttin Brigid – Licht, Feuer, Inspiration

Imbolc ist eng mit Brigid (Bríg, Brigit) verbunden, deren Festtag traditionell auf den 2. Februar fällt. Brigid ist eine vielschichtige Gestalt und vereint mehrere Wirkbereiche:

– Göttin des Herdfeuers, des Schutzes und der Lebenskraft
– Göttin der Heilung, der Quellen und des Wassers
– Göttin der Dichtung, Inspiration und Weisheit

Sie steht für das Feuer, das nährt statt verbrennt, für Heilung, die Zeit braucht, und für Inspiration, die nicht erzwungen werden kann. Brigid verkörpert die Verbindung von Alltag und Spiritualität: das Heilige im Gewöhnlichen.
In späteren Zeiten ging ihre Gestalt nahezu nahtlos in die christliche Heilige Brigida über, ein weiteres Zeichen dafür, wie tief verwurzelt ihre Symbolik im kollektiven Bewusstsein war.

Imbolc als innere Haltung

Imbolc fordert kein Tun, sondern Aufmerksamkeit. Es lädt nicht ein, loszustürmen, sondern zu lauschen.
Diese Zeit fragt nicht: Was willst du erreichen?
Sondern: Was will durch dich entstehen?

Vom Warten zum Lauschen zu gehen bedeutet, dem Inneren mehr Raum zu geben als dem äußeren Druck. Dem Gefühl mehr Gewicht als dem Kalender. Und dem Werden mehr Vertrauen als dem Tun.

Vielleicht ist genau das die Einladung von Imbolc:
nicht schneller zu werden, sondern aufmerksamer.

Weitere Rituale findest du hier: Rituale im Jahreskreis

🎟️ Mariä Lichtmess – Rückkehr des Lichts, der Offenbarung und der Hoffnung

Mariä Lichtmess – das geweihte Licht des Neubeginns

Mariä Lichtmess, gefeiert am 2. Februar, markiert einen stillen Wendepunkt im Jahreskreis. Das Fest liegt an der Schwelle zwischen Winter und Vorfrühling, dort, wo das Licht bereits spürbar zunimmt, auch wenn Kälte und Dunkelheit noch präsent sind. Lichtmess ist kein lautes Fest. Es wirkt leise, sammelnd und klärend. Es erinnert daran, dass jedes neue Licht zuerst geschützt, genährt und erkannt werden will.

Einordnung im Jahreskreis

Mariä Lichtmess liegt zeitlich genau dort, wo in vielen vorchristlichen Kulturen Imbolc gefeiert wurde. Es steht in direkter Linie zu anderen Schwellenfesten wie Ostern (Auferstehung/Leben) und Allerheiligen (Tod/Erinnerung). Lichtmess markiert keinen Abschluss, sondern eine Weihe: Das Licht wird nicht gefeiert, weil es stark ist, sondern weil es zurückkehrt.

Traditionell endete mit Lichtmess das bäuerliche Winterjahr. Knechte und Mägde wechselten ihre Dienststellen, Arbeitsverträge wurden erneuert oder gelöst, das neue Jahr begann im praktischen Sinn. Lichtmess war damit nicht nur spirituell, sondern auch sozial ein Neuanfang.

Zeitpunkt und Datum

Mariä Lichtmess wird jedes Jahr fest am 2. Februar begangen, genau 40 Tage nach Weihnachten. Diese Zeitspanne folgt der biblischen Tradition der Reinigung und Weihe nach einer Geburt. Das Fest erinnert an die Darstellung Jesu im Tempel und an Maria, die nach der Geburt als gereinigt galt.

Die Kerzenweihe, die diesem Tag seinen Namen gab, verweist auf eine tiefere Bedeutung: Licht wird nicht nur entzündet, sondern bewusst gesegnet und dem Alltag anvertraut.

Herkunft und Bedeutung des Festes

Der Name „Lichtmess“ verweist auf die alte Praxis, Kerzen für das kommende Jahr zu weihen. Diese Kerzen dienten nicht nur zur Beleuchtung, sondern als Schutzzeichen in Krankheit, Gefahr und Übergangssituationen. Licht war Sicherheit, Orientierung und Hoffnung.

Theologisch steht Lichtmess für das Erkennen des Lichts in der Welt. In der biblischen Erzählung erkennt Simeon im Kind das „Licht zur Erleuchtung der Völker“. Spirituell gelesen geht es um das Erkennen des Wesentlichen – um Einsicht, Klarheit und innere Ausrichtung.

Was wird an Mariä Lichtmess gefeiert?

Mariä Lichtmess vereint mehrere Bedeutungsebenen:

Fest des geweihten Lichts: Kerzen stehen im Mittelpunkt. Sie symbolisieren nicht nur Helligkeit, sondern Bewusstsein, Schutz und Führung. Das Licht wird nicht entzündet, um Dunkelheit zu vertreiben, sondern um den eigenen Weg zu erhellen – Schritt für Schritt.

Fest der Reinigung: In der christlichen Tradition ist Lichtmess ein Reinigungsfest. Maria tritt gereinigt in den Tempel ein. Übertragen auf das eigene Leben geht es um innere Klärung: Welche Gedanken, Muster oder Bindungen dürfen gehen? Was darf neu geordnet werden?

Fest des Übergangs: Lichtmess markiert das Ende der tiefen Winterzeit. In vielen Regionen war es der Moment, an dem das Arbeitsjahr neu begann. Es ist ein Fest der bewussten Schwelle: zwischen Ruhe und Aktivität, zwischen Rückzug und Ausrichtung.

Maria – Trägerin des inneren Lichts

Maria steht an Lichtmess nicht als ferne Heilige, sondern als archetypische Figur: als Hüterin des Lichts, das durch sie in die Welt tritt. Sie verkörpert Hingabe, Vertrauen und innere Stärke. Ihr Licht ist kein machtvolles, sondern ein dienendes Licht – getragen von Demut und Klarheit.
Spirituell erinnert Maria daran, dass nicht alles sichtbar geplant oder kontrolliert werden muss. Manche Wege entstehen, indem man ihnen Raum gibt.

Lichtmess-Bräuche und ihre spirituelle Tiefe

Traditionell wurden an Lichtmess:

– Kerzen geweiht und für das Jahr vorbereitet
– Häuser gereinigt und neu geordnet
– Verträge gelöst oder erneuert
– Wintervorräte überprüft

Diese Bräuche verbinden äußere Ordnung mit innerer Ausrichtung. Sie zeigen: Lichtmess ist ein Fest der Vorbereitung – nicht des Vollzugs.

Mariä Lichtmess als innere Haltung

Mariä Lichtmess lädt ein, das eigene Licht bewusst wahrzunehmen und zu achten. Nicht alles muss jetzt umgesetzt werden. Es reicht, zu erkennen, was getragen werden will.

Dieses Fest fragt nicht: Was musst du tun?
Sondern: Was darf in dir leuchten?

Vielleicht ist Lichtmess genau der Moment, in dem du dein inneres Licht nicht heller machst, sondern beständiger und ihm erlaubst, dich durch die kommenden Monate zu führen.

Februar: Feste des Neubeginns, die, die Zeit des Erwachens feiern.
Valentinstag – Das Fest der liebenden Verbindung | 14. Februar

Der Valentinstag ist mehr als ein weltlicher Anlass für Blumen und Geschenke. In seinem innersten Kern ist er ein Tag, der uns an die Urkraft der Liebe erinnert. Jene feine, verbindende Energie, die alles Leben durchströmt. Liebe zeigt sich an diesem Tag nicht nur romantisch, sondern auch als Mitgefühl, Hingabe, Freundschaft und Selbstliebe.
Der Valentinstag lädt dazu ein, das Herz bewusst zu öffnen. Er erinnert uns daran, dass Liebe kein Besitz ist, sondern ein Fließen, ein Geben und Empfangen im Einklang. In vielen Traditionen gilt das Herz als Brücke zwischen Himmel und Erde. Am Valentinstag dürfen wir innehalten und uns fragen:
Wo darf ich liebevoller sein,  zu anderen und zu mir selbst?

Der Tag geht auf den heiligen Valentin zurück, einen christlichen Märtyrer des 3. Jahrhunderts. Der Legende nach traute er Liebespaare heimlich, obwohl dies verboten war, und schenkte ihnen Blumen aus seinem Garten. Sein Wirken war getragen von der Überzeugung, dass wahre Liebe göttlichen Ursprungs ist und nicht unterdrückt werden darf.
Noch weiter zurück reichen die Wurzeln in vorchristliche Zeiten, in denen Feste zur Wiederkehr des Lichts und zur Erneuerung der Lebenskräfte gefeiert wurden. Die Verbindung von Liebe, Fruchtbarkeit und Neubeginn war schon damals heilig.

Der Tag ist eine Einladung, Liebe bewusst zu feiern. Nicht als Pflicht oder Ideal, sondern als lebendige Kraft. Ein Tag, um Dankbarkeit zu spüren, Herzensverbindungen zu ehren und die leise Stimme der Liebe in uns selbst wahrzunehmen.
Denn letztlich beginnt jede Liebe dort, wo wir uns selbst mit offenen Augen und offenem Herzen begegnen.

Karneval & Aschermittwoch – Das heilige Spiel der Verwandlung vor der Stille

Karneval, Fasching und Fastnacht sind weit mehr als ausgelassene Feste. In ihrem spirituellen Kern sind sie eine Einladung, für einen Moment aus den festen Rollen des Alltags auszutreten und die Kraft der Verwandlung zu feiern. Masken, Kostüme, Tanz und Lachen öffnen einen Raum, in dem das Gewohnte aufgelöst wird und Neues entstehen darf.

Es ist eine besondere Schwellenzeit im Jahreskreis. Sie symbolisiert das bewusste Auskosten des Lebens unmittelbar vor dem Rückzug, das letzte Aufleuchten der Farben, bevor die Stille der Fastenzeit beginnt. In diesem Spannungsfeld zwischen Ausgelassenheit und Einkehr liegt ihre tiefe spirituelle Bedeutung.

Eine Zeit, in der die Identität wandelbar ist, und dass im Loslassen von Ordnung und Kontrolle eine tiefe, befreiende Wahrheit liegt.

Vom Ausdruck zur Einkehr

Durch Maskierung und Rollentausch darf das Verborgene sichtbar werden. Das Lachen wirkt reinigend, das Chaos ordnend. In vielen Kulturen gilt diese Phase als notwendiger Ausgleich. Ein bewusstes Durchbrechen von Regeln, um danach erneuert und geklärt in eine neue Ordnung zurückzukehren.
Denn Karneval ist kein Gegenpol zur Fastenzeit, sondern ihre Vorbereitung.
Durch Lachen, Tanz, Maskierung und Überschreitung wird das Innere gelüftet, damit Raum entsteht für das Wesentliche. Alles, was sich angestaut hat, darf sich zeigen und lösen.

Mit dem Aschermittwoch beginnt dann der bewusste Wandel:
von der äußeren Fülle zur inneren Klärung,
vom Feiern zum Lauschen,
vom Ausdruck zur Essenz.

Karneval ist damit ein kollektives Ritual der Seelenlüftung. Erst das bewusste Erleben der Fülle ermöglicht das ehrliche Loslassen.

Herkunft und Ursprünge

Die Wurzeln des Karnevals reichen tief in vorchristliche Zeiten zurück. Schon in antiken Kulturen wurden Feste gefeiert, um die Winterstarre zu vertreiben und die Lebenskräfte zu wecken. Besonders die römischen Saturnalien und dionysischen Feiern standen für Ekstase, Maskierung und die zeitweilige Aufhebung gesellschaftlicher Grenzen.

Diese Fruchtbarkeits- und Übergangsfesten, die den Winter verabschiedeten und das Leben beschworen, wurden mit der Christianisierung in den Kirchenkalender integriert. Karneval als letzte Phase des Genusses vor der Fastenzeit, der Rhythmus von Feiern – Verzicht – Erneuerung.

Das Wort Karneval wird oft auf carne vale zurückgeführt – „Fleisch, lebe wohl“. Es verweist auf den Abschied von Genuss und Überfluss und macht deutlich: Karneval ist kein zielloses Feiern, sondern auch heute noch ein bewusstes Ritual des Übergangs in die Fastenzeit.

Doch die alten, heidnischen Elemente blieben spürbar. Das Feiern des Lebens, der Körperlichkeit und der Erneuerung.

Weltweite Rituale und Bräuche

Europa – Masken & Narrentum: In Mitteleuropa stehen Masken, Umzüge und Narrengestalten im Mittelpunkt. Sie verkörpern archetypische Kräfte: den Trickster, den Narren, das Chaos. Durch sie darf Unausgesprochenes ausgesprochen und das Gleichgewicht neu justiert werden. Das Narrenspiele kulminieren in der symbolischen Beendigung am Aschermittwoch. Die Maske fällt, das Alltägliche kehrt zurück, gereinigt und neu ausgerichtet.

Alpenraum – Wintervertreibung: Perchtenläufe und archaische Masken dienen der symbolischen Vertreibung dunkler Kräfte des Winters. Das Wilde, Laute und Ungezähmte reinigt den Raum für den kommenden Frühling. Danach beginnt die Zeit der inneren Ordnung und Sammlung.

Venedig – Die spirituelle Maske: Die venezianischen Masken stehen für das Auflösen der Persönlichkeit. Hinter ihnen verschwinden Status und Geschichte. Ein Raum entsteht, in dem Begegnung auf Seelenebene möglich wird.

Brasilien – Tanz als Gebet. Der Karneval in Brasilien ist ein ekstatisches Ritual. Trommeln, Tanz und Körperbewegung verbinden die Teilnehmenden mit afrikanischen spirituellen Traditionen. Der Tanz wird zur Hingabe an das Leben selbst. Nach dem Höhepunkt folgt bewusst der Rückzug. Tanz als Loslassen, Stille als Integration.

Karibik – Ahnen & Befreiung: In Trinidad und anderen karibischen Regionen verbindet der Karneval afrikanische Ahnenrituale mit dem Ausdruck von Freiheit und Selbstermächtigung. Musik und Kostüme erinnern an Befreiung, Widerstand und kollektive Heilung.

Fokus

Karneval und Fasching laden uns ein, bewusst zu spielen, zu lachen, zu tanzen
und für einen Moment jemand anderes – oder ganz wir selbst – zu sein.
In der Maskierung liegt Wahrheit.
Im Chaos liegt Ordnung.
Im Feiern liegt Erneuerung.
Mit dem Ende des Karnevals öffnet sich ein neuer Raum, das Erlebte zu verdichten:
Was darf bleiben?
Was darf gehen?
Was möchte neu wachsen?
So wird Karneval zum Tor und die Fastenzeit zum Weg nach innen.

Viertes Jahreskreisfest – Frühlings-Tagundnachtgleiche um den 20./21. März | Astrologischer Frühlingsbeginn
Ostara – Fruchtbarkeit, neues Leben in der Balance zwischen Licht und Dunkelheit | Sonnenfest

Ostara – Frühlings-Tagundnachtgleiche 

Ostara markiert das Gleichgewicht von Licht und Dunkel. Samen werden gelegt, sichtbar und unsichtbar. Es ist die Zeit der Entscheidung: Was will genährt werden? Ostara lädt ein, Verantwortung für das eigene Wachstum zu übernehmen. Die Natur zeigt, dass Neubeginn nicht spektakulär beginnt, sondern konsequent. Balance ist hier kein Zustand, sondern eine lebendige Bewegung.
Wann feiern wir das Fest: um den 20./21. März
Die Herkunft & Bedeutung: vorchristlich-germanisch, Gleichgewicht von Licht und Dunkel
Was wird gefeiert: Balance, Saat, Neubeginn
Bräuche & Rituale: (Rote) Eier segnen, Samen legen, Naturgänge
Innere Haltung: bewusste Ausrichtung: Was du nährst, das wächst. 

Ostara (Eastre) – Ihr Name leitet sich vom altgermanischen Wort ēastre, was Osten bedeutet, ab. Aus dem Osten kommt das Licht – ex oriente lux – die Morgenröte.
Das “Morgenland”, das Reich der aufgehenden Sonne. Sie ist die germanische Göttin des Frühlings. Ihre Verbindung zum Osten symbolisiert den Neuanfang und das Licht, das mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche, die langen Tage einläutet. In vielen Kulturen wird Ostara auch mit der mesopotamischen Göttin Ischtar (Astarte) in Verbindung gebracht, die für Liebe, Fruchtbarkeit und Krieg steht. Deshalb kann es einmal Ischtar/Astarte heißen, oder eben Ostara/Eastre oder einfach nur “Star”, oder Stern. Beide Göttinnen symbolisieren den Planeten Venus, der sowohl als Morgen- als auch als Abendstern erscheint. Diese duale Natur spiegelt die Natur von Ostara (Morgen) als auch von Ischtar (Abend) wider und verdeutlicht die Notwendigkeit, sowohl das Licht als auch die Dunkelheit zu akzeptieren, um das volle Spektrum des Lebens zu erfahren. Der Morgenstern steht für Neuanfang und Hoffnung, während der Abendstern Reflexion und das Ende des Tages symbolisiert. Gemeinsam verdeutlichen sie die universellen Zyklen von Leben, Wachstum und Erneuerung.

Die Erzählung vom Weltenei
Eine alte Erzählung besagt, dass Ostara das „Weltenei“ gebar und es mit ihrer Wärme reifen ließ. Als das Ei schließlich zersprang, wurde die Welt geboren. Aus dem Dotter entstand die Sonne und aus den Schalen Himmel und Erde. Ob Mythos oder Sinnbild: Das Ei steht bis heute für Neubeginn und schöpferische Kraft.

Die Legende von Ostara und Ischtar – dem Morgen- und Abendstern

In einer Zeit, als die Welt noch jung war und die Götter oft unter den Menschen wandelten, lebten zwei mächtige Göttinnen, die für das Leben und die Fruchtbarkeit zuständig waren: Ostara, die Göttin des Frühlings, und Ischtar, die Göttin der Liebe und des Krieges.

Ostara war bekannt für ihre Fähigkeit, die Erde aus dem Winterschlaf zu erwecken. Mit ihrem goldenen Licht brachte sie die ersten Blumen zum Blühen und die Bäume zum Knospen. Die Vögel sangen in den Zweigen, und die Tiere kamen aus ihren Höhlen, um das neue Leben zu feiern. Ostara war die Hüterin des Lebens und der Erneuerung, und ihr Lächeln brachte Hoffnung und Freude in die Herzen der Menschen.

Ischtar hingegen war eine leidenschaftliche und kraftvolle Göttin, die sowohl die Liebe als auch den Krieg beherrschte. Sie war bekannt für ihre Schönheit und ihre unbändige Energie. Ischtar reiste oft zwischen den Welten, um die Herzen der Menschen zu berühren und sie zu inspirieren, ihre Träume zu verfolgen. Doch in ihrem Herzen trug sie auch die Trauer über die Zerstörung, die der Krieg mit sich brachte.

Eines Tages, als Ostara die Erde mit ihrem Licht erfüllte, bemerkte sie, dass die Menschen in einem tiefen Kummer gefangen waren. Die Kriege hatten viele Herzen gebrochen, und die Freude des Frühlings wurde von der Dunkelheit der Trauer überschattet. Ostara wusste, dass sie Hilfe brauchte, um das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod, Liebe und Krieg wiederherzustellen.

So rief sie Ischtar zu sich. „Komm, Schwester! Lass uns gemeinsam die Herzen der Menschen heilen. Deine Leidenschaft und meine Erneuerung können die Welt verändern.“

Ischtar, berührt von Ostara’s Bitte, stimmte zu. „Lass uns ein Fest der Liebe und des Lebens veranstalten, um die Menschen zu vereinen und die Dunkelheit zu vertreiben.“ Jede von uns hat für die Menschen die gleiche Zahl an Stunden. 

Die beiden Göttinnen versammelten die Menschen in einem großen, blühenden Tal. Ostara ließ die Blumen in allen Farben erblühen, während Ischtar mit ihrem Gesang die Herzen der Menschen öffnete. Sie tanzten und feierten, und die Freude erfüllte die Luft.

In dieser Nacht, als der Mond hoch am Himmel stand, schenkten Ostara und Ischtar den Menschen ein Geschenk: die Fähigkeit, die Liebe in ihren Herzen zu finden, selbst in den dunkelsten Zeiten. Sie lehrten sie, dass das Leben und die Liebe untrennbar miteinander verbunden sind und dass selbst nach dem härtesten Winter der Frühling immer wiederkehrt.

Um das Fest zu krönen, erschien der Morgenstern, der für den Neuanfang und die Hoffnung steht, und der Abendstern, der für die Liebe und die Träume symbolisiert. Der Morgenstern, der die Dunkelheit vertreibt und den neuen Tag ankündigt, erinnerte die Menschen daran, dass jeder Tag eine neue Chance bietet. Der Abendstern, der die Nacht mit seinem sanften Licht erhellt, symbolisierte die Liebe, die auch in der Dunkelheit leuchtet.

Von diesem Tag an feierten die Menschen das Fest von Ostara und Ischtar – die Frühlings-Tagundnachtgleiche, ein Fest der Fruchtbarkeit, der Liebe und der Erneuerung. Jedes Jahr, wenn der Frühling kam, erinnerten sie sich an die Legende der beiden Göttinnen und daran, dass das Licht immer die Dunkelheit besiegen kann, wenn man nur an die Kraft der Liebe glaubt.

Noch heute wird die Venus nicht nur als Morgen- und Abendstern verehrt, sondern auch als Symbol für die unendliche Kraft der Liebe und der Hoffnung. Wir schauen jeden Morgen und Abend zu ihr auf und erinnerten sich daran, dass jeder Tag eine neue Chance für Freude und Erneuerung bietet.

Ostern – Auferstehung und Sieg über den Tod und die Sünde

Ostern – Auferstehung und innere Wandlung, neues Leben

Ostern ist das Fest des Durchbruchs. Nach der Dunkelheit von Karfreitag und Grabesruhe bricht neues Leben hervor. Spirituell steht Ostern für Transformation: Das Alte stirbt, nicht um zu enden, sondern um sich zu verwandeln. Es geht um Vertrauen in Prozesse, die im Verborgenen wirken, und um den Mut, dem Leben neu zu begegnen. Ostern erinnert daran, dass Hoffnung nicht naiv ist, sondern eine Kraft, die trägt, wenn alles andere still wird.
Wann feiern wir: Ostern ist beweglich, es wird am erster Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling (März/April) gefeiert.
Herkunft & Bedeutung: christliches Hochfest, verbunden mit älteren Frühlings- und Auferstehungssymbolen
Was wird gefeiert: der Sieg des Lebens über den Tod, Transformation, Neubeginn
Bräuche & Rituale: Osterkerze, Feuer, Eier als Lebenssymbol, Morgengottesdienste
Innere Haltung: Vertrauen in Wandlung – auch nach Dunkelheit entsteht neues Leben

Die Magie und der Glaube von Ostern 

Das Osterfest spielt im Brauchtum vieler Länder eine zentrale Rolle und hat in mehreren  Glaubensrichtungen eine besondere Bedeutung. So fanden beispielsweise die christlichen Osterfeierlichkeiten im jüdischen Pessach Fest ein Vorbild.

Für den christlichen Glauben läutet der Palmsonntag die letzte Woche der 40-tägigen Fastenzeit mit der sogenannten Karwoche oder Stillen Woche ein. So besteht die Karwoche und Ostern aus den sogenannten Kartagen (Triduum Sacrum) bestehend aus Gründonnerstag (Abendmahl), Karfreitag (Kreuztod), Karsamstag (Grabesruhe) und der Grabesöffnung und Auferstehung am Ostersonntag und Ostermontag. Das Konzil von Nicäa legte im Jahr 325 fest, dass der Ostersonntag immer nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang liegt: frühestens am 22. März und spätestens am 25. April. Bis zum Jahr 1904 dauerte das Osterfest vier Tage, wurde auf drei Tage verkürzt und umfasst heute noch den Sonntag und Montag.

Während der Begriff »Karwoche« auf das althochdeutsche Wort »chara« – Kummer, klagen, trauern – zurückgeht, hat das Wort »Ostern« wohl einen angelsächsischen Ursprung. Es leitet sich nach den meisten Quellen von »Ostara« oder »Eostre« ab, dem angelsächsischen Namen der teutonischen Göttin der Morgenröte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Die Kraft dieser Feuergöttin teilt sich im Frühjahr durch die vorwärtsstürmende Energie des Lebens mit. Nach der Zeit des Ruhens im Winter entsteht die gesamte Natur wieder neu. Kräftige Farben vertreiben das grau. Tiere und auch Menschen spüren die Kraft der aufsteigenden Energie. Wir wollen diese Energie ausleben. In uns brennt das Feuer der Begeisterung und Kreativität, des Geistes, der Leidenschaft und des Mutes. Im Jahresrad ist dies die Energie, mit der wir unseren Träumen und Projekten, Kraft und Nahrung geben. Mit voller Kraft und Energie können wir nun daran arbeiten, dass sie sich manifestieren. Zum Osteras-Frühlingsfest, färbten die Frauen Eier in der Farbe des Mondblutes rot, um ihre eigene Fruchtbarkeit und die der gesamten Natur zu feiern.

Auch heute ist das beherrschende Sinnbild für Ostern, das Osterei, mehr noch als der Osterhase. Es gilt seit alters her als Symbol des Lebens, der Fruchtbarkeit und als Opfer- oder Liebesgabe. Die kirchliche Eierweihe ist schon im 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung nachweisbar. Funde in Worms brachten aus dieser Zeit bemalte Ostereier zu Tage. Im Mittelalter war Ostern der feste Zahlungstermin, an dem die Grundbesitzer Eier als Sachleistung für das gepachtete Land oder als Zinsen erhielten.

Erste Belege für den Osterhasen stammen aus dem Jahr 1678 von Georg Franck von Franckenau, einem Mediziner aus Heidelberg. Der Hase soll sich als Eierbringer vom Elsaß und der Pfalz in den anderen Landesteilen Deutschlands etabliert haben. Die Ostereier wurden ihm zugeschrieben, da Hennen keine bunten und verzierten Eier legen konnten.

Die Traditionen spiegeln sich in zahlreichen Osterbräuchen, aus alter und neuer Zeit wider. Es gibt vielerorts Frühlingsfeuer und Osterräder werden abgebrannt. Bäume, vor allem Obstbäume werden mit bunten Ostereiern und farbigen Bändern und Girlanden geschmückt. Auch im Haus finden wir nun bunte Eier, kleine Hasen und viel Grün. In der Karwoche wurde und wird noch heute in den Häusern fleißig gebacken, gekocht und geschmückt. Nach der langen Zeit des Fastens waren mit dem meist frühlingshaft warmen Osterfest wieder Lebenslust und Freude in die Familien und Dorfgemeinschaften eingekehrt, Kälte, Entbehrungen und Dunkelheit überwunden. Neben den Fruchtbarkeitssymbolen Eier und Hase – in jeglicher Form und Füllung – gibt es Traditionell verschiedenes geflochtenes Osterbrot, süße Osterlämmer, Ostermännchen/ -weibchen und süßes Hasenbrot aus Hefeteig, je nach Region.

Die christlichen/jüdischen Feiertage der Karwoche (Triduum Sacrum)

Nach der Karwoche wird Ostern als das Fest der Auferstehung Jesu gefeiert, dem Sieg des Lebens über den Tod. Diese tiefe Religiosität hat auch Wurzeln in vorchristlichen Frühlings-Ritualen zum Erwachen der Natur, der Sehnsucht nach dem Sonnenlicht und zahlreichen Symbolen von Fruchtbarkeit, zu denen auch die bunten Ostereier zählen.

Die orthodoxen Christen, die drittgrößte christliche Glaubensgemeinschaft, richtet sich nach dem Gregorianischen Kalender und feiert Ostern eine Woche später. Diese findet man hauptsächlich in Russland, Griechenland und in einigen meist östlichen Ländern. Die Kirchlichen Rituale sind etwas anders. Die Messen sind extra lang und dauern beispielsweise an Gründonnerstag vier Stunden. Der Höhepunkt ist am Karsamstag das „Heilige Feuer“. Es geht auf den Glauben zurück, das die Flamme auf wundersame Weise aus dem Grab Christi hervorgegangen ist. Die Menschen zünden Osterkerzen an und „Christo anesti“ – Jesus ist auferstanden, wird verkündet. In der orthodoxen Kirche wird Ostern größer gefeiert als Weihnachten.

Das jüdische Pessach Fest wird von den jüdischen Gemeinden in der Woche vom 15. bis 22. April gefeiert. Das Fest erinnert an den Auszug aus Ägypten, wonach dem Buch Moses, die Ägypter nach ihrer Befreiung aus der Sklaverei, 40 Jahre durch die Wüste in das gelobte Land Israel gewandert sind. Die Rituale zum Pessach beginnen bereits einen Monat vor Pessach. Am Abend vor Pessach feiern viele jüdischen Familien gemeinsam den Senderabend mit traditionellen Gebeten und dem Senderteller mit im Uhrzeigersinn vorgegebenen Speisen. Die beiden letzten Festtage beinhalten, das Danken an die neue Ernte (Omer) und das Gedenken an die verstorbenen Familienangehörigen (Jiskor).

In vielen europäischen Ländern – auch noch im Plattdeutschen – leitet sich der Name für das Osterfest aus dem hebräischen Wort Pessach bzw. aus dem aramäischen pas-cha ab.
Es ist, vor allem in den katholisch geprägten Regionen Brauch, die 12 Stationen des Leidensweges/Kreuzweg Christi in Passionsspielen nachzuvollziehen. An Ostersonntag erteilt der katholische Papst  mit dem „Urbi et orbi“ seinen apostolischen Segen „der Stadt und dem Erdkreis“. Doch es wird auch dem heidnischen Ursprung durch große Osterfeuer vielerorts gedacht. Das Osterfeuer symbolisiert die aufsteigende Sonne und erinnert daran, dass das ursprüngliche Fest um die Tagundnachtgleiche gefeiert wurde. Das geweihte Feuer galt als segen- und schutzbringend.  Es feiert fast jede Kultur das Erwachen der Natur im Frühling und des ruhigen, friedlichen Aufblühens. Vielleicht ist es auch dem österlichen Gedanken an ein Ende des Leidens, Frieden, Freiheit und Aufbruch in den 1960/70er Jahren zu verdanken, dass noch heute zu Ostern viele Ostermärsche für ein friedliches Miteinander stattfinden?

 Westlich christliche Rituale zu Ostern

Gründonnerstag (Abendmahl – Eucharistie)

Einer der ältesten kirchlichen Feiertage in Deutschland, der bereits seit 1500 Jahre gefeiert wird, ist der Gründonnerstag. Seit dem 12. Jahrhundert gilt er als Tag des letzten Abendmahls, das Jesu mit seinen 12 Jüngern, vor seiner Kreuzigung einnahm. Das brechen des Brotes und der gemeinsame, aus demselben Kelch getrunkene Wein, begründetet die noch heute durchgeführte Eucharistie-Feier, für die Brot und Wein das Symbol des Christentums sind. Der Name Gründonnerstag ist nicht ganz geklärt. Er könnte sich aus dem altdeutschen Wort „greinen“/“grienen“ ableiten, was so viel wie „weinen“ und so einen Verweis auf die Büßer bedeuten könnte. Oder der Name leitet sich von der Farbe Grün her, da im Mittelalter an diesen Tagen grüne Messgewänder getragen wurden. Verbreiteter ist, dass die Namensgebung sich von den grünen Frühlingskräutern – sieben Kräuter der Erneuerung – die in dieser Zeit zur Stärkung gesammelt und gegessen wurden, herleitet.

Karfreitag (Kreuztod)

Für die christliche Kirche ist der Karfreitag der höchste Feiertag des Glaubens. Es steht die Passionsgeschichte – die letzten Stunden Jesus – vom letzten Abendmahl über den Kreuzweg bis zur Todesstunde (15:00 Uhr),  im Mittelpunkt. An vielen Orten kommen Gläubige zusammen um den Passionsweg zu gehen. Die katholische und die evangelische Kirche haben für diesen Tag eine unterschiedliche Anschauung. So steht für Katholiken strenges Fasten und stille Fürbitten im Vordergrund, während die Protestanten das Symbol des Kreuzes und der Erlösung feiern. Auch heute noch sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen, die nicht dem Charakter des stillen Tages entsprechen, verboten. Zum Gedenken an die Zeit der Entbehrung wird heute Fisch gegessen, zum einen, weil dieser nicht als Fleisch gesehen wird und zum anderen eines der ältesten christlichen Symbole darstellt. Allgemein sind am Karfreitag laute Arbeiten untersagt, da sie die gebotene Ruhe stören. Vor allem Werkzeuge wie Hammer und Nägel sollen in Gedenken an die Kreuzigung ruhen. Gartenarbeit soll indes an diesem Tag gelingen und auf fruchtbaren Boden fallen.

Karsamstag (Grabesruhe)

Der Karsamstag ist ein stiller Tag. Die Kirchenglocken schweigen, es findet kein Gottesdienst statt und der Altar ist völlig schmucklos. Er dient der letzten Vorbereitung für die Osterfeiertage. Vom backen des Osterlamms bis hin zu den letzten Bastelarbeiten wird alles heute erledigt. Er gehört noch zu den Fastentagen, dennoch ist es vielerorts Brauch ein Eintopf, beispielsweise den »Mahnwacheneintopf« auf dem Herd köcheln zu lassen.  (Das Rezept findest du am Ende).

Ostersonntag und Ostermontag (Auferstehung)  

Am Ostermontag und Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu.
Am Ostersonntag wurde laut der Erzählung das Grab Jesu durch ein Erdbeben geöffnet, doch darin befand sich kein Leichnam. Engel verkündeten die Auferstehung Jesu. Am darauffolgenden Ostermontag machten sich zwei der Jünger voller Verzweiflung auf nach Emmaus. Ein Mann gesellte sich zu ihnen und erklärte ihnen den Sinn des Todes und des Leidens Jesu. Die Jünger erkannten Jesus nicht, doch sie überwanden die Verzweiflung und kehrten zurück nach Jerusalem, um fortan die Taten und Worte Jesu zu verbreiten. Aus dieser Erzählung ergibt sich noch eine mögliche Erklärung für den Namen. So könnte das Wort Ostern von „Osten“ abgeleitet werden – der Himmelsrichtung aus der man Jesus bei seiner Rückkunft erwartete.
Regional gibt es – neben den speziellen Bräuchen – auch kulinarische Besonderheiten zum Osterfest. Doch das beliebteste Gebäck ist das Osterlamm. Und hier schließt sich der Kreis. Das Osterlamm hat seinen Ursprung im jüdischen Pessach-/Passahfest, bei dem Traditionell ein Lamm zum Gedenken an Gott geopfert wurde. Das Opferlamm wurde lange als Symbol für die unschuldige Hingabe Jesu gesehen, weshalb der Verzehr von Lammfleisch an Ostern bis in das 16. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil von Ostern war. Heute findet man das Lamm meist als geformten Kuchen am Esstisch. Ich persönlich mag ja lieber einen saftigen Karottenkuchen ;-).

Passende Rezepte zu den Ostertagen. 

März/April: Fest die den Frühling und die Fruchtbarkeit feiern.
🎟️ Joseftag – wenn der Frühling wurzeln schlägt | 19. März

Der Josefstag ist dem heiligen Josef gewidmet, dem Schutzpatron der Familien, Handwerker und Arbeiter.
Er markiert in vielen alten Bauerntraditionen den Übergang vom ausgehenden Winter zum erwachenden Frühling. Die Tage werden spürbar länger, die Natur beginnt zu wachsen und die ersten Feldarbeiten starten. 
Der Tag steht für Fruchtbarkeit, Neubeginn und die Kraft des Werdens. Was im Winter geruht hat, beginnt nun sichtbar Gestalt anzunehmen.

Der Josefstag erinnert daran, den eigenen Vorhaben Vertrauen zu schenken. Es ist eine Zeit, um neue Ideen zu nähren, erste Schritte zu wagen und die aufsteigende Lebenskraft des Frühlings bewusst wahrzunehmen.

Walpurgisnacht – Die Nacht der Wahrheit | 30. April

Walpurgisnacht, die Nacht der Klarheit

Einordnung im Jahreskreis:
Die Walpurgisnacht liegt direkt vor Beltane und wirkt wie ein Übergangsritual. Sie steht weniger für Harmonie als für Klärung.

Wann wird sie gefeiert?
In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai.

Herkunft und Bedeutung:
Die Walpurgisnacht verbindet vorchristliche Fruchtbarkeits- und Schutzrituale mit späteren christlichen Überlagerungen. Ursprünglich war es eine Nacht, in der die Grenzen verschwammen und man sich bewusst von Altem verabschiedete.

Was wird gefeiert?
Nicht das Schöne, sondern das Echte. Es geht darum, Masken fallen zu lassen, sich innerlich zu reinigen und das zu benennen, was nicht mehr getragen werden will. Eine Nacht der Ehrlichkeit.

Göttinnen und ihre Bestimmungen:

  • Hekate – Göttin der Schwellen, Klarheit und inneren Führung
  • Holle/Holda/Perchta – Hüterin von Ordnung, Wahrheit und Zyklen
  • Lilith – Symbol für Unabhängigkeit, Selbstverantwortung und unverstellte Kraft

Diese Kräfte stehen für Grenzbewusstsein, Eigenmacht und den Mut, sich selbst nicht auszuweichen.

Bräuche und spirituelle innere Haltung:
Feuer, Räucherungen, bewusstes Loslassen alter Themen oder innerer Begrenzungen. Spirituell geht es um Klarheit statt Harmonie und um Selbstverantwortung statt Anpassung. Die innere Haltung ist aufrichtig, wach und kompromisslos ehrlich – sich selbst gegenüber.

Ritualimpulse

  • Nimm dir am Abend bewusst Zeit für eine Rückschau: Was fühlt sich schwer, überholt oder nicht mehr stimmig an?
  • Schreibe ein bis drei Themen auf, die du loslassen möchtest, und verbrenne oder zerreiße den Zettel achtsam.
  • Reinige dich symbolisch, zum Beispiel durch Räuchern, bewusstes Händewaschen oder eine kurze Atemübung.
  • Beende den Abend mit Stille statt Ablenkung. Klarheit entsteht im Nicht-Tun.

Affirmationen

  • Ich lasse los, was nicht mehr zu mir gehört.
  • Ich erkenne meine Wahrheit und stehe zu ihr.
  • Klarheit schenkt mir Freiheit.

Weitere Rituale findest du hier: Rituale im Jahreskreis


Der Sommer – Zeit des vollen Lichts, der Lebensfreude, der Verbundenheit und der Fülle.
Die Sommermonate Mai, Juni und Juli sind erfüllt von Fülle, Lebensfreude und Verbundenheit mit der Natur. Blütenfeste, Sonnenbräuche und alte Traditionen feiern das Licht und die Kraft des Lebens. Ich stelle dir hier die wichtigsten Stationen im Jahreskreis vor.
Nutze diese lichtvolle Zeit, um Freude zu teilen, die Natur bewusst zu erleben und die Fülle des Augenblicks zu genießen.

Fünftes Jahreskreisfest – Kreuzquartalsfest am 30. April – 01. Mai | germanisch-keltischer Sommerbeginn
Beltane – Der Sommer siegt über den Winter | Mondfest

Beltane: Das Leben drängt nach außen.

Einordnung im Jahreskreis:
Beltane ist das dritte Jahreskreisfest (Kreuzquartalsfest), das dem Mond zugeordnet ist. Es markiert den Übergang vom Frühling in den Sommer und liegt gegenüber von Samhain. Beltane steht für: Fruchtbarkeit, Leben, Lebenskraft, Vereinigung und Wachstum. Beltane feiert die „Explosion“ der Natur.

Wann wird es gefeiert?
In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai und am 1. Mai selbst.

Herkunft und Bedeutung:
Beltane stammt aus dem keltischen Jahreskreis. Der Name leitet sich vermutlich von Bel/Belenos, einem Licht- und Sonnengott, ab. Es ist ein Schwellenfest, an dem die Kräfte der Natur ihren Höhepunkt an Lebendigkeit erreichen und sich nach außen entfalten.

Was wird gefeiert?
Gefeiert wird das Leben selbst: Wachstum, Sinnlichkeit, Verbindung und Fruchtbarkeit. Nicht nur körperlich, sondern auch kreativ und seelisch. Alles, was im Inneren gereift ist, darf nun gelebt und gezeigt werden.

  • Göttinnen und ihre Bestimmungen:
    Flora: römische Göttin der Blüte, des Wachstums und der natürlichen Fülle
    Freya: nordische Göttin der Liebe, Sinnlichkeit und Selbstbestimmung
    Brigid: (in ihrer sommerlichen Qualität): Hüterin von Lebenskraft und schöpferischem Ausdruck.

Diese Göttinnen stehen für Verkörperung, Lebensfreude und die Erlaubnis, sich selbst und seine Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Bräuche und spirituelle innere Haltung:
Typisch sind Maifeuer, Tanzen, Spaziergänge in der Natur und das Schmücken mit Blumen oder Grün. Spirituell geht es um Präsenz im Körper, um Lust am Leben und um die bewusste Entscheidung, Ja zu sagen – zu Wachstum, Beziehung und zur eigenen Wahrheit.

Ritualimpulse:
• Verbringe Zeit draußen, möglichst barfuß oder in direktem Kontakt mit der Natur.
• Schmücke einen Ort mit Blumen oder Grün als Zeichen für Wachstum und Lebenskraft.
• Bewege dich bewusst: Gehen, Tanzen, Dehnen – alles, was dich wieder in deinen Körper bringt.
• Setze eine klare Intention: Was willst du in den kommenden Monaten wirklich leben?

Affirmationen

  • Ich erlaube mir, lebendig zu sein.
  • Meine Energie darf sichtbar werden.
  • Ich vertraue dem natürlichen Wachstum meines Lebens.

Weitere Rituale findest du hier: Rituale im Jahreskreis

Pfingsten – Wenn der Geist beweglich wird

Einordnung im Jahreskreis und/oder Kirchenjahr

Pfingsten wird 50 Tage nach Ostern gefeiert, meist an einem Sonntag. In vielen Ländern ist auch der folgende Montag ein gesetzlicher Feiertag.

Im Kirchenjahr gehört es zum Osterkreis und bildet dessen Abschluss. Es markiert den Übergang von der österlichen Zeit hin zum Wirken im Alltag. Im Jahreslauf liegt es im späten Frühling, einer Phase von Wachstum, Bewegung und Reife.

Herkunft und Bedeutung

Pfingsten erinnert an das biblische Geschehen, bei dem der Heilige Geist auf die Jünger herabkam. Nach der Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu waren sie in Jerusalem versammelt, als ein Brausen wie ein Wind aufkam und sich etwas zeigte, das wie Feuerzungen wirkte und jeden Einzelnen berührte.
Durch diese Erfahrung wurden die Jünger mit dem Heiligen Geist erfüllt, was ihnen die Fähigkeit gab, in verschiedenen Sprachen zu sprechen. Das war wichtig, weil viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern in Jerusalem versammelt waren. Mit dieser Gabe konnten die Jünger die Botschaft von Jesus Christus in alle Welt tragen.

So gilt Pfingsten als Geburt der Kirche, da an diesem Tag die Jünger ihre Mission begannen und die christliche Gemeinschaft sich ausbreitete. Die Christen feiern die Kraft des Heiligen Geistes, die den Jüngern Mut und die Fähigkeit gab, in verschiedenen Sprachen zu sprechen und das Evangelium zu verbreiten.
Heute wird das Fest mit Gottesdiensten und gemeinschaftlichem Beisammensein im Glauben begangen

Was wird gefeiert

Gefeiert wird Inspiration, Verständigung und innere Belebung. Pfingsten steht für den Moment, in dem etwas Inneres nach außen tritt: Sprache, Mut, Verbindung. Nicht Rückzug, sondern Teilhabe.

Göttinnen und ihre Bestimmungen (symbolische Entsprechungen)

Auch wenn Pfingsten kein Göttinnen bezogenes Fest ist, lassen sich archetypische Parallelen ziehen:

  • Sophia vom Rom, steht für Weisheit, Erkenntnis und geistige Klarheit. Sie bildet auch den Abschluss der Eisheiligen, das Tor zum Sommer. 
  • Brigid, die Ältere aus der keltischen Tradition. Sie steht für Feuer, Inspiration, Sprache und Heilung.

Beide stehen für das Belebt-Werden des Inneren und das Weitergeben dessen, was erkannt wurde.

Bräuche und spirituelle innere Haltung

  • Gottesdienste, oft mit Musik und gemeinschaftlichen Elementen
  • Symbolik von Wind, Feuer und Bewegung
  • Innerlich: Offenheit, Zuhören, Bereitschaft zur Verständigung
    Pfingsten lädt ein, der eigenen Stimme zu vertrauen und Verbindung zu suchen — nicht laut, sondern klar.

Weitere Rituale findest du hier: Rituale im Jahreskreis

Mai: Feste, die das Tor zum Sommer öffnen
Muttertag – Ein Tag für Herkunft, Fürsorge und Beziehung | Zweiter Sonntag im Monat

Der Muttertag geht auf Anna Jarvis zurück, die 1908 in den USA den ersten offiziellen Muttertag organisierte. Anlass war das Gedenken an ihre verstorbene Mutter, Ann Reeves Jarvis, die sich zeitlebens sozial engagiert hatte. Anna Jarvis verstand den Muttertag zunächst als persönlichen, stillen Erinnerungstag, nicht als kommerzielles Ereignis.

Sie setzte sich dafür ein, dass dieser Tag als Feiertag anerkannt wird, um die Bedeutung von Müttern und ihren Einfluss auf das Leben ihrer Kinder zu würdigen. 1914 wurde der Muttertag in den USA offiziell eingeführt, von wo aus er sich international verbreitete.

Heute wird der Muttertag weltweit gefeiert, wenn auch zu unterschiedlichen Terminen. Er ist eine Gelegenheit, Müttern Dankbarkeit und Wertschätzung zu zeigen — für Fürsorge, emotionale Präsenz, Begleitung und oft unsichtbare Arbeit. Gleichzeitig ist der Tag ambivalent: Er berührt nicht nur Freude, sondern auch Themen wie Verlust, unerfüllte Beziehungen oder unterschiedliche Mutterbilder.

Nicht nur die biologische Mutterschaft steht im Mittelpunkt, sondern auch das Mütterliche als Haltung:
nährend, schützend, begleitend, stärkend — manchmal auch fordernd. Der Muttertag lenkt den Blick auf Beziehungen, Herkunft und darauf, wie Fürsorge unser Leben prägt.

Göttinnen und archetypische Bezüge
Als symbolische Entsprechungen lassen sich mütterliche Archetypen benennen:

  • Demeter: Für Ernährung, Schutz und zyklische Verbundenheit
  • Isis: Für Fürsorge, Heilung und Bindung über Verlust hinaus
  • Maria (christlich gelesen): Für Hingabe, Vertrauen und Begleitung

Diese Figuren stehen nicht für Idealbilder, sondern für unterschiedliche Facetten des Mütterlichen.

Bräuche und innere Haltung

  • Blumen, Karten, Zeit miteinander
  • Gesten der Anerkennung, nicht der Perfektion
  • Innerlich: Dankbarkeit, Versöhnung, bewusste Erinnerung

Der Muttertag kann still oder feierlich begangen werden. Er lädt dazu ein, das Mütterliche im eigenen Leben wahrzunehmen — unabhängig davon, ob es konfliktfrei, nah oder fragmentarisch erlebt wurde.

Christi Himmelfahrt – Loslassen, damit etwas bleibt | 40 Tage nach Ostern

Christi Himmelfahrt liegt 40 Tage nach Ostern und gehört ebenfalls zum Osterkreis. Es ist ein Schwellenfest: zwischen Auferstehung und Pfingsten, zwischen Anwesenheit und Abwesenheit. Es wird immer an einem Donnerstag, 40 Tage nach Ostersonntag gefeiert. In vielen Ländern ist ein gesetzlicher Feiertag und wird zusätzlich als Vatertag gefeiert.

Herkunft und Bedeutung

Christi Himmelfahrt erinnert an den Moment, in dem Jesus sich nach biblischer Überlieferung von seinen Jüngern verabschiedet und „in den Himmel aufgenommen“ wird. Gemeint ist weniger ein räumliches Weggehen als ein Wechsel der Seinsweise: Jesus entzieht sich der direkten Sichtbarkeit, bleibt aber wirksam.

Was wird gefeiert

Gefeiert werden der Übergang und das Vertrauen. Nicht das Verschwinden, sondern das Überlassen von Verantwortung. Die Jünger stehen erstmals ohne unmittelbare Führung da und genau darin liegt die Zumutung und die Würde dieses Festes.

Göttinnen und ihre Bestimmungen (symbolische Entsprechungen)

Als archetypische Parallelen lassen sich nennen:

  • Hera: Hüterin von Ordnung, Schwelle und sozialer Verantwortung
  • Isis: für das Bewahren von Verbindung über Trennung hinaus

Sie stehen für Bindung ohne Festhalten und für die Kraft, Präsenz auch im Unsichtbaren zu erfahren.

Bräuche und innere Haltung

  • Gottesdienste, oft mit Blick nach oben oder in die Weite
  • In weltlicher Form auch Ausflüge und gemeinsames Unterwegssein
  • Innerlich: Loslassen, Vertrauen, Reifung
    Christi Himmelfahrt lädt ein, Verantwortung anzunehmen — nicht aus Pflicht, sondern aus innerer Klarheit.
🎟️ Die Eisheiligen – Wenn der Winter noch einmal grüßt | 11. – 15. Mai

Was sind die Eisheiligen?

Jedes Jahr zwischen dem 11. und 15. Mai – mitten in den ersten warmen Frühlingstagen – kann die Temperatur noch einmal dramatisch fallen. Nachtfrost, Kälteeinbrüche und sogar Schnee sind möglich, obwohl die Natur längst erwacht ist. Dieses wiederkehrende Wetterphänomen kennen wir als die Eisheiligen. Meteorologisch erklärt entsteht es durch kalte Luftmassen aus dem Norden oder Nordosten, die in dieser Zeit des Jahres immer wieder über Mitteleuropa hereinbrechen – ausgelöst durch bestimmte Druckverteilungen in der Atmosphäre. Die Bauern und Gärtner vergangener Jahrhunderte kannten dieses Phänomen aus langer Erfahrung – und gaben ihm Namen und Gesichter.

Entstehung und Geschichte

Die Eisheiligen sind eng mit dem alten Julianischen Kalender verbunden. Als die katholische Kirche im Laufe des Mittelalters ihre Heiligenkalender festlegte, fielen die Gedenktage dieser fünf Heiligen genau in jene Tage, die aus der Erfahrung vieler Generationen als besonders frostgefährdet galten.
Ursprünglich entstammt das Wissen um diese Kälteperiode der bäuerlichen Beobachtung über viele Jahrhunderte. Lange bevor es Thermometer oder Wetteraufzeichnungen gab, beobachteten Menschen aufmerksam die Natur – und erkannten Muster. Die Verknüpfung mit Heiligennamen war eine typisch mittelalterliche Art, Naturphänomene zu ordnen, zu erinnern und weiterzugeben. Die Namen machten das Wissen greifbar und überlieferbar.
Mit der Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 verschoben sich die Daten leicht – die ursprünglichen Gedenktage lagen im Julianischen Kalender etwas früher. Dennoch blieb das Phänomen bestehen und die Namen mit ihm.

Die Botschaft der Eisheiligen

Sie stehen für den letzten Widerstand des Winters – für jenen Moment im Jahreskreis, in dem das Alte noch einmal seine Kraft zeigt, bevor es endgültig dem Neuen weicht. Im Bild des Jahreskreises sind sie eine Einladung zur Geduld und Demut: Die Natur lässt sich nicht drängen. Alles hat seine Zeit.
Sie erinnern uns daran, dass Übergänge selten glatt verlaufen. Dass zwischen Aufbruch und Ankommen oft noch ein letzter rauer Wind liegt. Und dass genau dieser Wind uns lehrt, das Neue wirklich zu schätzen, wenn es dann endgültig kommt.
Und so endet der Reigen der Eisheiligen mit Sophia – der Weisheit. Als wollte die Natur sagen: Wer den letzten Frost geduldig durchsteht, dem gehört der Sommer.

Die fünf Eisheiligen  und ihre Bedeutung

11. Mai – Mamertus: Bischof von Vienne bei Lyon in Frankreich im 5. Jahrhundert. Er führte die sogenannten Bittgänge (Prozessionen vor Christi Himmelfahrt) ein. Gebete um Schutz vor Naturkatastrophen, Frost und schlechten Ernten. Passend also, dass ausgerechnet er den Reigen der Eisheiligen eröffnet. Er soll mehrere Wunder, zum Beispiel das Stoppen einer Feuersbrunst, vollbracht haben. Mamertus wurde bei Fiebererkrankungen, großen Dürren oder Erkrankungen der Brust um Beistand gebeten.
Er steht für das bewusste Bitten und Vertrauen – die Erkenntnis, dass wir nicht alles kontrollieren können, und die Demut, dies anzuerkennen.

12. Mai – Pankratius: Ein junger Christ, der um 304 n. Chr. in Rom als Märtyrer starb, angeblich im Alter von nur 14 Jahren. Sein Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet „der alles Beherrschende“. Im Volksmund heißt er der „strenge Herr“.
Er steht für Standhaftigkeit und innere Stärke und die Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten bei sich zu bleiben.

13. Mai – Servatius: Bischof von Tongern (heute Belgien) im 4. Jahrhundert. Er soll vor dem Einfall der Hunnen gewarnt haben und gilt als Beschützer vor Kälte und Frost. Im Volksmund heißt er der „Herr der Kälte“.
Er soll und daran erinnern, auf Zeichen und innere Stimmen zu hören, auch wenn sie unbequeme Wahrheiten bringen.

14. Mai – Bonifatius: Nicht zu verwechseln mit dem bekannteren Bonifatius, dem Apostel der Deutschen. Dieser Bonifatius war ein römischer Märtyrer des 3. Jahrhunderts. Im Volksmund trägt er den wenig schmeichelhaften Namen „Bonifaz, der Eismacher“.
Er steht für das Aushalten von Übergängen und die Bereitschaft, noch einmal Kälte zu ertragen, bevor die Wärme endgültig einzieht.

15. Mai – Sofia von Rom: Die Heilige Sofia war eine frühchristliche Märtyrerin. Sie schließt den Reigen der Eisheiligen ab und gilt im Volksmund als die „Kalte Sophie“. Oft ist sie die gefürchtetste von allen, da ihr Tag als letzter möglicher Frost- und Eistag gilt. Sophia bedeutet auf Griechisch „Weisheit“, und so trägt ausgerechnet die letzte und gefürchtetste der Eisheiligen den schönsten Namen.
Sie steht für Weisheit durch Erfahrung und die Erkenntnis, dass nach dem letzten Frost der Frühling endgültig siegt. Sie erinnert uns: Erst wenn wir das Schwierige wirklich durchgestanden haben, dürfen wir loslassen.

Bauernregeln zu den Eisheiligen

Die bäuerliche Tradition hat viele Regeln rund um die Eisheiligen hinterlassen – kurz, prägnant und aus langer Beobachtung geboren:

„Pankraz, Servaz, Bonifaz – drei Herren ohne Schatz. Doch wehe dem, der nicht bewacht, was sie mit seinem Garten macht.“

„Vor Bonifaz kein Sommer, nach Sophie kein Frost.“ → Die wohl bekannteste Regel: Erst nach dem 15. Mai ist der Frühling wirklich sicher.

„Mamertus, Pankratius und Servatius sind drei Frostherren ohne Erlass.“ → Sie kommen verlässlich – egal wie warm es vorher war.

„Kalte Sophie, das ist die letzte – danach pflanzt man ohne Reste.“ → Erst nach dem 15. Mai darf empfindliches Gemüse und zarte Pflänzchen sicher ins Freie.

„Was Pankraz nicht erfriert, das Servaz noch vollführt.“ → Eine warnende Erinnerung: Auch wenn der erste Frost ausbleibt, ist die Gefahr noch nicht vorbei.

Sechstes Jahreskreisfest – Sommersonnenwende um den 20./21. Juni | Astrologischer Sommerbeginn
Litha (Mittsommer) – Der längste Tag, die Wende im Licht | Sonnenfest

Litha ist das sechste Fest bzw. das dritte Sonnenfest des germanisch-keltischen Jahreskreises. Es markiert den Höhepunkt des Sonnenjahres. Nach Litha werden die Tage wieder kürzer, auch wenn das Licht noch stark ist.

Herkunft und Bedeutung

Litha wurzelt in vorchristlichen Sonnen- und Naturkulten. Die Sommersonnenwende war ein wichtiger Zeitpunkt für Ackerbaugesellschaften: Reife, Schutz und Segen für die kommende Ernte standen im Mittelpunkt. Zugleich ist es ein Wendepunkt: Das Licht erreicht sein Maximum und beginnt gleichzeitig, sich zurückzuziehen.

Das Fest steht für die Fülle, die Lebenskraft und das positive Bewusstsein, aber auch für die Einsicht, dass jedes Wachstum seine Grenze hat. Litha hält Spannung aus: Höhepunkt und Abschied im selben Moment.
In alter Zeit, sowie heute noch, vor allem in Schweden und anderen nordischen Ländern, ist der Midsomma das größte Fest des Jahres, das traditionell am Samstag rund um die Sonnenwende, zwischen dem 20. bis 24. Juni mit Blumenkränzen, Festen, Feuern und Ritualen gefeiert wird, um die Sonne und das Licht zu ehren und die Erntezeit einzuläuten.
Die Feste sind geprägt von Feuer, Licht und Gemeinschaft. Traditionell werden Lagerfeuer entzündet, um die Sonne zu ehren und böse Geister fernzuhalten. Es sind große feiern mit Musik, Tanz und Festessen im Freien. Es ist auch eine Zeit, um die Natur zu würdigen und die erste Ernte des Jahres zu feiern.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

  • Áine (keltisch): Sonne, Fruchtbarkeit, Schutz des Landes
  • Freya (nordisch): Lebenskraft, Sinnlichkeit, Verbindung von Liebe und Macht
  • Amaterasu (überkulturell): Sonnenlicht, Ordnung, Sichtbarkeit

Diese Göttinnen stehen für Strahlkraft, Eigenwert und Verantwortung für das Lebendige.

Bräuche und innere Haltung

  • Sonnenwendfeuer, Kräutersammeln, Wachbleiben bis zum Morgengrauen
  • Segnung von Feldern, Häusern, Lebensvorhaben
  • Innerlich: Dankbarkeit, Bewusstheit, Erdung
    Litha lädt ein, die eigene Fülle wahrzunehmen — ohne sie festhalten zu wollen.

Eine Anleitung für deinen eigenen Mittsommerblumenkranz findest du hier…- Viel Spaß.

Johannesfest – Das Licht, das weitergegeben wird

Der Johannistag steht außerhalb der Hochfeste, ist aber eng mit dem Oster- und Weihnachtsgeschehen verbunden. Er liegt bewusst nahe an der Sommersonnenwende und greift deren Symbolik auf. Das Johannisfest wird traditionell am 24. Juni gefeiert.

Herkunft und Bedeutung

Das Fest erinnert an Johannes den Täufer, der in der christlichen Tradition als Wegbereiter Jesu gilt.
Er war ein Prophet, der vor Jesus lebte und für ihn den Weg für seine Ankunft bereitete. Johannes war bekannt für seine Bußpredigten und das Taufen von Menschen im Jordanfluss, um sie auf das Kommen des Messias vorzubereiten. Er spielte eine zentrale Rolle, weil er die Menschen auf die Ankunft Jesu aufmerksam machte und ihn sogar taufte, was ein bedeutendes Ereignis in der christlichen Tradition ist.
Sein Leitsatz: „Er muss wachsen, ich aber kleiner werden.“
Diese Haltung spiegelt den Sonnenlauf: Nach dem Höchststand des Lichts beginnt dessen Rückgang.

Was wird gefeiert

Übergabe statt Besitz, Orientierung statt Selbstdarstellung. Johannes steht für Klarheit, Wahrhaftigkeit und das Wissen um den eigenen Platz.

Göttinnen und archetypische Entsprechungen

  • Hekate: Schwelle, Übergang, Erkenntnis
  • Brigid (in ihrer feurigen, prophetischen Qualität): Wahrheit, Sprache, innere Ausrichtung

Sie verkörpern Grenzbewusstsein und geistige Reifung.

Bräuche und innere Haltung

  • Johannisfeuer, oft mit Sprüngen als Zeichen der Reinigung
  • Sammeln von Johanniskraut als Symbol für Heilung und Licht
  • Innerlich: Klärung, Maßhalten, Ausrichtung

Das Johannesfest lädt dazu ein, das eigene Licht nicht zu vermehren, sondern richtig zu platzieren.

Juni/Juli: Feste die den Sommer prägen
Trinitatis/Dreifaltigkeitsfest – Die Einheit hinter allem | Sieben Tage nach Pfingsten

Wann wird es begangen?

Das Dreifaltigkeitsfest wird am Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Es gehört zu den wichtigen Festen im christlichen Kirchenjahr.
Trinitatis markiert den Übergang von der österlichen Festzeit in die sogenannte „Zeit im Jahreskreis“. Nach Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten richtet sich der Blick weniger auf einzelne Ereignisse, sondern auf das Wirken des Göttlichen im alltäglichen Leben.
Im Jahreslauf liegt das Fest nahe der Schwelle zum Sommer – eine Zeit, in der Natur, Licht und Wachstum ihre volle Kraft entfalten.

Trinitatis ist ein Fest der Verbundenheit. In der Tradition vieler Kulturen und Regionen wird dieser Tag durch festliche Gottesdienste, Prozessionen und den Beginn vieler Sommerfeste geprägt. Doch Trinitatis lädt uns zu mehr ein als nur äußerem Feiern.
Es ist ein Moment, innezuhalten und zu spüren, was uns mit dem Großen und Ganzen verbindet. Hier dürfen Gegensätze zusammenfinden und Vertrauen in einen Zusammenhang wachsen, der größer ist als wir selbst.
Das eigentliche Geschenk dieses Festes liegt in der Erkenntnis, dass das Leben kein Nebeneinander getrennter Einzelteile ist, sondern ein lebendiges, atmendes Ganzes, in dem alles miteinander verwoben ist.

 

Fronleichnam – Der Leib des Herrn, der mitgeht | 60 Tage nach Ostern

Fronleichnam gehört zum Osterkreis und folgt auf Pfingsten und den Dreifaltigkeitssonntag. Es ist eines der wenigen Feste, die nicht ein Ereignis aus dem Leben Jesu, sondern einen Glaubensinhalt feiern: die bleibende Gegenwart Christi in der Eucharistie.

Das Fest wird an zweiten Donnerstag nach Pfingsten (60 Tage nach Ostern) gefeiert.
In vielen Ländern ist der Donnerstag arbeitsfrei, andernorts wird das Fest am darauffolgenden Sonntag begangen.

Herkunft und Bedeutung

Fronleichnam entstand im 13. Jahrhundert. Entscheidenden Einfluss hatte Juliana von Lüttich, die sich eine stärkere Würdigung der Eucharistie wünschte.
1264 führte Papst Urban IV. das Fest für die gesamte Kirche ein.
Im Mittelpunkt steht der Glaube, dass Christus im geweihten Brot real gegenwärtig ist — nicht symbolisch, sondern leiblich gedacht. Diese Gegenwart wird nicht im Kirchenraum gehalten, sondern öffentlich in Prozessionen gezeigt.

Gefeiert wird die Nähe Christus zu den Gläubigen. Christus wird in der Gestalt der Hostie durch Straßen und Orte getragen.
Das Fest sagt: Glaube gehört nicht nur ins Innere oder ins Private, sondern in die Welt des Alltags — dorthin, wo Menschen leben.

Göttinnen und archetypische Entsprechungen

Da Fronleichnam stark christologisch geprägt ist, stehen weniger Göttinnen als archetypische Qualitäten im Vordergrund:

  • Demeter (als Entsprechung): Nahrung, Erhaltung des Lebens
  • Isis: Gegenwart des Göttlichen im Stofflichen
  • Maria: Leiblichkeit, Tragen, Hingabe

Diese Figuren stehen symbolisch für das Heilige im Konkreten, für Nahrung, Leib und Nähe.

Bräuche und innere Haltung

Zentral sind Eucharistische Prozessionen mit vier Altären, die oft die Himmelsrichtungen oder die Evangelien symbolisieren.
Blumenteppiche, Fahnen, Musik und gemeinsames Gehen prägen den Tag.

Innerlich geht es um:

  • Vertrauen in eine tragende Gegenwart
  • Würdigung des Alltäglichen
  • Verbindung von Glaube und Welt

Fronleichnam lädt dazu ein, das Heilige nicht abzuspalten, sondern mitzunehmen.

🌍 Fronleichnam in anderen Ländern (Auswahl)

Spanien: In Städten wie Toledo oder Sevilla ist Fronleichnam eines der prunkvollsten Feste. Straßen werden geschmückt, Balkone behangen, die Prozessionen sind stark gemeinschaftlich und öffentlich.

Polen: Hier ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag. Prozessionen führen durch Dörfer und Städte, oft mit Kindern in weißen Gewändern, die Blumen streuen. Betonung liegt auf Reinheit und Schutz.

Brasilien: In vielen Regionen werden aufwendige Blumenteppiche aus Sägemehl, Blüten und Sand gelegt. Sie zeigen biblische Motive und werden bewusst vergänglich gestaltet — als Zeichen für Hingabe und Zeitlichkeit.

Österreich & Südtirol: Stark landschaftlich geprägt: Prozessionen führen durch Felder, manchmal auch über Seen (z. B. auf Booten). Der Segen gilt ausdrücklich Natur, Arbeit und Lebensgrundlagen.

🎟️ Schafskälte – Der kühle Atem mitten im Sommerbeginn | 4. – 20. Juni

Die Schafskälte bezeichnet eine meteorologische Wetterphase, die im bäuerlichen Sinn als „Lostage” bezeichnet wird. Sie tritt meist zwischen dem 4. und 20. Juni auf, besonders häufig um den 11. Juni herum.
Die Schafskälte liegt an der Schwelle zwischen Frühling und Hochsommer. Obwohl die Tage bereits lang und hell sind, kehrt oft überraschend kühle Luft zurück. Sie wirkt im Jahreskreis wie eine Erinnerung: Wachstum braucht nicht nur Wärme, sondern auch Stabilisierung und Erdung.

Herkunft und Bedeutung

Der Name leitet sich aus der Landwirtschaft ab. Schafe wurden traditionell im Frühsommer geschoren. Kam danach ein Kälteeinbruch, konnten die Tiere frieren. Die Schafskälte ist ein Beispiel dafür, dass die Natur niemals geradlinig verläuft. Auf Phasen schnellen Wachstums folgt oft eine Phase der Sammlung.

Göttinnen und archetypische Entsprechungen

Archetypisch steht die Schafskälte zwischen: Aufbruch und Rückzug, Wärme und Klarheit, Wachstum und Prüfung.
Dies entspricht den Göttinnen: Demeter, Persephone und Skadi, die den Ackerbau, die Fruchtbarkeit und die Ernte symbolisieren. Sie stehen für das Gedeihen der Erde, den Kreislauf von Saat und Getreide sowie den mütterlichen Schutz.

In der bäuerlichen Tradition war die Schafskälte ein Mahnruf zur Wachsamkeit: Die jungen Pflanzen mussten geschützt, das Wetter aufmerksam beobachtet und plötzliche Wetterumschwünge bedacht werden. Unsere Vorfahren wussten, dass die Natur ihren eigenen Takt hat, und dass es klug ist, ihm zu folgen.
Diese Weisheit ist auch heute noch kostbar. Geduld, wenn es nicht so schnell geht wie erhofft. Flexibilität, wenn der Wind dreht. Und ein tiefes Vertrauen darauf, dass die Natur weiß, was sie tut – auch wenn es im Moment nicht danach aussieht.
Die Schafskälte erinnert uns nämlich auf wunderbare Weise daran, dass ein Rückschritt kein Rückfall ist. Er ist oft einfach nur ein notwendiger Teil eines größeren Reifeprozesses – so wie der letzte Frost den Sommer nicht verhindert, sondern ihn lediglich etwas verzögert.

 

🎟️ Johannistag – Die Kraft des Sommers in voller Blüte | 24. Juni

Johanni wird am 24. Juni gefeiert und liegt nahe der Sommersonnenwende. Der Tag ist Johannes dem Täufer gewidmet und gehört zu den bedeutenden Lichtfesten des Jahres.

Johanni steht für Reife, Wachstum und die Fülle des Sommers. Die Natur zeigt sich in ihrer ganzen Kraft, die ersten Früchte können geerntet werden und vielerorts beginnt die Heuernte. Traditionell galt dieser Lostag auch als wichtiger Wetteranzeiger. Die Menschen beobachteten Himmel, Pflanzen und Tiere, um Rückschlüsse auf die kommende Erntezeit zu ziehen.

Johanni erinnert daran, die Fülle des Lebens wahrzunehmen und das bereits Erreichte zu würdigen. Es ist eine Zeit der Dankbarkeit, des Genusses und des bewussten Erlebens der sommerlichen Lebenskraft.

 

 

 

🎟️ Siebenschläfer – Wenn das Wetter seinen Kurs bestimmt | 27. Juni

Der Siebenschläfertag fällt auf den 27. Juni und zählt zu den bekanntesten Lostagen im deutschsprachigen Raum.

Nach einer alten Bauernregel prägt das Wetter rund um diesen Tag die Wetterlage der kommenden Wochen. Meteorologisch lässt sich tatsächlich beobachten, dass sich Ende Juni häufig stabile Großwetterlagen einstellen. 
Für die Landwirtschaft war dieser Tag von großer Bedeutung, da Regen oder Trockenheit entscheidenden Einfluss auf Wachstum und Ernte hatten.
Der Siebenschläfertag erinnert daran, die Rhythmen der Natur zu beobachten und anzuerkennen, dass nicht alles planbar ist. Er steht für Vertrauen in natürliche Prozesse und für die Kunst, sich den Gegebenheiten anzupassen.

 

 

🎟️ Hundstage – Die stehende Hitze des Sommers | 23. Juli – 23. August

Die Hundstage liegen im Kern des Hochsommers. Die Natur steht unter Spannung: Alles ist ausgereift, vieles wirkt erschöpft. Wachstum verlangsamt sich, Reife dominiert.
Im bäuerlichen Jahreslauf, den Lostagen, gelten sie als kritische Zeit – für Mensch, Tier und Ernte. Meteorologisch sind es die meist die heißesten und schwülsten Tage des Jahres.

Der Name geht auf den Hundsstern Sirius, im Sternild Großer Hund (Canis Major), zurück, den hellsten Stern am Himmel. In der Antike ging Sirius zeitgleich mit der Sonne auf. Man glaubte, seine zusätzliche Strahlkraft verstärke die Hitze auf der Erde.
In Ägypten kündigte das Erscheinen von Sirius die Nilflut an – lebensnotwendig und fruchtbar. In Griechenland und Rom verband man die Hundstage dagegen mit Krankheit, Erschöpfung und Unruhe.

So tragen die Hundstage bis heute einen ambivalenten Charakter: Sie stehen für Lebensfülle und Überforderung zugleich.

Die Hundstage sind kein klassisches Fest, sondern eine Zeitqualität. Es ist eine Zeit in der man keine großen Vorhaben beginnen und körperliche Anstrengung reduzieren sollte. Respektiere die Hitze, werde langsamer, mache bewusste Pausen und ziehe dich in den Schatten und das Kühle zurück. Während der Hundstage galt es, keine Heilpflanzen zu sammeln, da ihre Kraft als „verbrannt“ angesehen wurde. Wasser wurde besonders geachtet und geschützt, Tiere geschont und körperliche Anstrengung vermieden. Die Zeit galt zudem als sensible Phase, in der Krankheiten leichter auftreten konnten, weshalb man aufmerksam und vorsichtig lebte.

Göttinnen und archetypische Kräfte

  • Isis – ägyptische Himmels- und Muttergöttin
    Bestimmung: Erneuerung, Schutz, kosmische Ordnung
  • Sekhmet – Löwengöttin der Hitze
    Bestimmung: Zerstörung und Heilung
  • Helios / Sol (männliches Prinzip, ergänzend)
    Bestimmung: brennende Klarheit, unerbittliches Licht

Die Hundstage bündeln die ungefilterte Kraft der Sonne – ohne Mäßigung.

Innere Haltung

Die Hundstage lehren Maßhalten. Nicht alles, was möglich ist, ist jetzt sinnvoll.
Es geht vor allem um Selbstfürsorge, Akzeptanz von Grenzen und Geduld

Innerlich ist es eine Zeit des Aushaltens, nicht des Gestaltens. Die Kraft liegt im Rückzug – nicht im Tun.


Der Herbst – Zeit der Ernte, der Dankbarkeit, der Besinnung und der Wandlung.
Die Herbstmonate August, September und Oktober stehen im Zeichen von Ernte, Dankbarkeit und Wandlung. Mit den Erntefesten und den kürzer werdenden Tagen beginnt die Natur, sich auf den Rückzug vorzubereiten. Ich stelle dir hier die wichtigsten Stationen im Jahreskreis vor.
Nutze diese Zeit, um Bilanz zu ziehen, Dankbarkeit zu üben und dich achtsam auf die ruhigere Jahreszeit einzustimmen.

Siebtes Jahreskreisfest – Kreuzquartalsfest am 1. August | germanisch-keltischer Herbstbeginn
Lughnasadh – Dank für die Fülle und Überfluss | Mondfest

Lughnasadh ist eines der vier keltischen Kreuzquartalsfeste und liegt zwischen der Sommersonnenwende (Litha) und der Herbst-Tagundnachtgleiche (Mabon). Es markiert den Übergang vom Wachstum zur Ernte – den Moment, in dem sichtbar wird, ob die Arbeit des Jahres trägt.
Der Name Lughnasadh bedeutet „Versammlung des Lugh“. Lugh ist in der keltischen Mythologie ein vielbegabter Gott: Lichtbringer, Hüter der Künste, des Handwerks, der Ordnung und der inneren Klarheit. Er steht für Können, Verantwortung und reife Kraft.

Der Sage nach hat Lugh dieses Fest zu Ehren seiner Mutter, der Göttin Tailtiu, ins Leben gerufen. Tailtiu war eine irische Göttin, die die landwirtschaftliche Arbeit und die Ernte symbolisierte. Der Legende nach hat sie den Menschen das Ackerbauwissen gebracht und sich für sie geopfert. Ihr Tod machte die Ernte erst möglich. Lughnasadh erinnert damit an einen zentralen Zusammenhang:
Fülle entsteht nicht ohne Einsatz, und jede Ernte hat ihren Preis.

Ursprünglich war Lughnasadh ein Volksfest: mit Spielen, Wettkämpfen, Märkten, Musik und rituellen Handlungen. Opfergaben – oft Getreide, Brot oder Früchte – wurden dargebracht, um Dank zu zeigen und um Schutz für die restliche Ernte zu bitten. Heute wird das Fest schlicht begangen:

  • Backen oder Teilen von Brot
  • Danksagung für das, was bereits gelungen ist
  • Bewusstes Innehalten: Was habe ich gesät – was beginnt jetzt zu tragen?

Göttinnen und göttliche Kräfte

  • Tailtiu – Erdgöttin, Mutterkraft, Verkörperung der mühevollen Fürsorge
    Bestimmung: Ackerbau, Fruchtbarkeit, Hingabe
  • Lugh – Licht, Handwerk, geistige Klarheit
    Bestimmung: Verantwortung, schöpferische Ordnung, Meisterschaft

Mancherorts wird Lughnasadh auch mit der reifen Gestalt der Großen Göttin verbunden: nicht mehr jung und wachsend, sondern tragend, bewusst und nährend.

Bräuche und innere Haltung

Lughnasadh steht für die ehrlichen Dankbarkeit. Nicht überschwänglich, sondern klar. Es geht um:

  • Anerkennung der eigenen Arbeit
  • Akzeptanz von Verlust und Vergänglichkeit
  • Bereitschaft, etwas herzugeben, damit anderes leben kann

Innerlich ist es ein Fest des realistischen Blicks:
Die Zeit der Möglichkeiten weicht der Zeit der Ergebnisse.

Lammas, das Schnitterfest – Dank für die Gaben der Erde

Lammas („Loaf Mass“, Brotmesse) oder auch Schnitterfest ist die christliche Entsprechung von Lughnasadh und wird ebenfalls am 1. August gefeiert. Es ist ein Dankfest für die erste Getreideernte, insbesondere für das Korn, aus dem Brot entsteht.
Lammas wurzelt in der existenziellen Erfahrung früher Gemeinschaften.
Unsere Vorfahren waren eng verbunden mit ihrer Umwelt und dem Land. Für sie war es von existenzieller Bedeutung, auch die Feinsten jahreszeitlichen Veränderungen in der Natur zu bemerken. Das Überleben der ganzen Sippe hing davon ab, dass die Ernte erfolgreich war. Es galt abzuschätzen, wann der richtige Zeitpunkt für die Getreide- und die Kräuterernte gekommen war. Wurde zu früh geerntet, konnte es sein, dass ein Teil des Getreides noch unreif war. Erntet man jedoch zu spät, vernichtet vielleicht ein Gewitter die Ernte, oder die Früchte verdarben auf dem Feld. Zentrales Thema von Lammas ist der „Tod“ des Getreides. Die Ähre stirbt, um den Menschen zu ernähren. Zu Ehren des Korns wird die erste oder die letzte Garbe auf dem Feld stehen gelassen. Anderswo bindet man Kornmuttern aus den Ähren, verbrennt diese feierlich oder trägt sie nach Hause. In England und Irland werden heute die Brotlaibe aus dem ersten Getreide in einer feierlichen Prozession in die Kirche getragen und in der sogenannten „Loaf Mess“ geweiht. In Weißrussland wird das traditionelle Erntebrot Karawai in Form von Blumen oder einer Sonne gebacken.

=> Rituale, Rezepte für das Lammasbrot und das Binden eines Kräuterstraußes.

Bräuche und innere Haltung

Es ist das Fest, das die Verbindung zwischen den Menschen und der Natur sowie den Kreislauf des Lebens widerspiegelt: Wachstum – Reife – Opfer – Nahrung – Neubeginn.
Es erinnert daran, dass nichts selbstverständlich ist und dass Fülle aus Beziehung entsteht: zwischen Menschen, Erde und Zeit.

Lammas ist kein lautes Fest. Es lädt ein zu:

  • Dankbarkeit ohne Anspruch
  • Demut gegenüber den natürlichen Rhythmen
  • Anerkennung dessen, was möglich war – und dessen, was nicht

Lammas Gebet:

Dank für die Segnungen.
Dank für das, was gewachsen ist.
Dank für die Lehren der Erde und ihrer Zeit.

Wir danken für das Korn,
das sich hingibt, um uns zu nähren.
Für Sonne und Regen,
für Arbeit und Geduld.

Große Mutter,
du lehrst uns Fülle und Vergänglichkeit zugleich.
Hilf uns, die wahre Ernte zu erkennen –
im Feld und in uns selbst.

Wir danken für alles, was uns geschenkt wird.
Und für die Kraft, es zu empfangen.

August: Feste des hohen Sommers die langsam den baldigen Herbst spüren lassen
🌀 Lion’s Gate – Löwentor des hohen Sommer | 8. August

Jeden Sommer ereignet sich ein ganz besonderes astrologisches Ereignis: das Lion’s Gate Portal, auch „Löwentor“ genannt. Zwischen dem 26. Juli und dem 12. August entfaltet diese kosmische Kraft sich am Himmel und erreicht am 8. August ihren strahlenden Höhepunkt.

Während des Löwenportals leuchtet Sirius, der hellste Stern am Nachthimmel, besonders hell und steht in einer Linie mit der Sonne. Durch diese Verbindung herrscht eine erhöhte kosmische Energie. Am 8. 8. befinden sich die Sonne, die Erde, Sirius und der Gürtel des Orion auf einer Linie, sodass die volle Kraft des Portals ihre Wirkung entfaltet.

Es ist, als würde sich ein energetisches Tor öffnen und Hoffnung, Glück sowie neue Möglichkeiten in unser Leben strömen lassen. Dieses Ereignis gilt sogar als galaktisches Neujahr. Sirius ist nicht nur ein funkelnder Stern, sondern steht auch für Glück, Weisheit, Hoffnung und Reichtum. Rund um das Löwentor schenkt uns seine Energie eine einzigartige Gelegenheit: Jetzt ist die Zeit, um Wünsche zu manifestieren und Träume in greifbare Nähe zu rücken.

Aus numerologischer Sicht ist der 8.8. ebenfalls ein ganz besonderer Tag. Die Acht steht für Wiedergeburt, Auferstehung und den Zugang zur spirituellen Welt. Es handelt sich also um eine kraftvolle Verbindung, die uns neue Wege eröffnet.

In der Astrologie steht das achte Haus unter dem Zeichen des Skorpions. Dieses Wasserzeichen gilt als geheimnisvoll, leidenschaftlich und durchsetzungsstark. Das sind die perfekten Eigenschaften, um Ziele mit Nachdruck zu verfolgen und Herzenswünsche Wirklichkeit werden zu lassen.
Und bis zum 22. August erleben wir gleichzeitig die Löwe-Saison, die unsere Kreativität, Lebensfreude und unser Selbstbewusstsein beflügelt.

Nutze diese Zeit, um an dich selbst zu glauben, deine Talente zu entdecken und mit frischer Kraft neu durchzustarten.
Der Tag lädt dich ein, die kosmischen Kräfte bewusst zu nutzen, denn jetzt erreichen die Energien ihren Höhepunkt. Wenn du dich heute auf deine Spiritualität einlässt, kannst du innerlich wachsen und dich persönlich weiterentwickeln. Das Manifestieren – also das gezielte Visualisieren und Aussprechen von Herzenswünschen – fällt jetzt besonders leicht. Mit klarem Geist und offenem Herzen kannst du deine Ziele erkennen, deine Wünsche formulieren und sie mit positiver Energie ins Leben rufen.

So manifestierst du besonders wirkungsvoll:
Nimm dir bewusst Zeit für dich und schaffe eine ruhige Atmosphäre. Ideal ist es, wenn du vorher ein paar Atemübungen, eine Meditation oder eine sanfte Yoga-Sequenz machst, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.
Lenke deinen Blick nach innen und spüre aufmerksam in dich hinein: Welche Wünsche und Ziele möchtest du manifestieren?
Formuliere deine Manifestation klar und deutlich. Spreche sie laut oder leise aus. Mit geschlossenen Augen fällt es oft leichter, sich ganz darauf zu konzentrieren.
Schreibe deine Wünsche auf. Beim Aufschreiben und Lesen deiner Worte kannst du dir noch intensiver vorstellen, was du verwirklichen möchtest.
Stelle dir bildhaft vor, wie dein Wunsch bereits Realität ist. Tauche mit allen Sinnen in diese Vorstellung ein.
Wiederhole deine Manifestationen regelmäßig, bis du spürst, dass dein Wunsch in deinem Leben bereits einen festen Platz eingenommen hat.
Schließe dein Ritual schließlich mit der Überzeugung ab, dass das Manifestierte entweder bereits da ist oder sich schon bald erfüllen wird.

🎟️ Tränen des Laurentius – Leisen Wünsche des Mitgefühls | 10.-14. August

Die „Tränen des Laurentius“ liegen im Hochsommer, zwischen Lughnasadh/Lammas und Mariä Himmelfahrt.
Im Kirchenjahr sind sie mit dem Gedenktag des heiligen Laurentius verbunden (10. August).
Im Jahreskreis markieren sie eine Zeit des Innehaltens: Die erste Ernte ist eingebracht, die Hitze steht noch, doch der Blick richtet sich bereits nach oben – weg vom Feld, hin zum Himmel.
Es ist die Zeit bei der, der zugehörige Sternschnuppenstrom, die Perseiden, besonders gut sichtbar.
Laurentius war ein römischer Diakon des 3. Jahrhunderts. Als Verwalter des Kirchenvermögens sollte er die Reichtümer der Kirche an Kaiser Valerian herausgeben. Statt Gold und Silber führte er Arme, Kranke und Bedürftige vor und erklärte sie zu den wahren Schätzen der Kirche.
Für diesen Affront wurde Laurentius hingerichtet. Der Legende nach fiel in der Nacht seines Todes ein außergewöhnlich starker Sternschnuppenregen vom Himmel. Seitdem werden die Perseiden im Volksglauben als „Tränen des Laurentius“ bezeichnet.

Naturwissenschaftlich handelt es sich um Staubteilchen des Kometen Swift–Tuttle, die in der Erdatmosphäre verglühen. Spirituell gesehen verbinden sich hier Leid, Mitgefühl und Hoffnung.

Es sind die Nächte in denen wir Still werden, den Nachthimmel beobachten und uns etwas wünschen. Die Wünsche werden traditionell nicht laut ausgesprochen, sondern innerlich formuliert – klar, aber ohne Erwartungsdruck.

Die Tränen des Laurentius laden zu Mitgefühl und Bescheidenheit ein.
Sie erinnern daran, dass Wert nicht im Besitz liegt, sondern in Beziehung.
Innerlich ist es eine Zeit für:

  • ehrliche Wünsche
  • stilles Erinnern
  • Vertrauen in Wandlung
Mariä Himmelfahrt – Kräuterkrone des Sommers | 15. August.

Mariä Himmelfahrt liegt im späten Hochsommer, kurz nach Lammas und mitten in der Zeit der vollen Kräuter- und Heilpflanzenkraft. Im Kirchenjahr gehört es zu den Marienfesten und markiert einen Wendepunkt: Die Natur steht noch in Fülle, doch der Rückzug des Sommers ist bereits spürbar. Im Jahreskreis entspricht das Fest einer Phase des Sammelns, Bewahrens und Segnens, bevor die Reife langsam in Vergänglichkeit übergeht.

Mariä Himmelfahrt erinnert an den Glauben, dass Maria nach ihrem Tod mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Historisch lässt sich das Fest ab dem 5. Jahrhundert nachweisen, dogmatisch wurde es erst 1950 festgeschrieben.
Unter der christlichen Deutung liegt jedoch eine deutlich ältere Schicht:
Der 15. August war in vielen vorchristlichen Kulturen ein Fest der Ernte- und Kräuterfülle, ein Zeitpunkt, an dem Heilpflanzen als besonders wirksam galten. Maria übernahm hier die Rolle der schützenden, segnenden Muttergestalt, die zwischen Himmel und Erde vermittelt.

So steht Mariä Himmelfahrt weniger für Entrückung, sondern für Vollendung, Reife und Bewahrung.

Der zentraler Brauch ist die Kräuterweihe. Gebunden werden sogenannte Kräuterbuschen, meist aus sieben, neun oder zwölf Pflanzen – Zahlen mit symbolischer Bedeutung.

Typische Kräuter sind Beifuß, Johanniskraut, Schafgarbe, Kamille, Salbei, Minze und Ringelblumen. Die geweihten Kräuter wurden früher im Haus aufgehängt, dem Vieh im Futter beigegeben, bei Krankheit verräuchert oder getrocknet im Winter als Schutz verbrannt.
Heute begehen wir das Fest etwas schlichter. Kräuter werden in achtsamer Haltung gesammelt und zu Sträußen/Kränzen gebunden. Aufgehängt oder im Haus aufgestellt sind sie der Dank für Gesundheit, bieten Schutz und fördern die innere Stabilität.

Göttinnen und weibliche Prinzipien

Neben Maria lassen sich viele Parallelen zu älteren Göttinnen erkennen:

  • Maria – Gottesmutter, Himmelskönigin
    Bestimmung: Schutz, Fürsorge, Vermittlung, Heilung
  • Isis (ägyptisch) – Himmels- und Muttergöttin
    Bestimmung: Wiedergeburt, Magie, Schutz der Lebenskraft
  • Demeter (griechisch) – Erdmutter
    Bestimmung: Fruchtbarkeit, Ernte, zyklisches Wissen
  • Freya (nordisch) – Liebes- und Erdgöttin
    Bestimmung: Fülle, Wandel, weibliche Souveränität

Maria verbindet viele dieser Qualitäten: Sie steht für mütterliche Präsenz ohne Machtanspruch, für eine stille, tragende Kraft.

Bräuche und innere Haltung

  • Kräutersammeln in den frühen Morgenstunden
  • Weihe oder Segnung der Kräuter in der Kirche oder im Stillen
  • Aufbewahren der Kräuter über den Winter
  • Räuchern zu Übergangszeiten oder bei Krankheit

Der Brauch verbindet praktisches Wissen mit spirituellem Vertrauen.

Mariä Himmelfahrt lädt ein zu:

  • Dankbarkeit für das, was gereift ist
  • Vertrauen in Schutz und Führung
  • Bewusstem Bewahren statt weiterem Wachstum

Innerlich ist es ein Fest der leisen Gewissheit:
Nicht alles muss festgehalten werden – manches darf in guter Ordnung losgelassen werden.

Es geht um Verwurzelung und Ausrichtung zugleich: mit den Füßen auf der Erde, mit dem Blick nach innen gerichtet.


Achtes Jahreskreisfest – Herbst-Tagundnachtgleiche um den 21./22. September | Astrologischer Herbstbeginn
Mabon – Das Gleichgewicht im Übergang – Ernte und Abschied | Sonnenfest

Mabon ist das der acht Feste im Jahreskreis. Es markiert die Herbst-Tagundnachtgleiche, an der Tag und Nacht gleich lang sind. Danach nimmt die Dunkelheit spürbar zu. Es ist das zweite Erntefest nach Lughnasadh und steht am Übergang vom äußeren Sammeln zum inneren Bewahren.

Der Name „Mabon“ bezieht sich auf Mabon ap Modron, der Sohn der göttlichen Mutter (Modron). In der der keltisch-walisischen Mythologie symbolisiert er das göttliche Kind, dass mit dem Herbst und das Licht-Dunkel-Gleichgewicht symbolisiert. Historisch ist aber kein keltisches Fest dieses Namens eindeutig belegt. Gefeiert wurde jedoch in vielen Kulturen die Herbst-Tagundnachtgleiche als Ernte- und Schwellenzeit.
Inhaltlich steht Mabon für Ausgleich, Reife und Bilanz. Die große Ernte ist eingebracht, Vorräte sind angelegt, das äußere Wachstum ist abgeschlossen. Das Licht und die Dunkelheit stehen für einen Moment im Gleichgewicht, der stille Wendepunkt.

Wir feiern die Fülle der Erde und zugleich unsere eigene Ernte im übertragenen Sinn. Es ist eine Zeit, um wahrzunehmen, was in diesem Jahr gewachsen ist – an Erfahrungen, Beziehungen, Einsichten. Was trägt wirklich? Und was darf nun gehen, weil seine Zeit erfüllt ist?

Oft kommen wir zu einem gemeinsamen Essen zusammen, mit dem, was die Saison bereithält: reife Früchte, Brot, vielleicht ein Glas Wein. Kleine Dankrituale mit Gaben aus der Natur machen sichtbar, dass Wachstum nicht selbstverständlich ist. An den Abenden zünden wir Kerzen an – nicht festlich überhöht, sondern als stilles Zeichen dafür, dass das Licht nun spürbar abnimmt.
Mabon ist kein ausgelassenes Fest wie Litha. Es ist ruhiger, sammelnder. Es lädt dazu ein, das eigene Gleichgewicht bewusst zu betrachten und sich innerlich auf die kommende dunklere Jahreszeit einzustimmen.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

Typische archetypische Entsprechungen sind:

  • Demeter: reife Mutter, Ernte, Versorgung und Loslassen
  • Persephone: Übergang in die Unterwelt, Annahme der dunkleren Zeit
  • Modron (walisisch): Urmutter, Herkunft, zyklische Rückkehr

Sie stehen für Reife, Rückzug und das Wissen um den Kreislauf.

Bräuche und innere Haltung

  • Erntegaben auf Altären oder in der Natur
  • Danklisten oder persönliche Jahresrückschau
  • Teilen von Nahrung

Innerlich geht es um:

  • Dankbarkeit ohne Besitzanspruch
  • Annahme von Begrenzung
  • Vorbereitung auf die stille Zeit

Mabon fragt: Was nährt mich wirklich – und was ist abgeschlossen?

Erntedankfest – Dank für das, was trägt

Das Erntedankfest ist kein Hochfest im engeren Sinne, sondern ein Brauchtums- und Dankfest im Herbst. Im deutschsprachigen Raum wird es meist am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. International variieren die Termine stark (z. B. Thanksgiving in den USA im November).
Es steht nicht im direkten Oster- oder Weihnachtskreis, sondern im Rhythmus des landwirtschaftlichen Jahres.

Erntedank hat vorchristliche Wurzeln in agrarischen Kulturen, in denen der Abschluss der Ernte Anlass zu Dank und Bitte um Schutz war. Im christlichen Kontext wird die Ernte als Gabe Gottes verstanden. Der Mensch sät und arbeitet, doch Wachstum bleibt unverfügbar.
Biblisch prägen Texte wie:

  • Psalm 65 („Du krönst das Jahr mit deinem Gut“)
  • Die Schöpfungserzählungen
  • Gleichnisse Jesu vom Säen und Wachsen

Das Fest betont: Der Mensch lebt nicht aus eigener Leistung allein.

Im Mittelpunkt des Festes stehen Dankgottesdienste. Kirchen werden mit Obst, Gemüse, Getreide, Brot und Blumen geschmückt. Oft wird eine Erntekrone gebunden, ein Symbol für die Fülle und Kreislauf. Die Gaben werden häufig gespendet, etwa an soziale Einrichtungen. Damit verbindet sich Dank mit Verantwortung. In ländlichen Regionen gibt es Umzüge, Musik und gemeinschaftliches Essen. In städtischen Gemeinden liegt der Fokus stärker auf Bewahrung der Schöpfung und nachhaltigem Leben.

Göttinnen und archetypische Entsprechungen

Hier lassen sich symbolische Parallelen ziehen:

  • Demeter: Ernte, mütterliche Versorgung
  • Ceres (römisch): Ackerbau, Kulturleistung
  • Maria (im christlichen Verständnis): Empfang und Weitergabe von Gnade

Diese Göttinnen stehen für Empfangen, Nähren und Weitergeben.

Bräuche und innere Haltung

  • Darbringen von Erntegaben
  • gemeinsames Singen und Beten
  • Teilen mit Bedürftigen

Innerlich geht es um:

  • Dankbarkeit statt Selbstverständlichkeit
  • Demut gegenüber natürlichen Grenzen
  • Verantwortung für die Schöpfung

Erntedank fragt nicht nur: Was habe ich bekommen?
Sondern auch: Wie gehe ich mit dem Empfangenen um?

September/Oktober: Feste die den Herbst und die dunklere Zeit einläuten
Mariä Geburt – Verborgener Anfang | 8. September

Mariä Geburt liegt im frühen Herbst, kurz vor der Herbst-Tagundnachtgleiche.
Im Kirchenjahr gehört es zu den Marienfesten und lenkt den Blick auf den Beginn eines Weges, nicht auf seine Vollendung. Im Jahreskreis ist es eine leise Schwellenzeit: Die große Sommerfülle neigt sich dem Ende, die Ernte wird konkreter, das Licht nimmt spürbar ab.
Das Fest erinnert an die Geburt Marias, der Mutter Jesu. Historisch ist es seit dem 6. Jahrhundert belegt. Theologisch steht es für die Vorbereitung eines neuen Abschnitts, für das Werden im Stillen.
Unter der kirchlichen Deutung liegt ein älteres Motiv: die Geburt der Hoffnung zur Zeit der reifenden Erde. Während die Natur beginnt, sich zurückzuziehen, wird hier neues Leben angekündigt.

Das Fest wird meist in ruhiger Form begangen, etwa durch Marienandachten, das Entzünden von Kerzen oder die Segnung von Kindern. Im privaten Rahmen kann dieser Tag Anlass sein, dankbar auf das eigene Gewordensein zu blicken und sich neuer innerer Vorhaben oder leiser Herzensprojekte bewusst zu werden.

Göttinnen und weibliche Prinzipien

  • Maria – junge Mutter, Trägerin von Verheißung
    Bestimmung: Vertrauen, Hingabe, Neubeginn
  • Parallelen zu Persephone (griechisch)
    Bestimmung: Übergang zwischen Licht und Dunkel
  • Parallelen zu Freya in ihrer jungen Gestalt
    Bestimmung: Fruchtbarkeit, zarte Lebenskraft

Hier zeigt sich das archetypische Bild der jungen Göttin, die das Neue trägt.

Bräuche

  • Weihe von Saatgut in manchen Regionen
  • Beginn kirchlicher Arbeitsjahre
  • kleine Lichterprozessionen

Innere Haltung

Mariä Geburt lädt ein, dem Unscheinbaren Raum zu geben. Nicht alles Große beginnt laut. Es ist eine Zeit für Vertrauen, Geduld und die Bereitschaft, etwas wachsen zu lassen, ohne es zu drängen.

🎟️ Michaelis – Die Schwelle zur dunklen Jahreszeit | 29. September

Michaelis ist dem Erzengel Michael gewidmet. Der Lostag liegt nahe der Herbst Tagundnachtgleiche und markiert den Übergang in die ruhigere Jahreszeit.
Traditionell war Michaelis ein wichtiger Orientierungspunkt für Bauern und Landwirte. Die Erntezeit näherte sich ihrem Ende und die Natur begann, sich auf den Winter vorzubereiten.

Das Wetter rund um Michaelis wurde aufmerksam beobachtet, da man daraus Hinweise auf den kommenden Winter ableitete. Zugleich begann die Zeit des Einlagerns, Vorratsschaffens und der Vorbereitung auf die kalten Monate.

Michaelis steht für Klarheit, innere Stärke und bewusste Ausrichtung. Der Tag erinnert daran, das Wesentliche zu erkennen, Überflüssiges loszulassen und die eigenen Kräfte für die kommende Winterzeit zu sammeln.

Tag der Deutschen Einheit – Gemeinsames Zusammenführen | 3. Oktober

Der 3. Oktober liegt im Herbst, in einer Zeit des Sammelns und Zusammenführens. Die Ernte wird eingebracht, Felder werden geräumt, Unterschiede werden sichtbarer. Es ist kein kirchliches Fest, sondern ein staatlicher Feiertag mit gesellschaftlicher Bedeutung.

Der Tag erinnert an die staatliche Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990. Er steht für das Überwinden von Trennung, für politische und gesellschaftliche Neuordnung.

Im Kern geht es an diesem Tag um die Heilung von Spaltung, um die Zusammenführung getrennter Teile und um die Verantwortung für gemeinsames Handeln. Gefeiert wird dies durch offizielle Feierstunden, Bürgerfeste sowie durch Begegnungen und Gespräche, die Austausch und Verständnis fördern. Im persönlichen Rahmen kann der Tag bewusst für Versöhnung genutzt werden, für achtsame Begegnungen und für Dankbarkeit gegenüber dem Frieden, in dem wir leben dürfen.

Göttinnen und archetypische Kräfte

  • Hestia – Hüterin des gemeinsamen Herdes
    Bestimmung: Gemeinschaft, innerer Frieden
  • Frigg – Bewahrerin des Hauses
    Bestimmung: Verantwortung, Fürsorge für das Ganze
  • Die Große Mutter als Land
    Bestimmung: Boden, Zugehörigkeit

Hier zeigt sich das Motiv der Gemeinschaft auf gemeinsamem Grund.

Bräuche

  • Gemeinsames Singen
  • Hissen der Flagge
  • kulturelle Veranstaltungen

Spirituelle innere Haltung

Der Tag der Einheit erinnert daran, dass Gemeinschaft Arbeit bedeutet.
Einheit heißt nicht Gleichheit, sondern Verbindung trotz Unterschied.
Es ist eine Einladung, den eigenen Beitrag zum Miteinander zu prüfen.

Reformationstag – Erneuerung des Gewissens | 31. Oktober

Der Reformationstag liegt am Übergang zum späten Herbst, nahe bei Samhain/Allerheiligen. Im Kirchenjahr erinnert er an die reformatorische Bewegung innerhalb des Christentums. Im Jahreskreis ist es eine Zeit der Klärung und Reduktion.

Der Tag erinnert an Martin Luthers Veröffentlichung seiner 95 Thesen im Jahr 1517. Er markiert den Beginn einer Bewegung, die kirchliche Strukturen hinterfragte und das individuelle Gewissen stärker betonte.
Der Reformationstag wird vielerorts mit Gottesdiensten begangen, begleitet von Vorträgen, Gesprächen und gemeinsamem Singen. Dabei steht nicht nur die historische Erinnerung im Mittelpunkt, sondern auch die Auseinandersetzung mit persönlichen Glaubensfragen. Über den kirchlichen Rahmen hinaus kann dieser Tag Anlass sein für eine ehrliche Selbstprüfung, für die Klärung eigener Werte und für das bewusste Loslassen von Überzeugungen, die nicht mehr tragen. Ein Tag der über die Eigenverantwortung, der innere Prüfung zu einer Reform im eigenen Leben führen kann.

Göttinnen und archetypische Kräfte

  • Sophia – Weisheit
    Bestimmung: Erkenntnis, Unterscheidungskraft
  • Athene – klare Vernunft
    Bestimmung: Strategie, kluges Handeln
  • Die weise Alte im Jahreskreis
    Bestimmung: Wahrheit, Reduktion auf das Wesentliche

Der Tag trägt die Qualität der klaren, nüchternen Entscheidung.

Bräuche

  • Lesen reformatorischer Texte
  • Gemeindefeste
  • Lichter in dunkler werdenden Tagen

Innere Haltung

Der Reformationstag fragt: Was trägt – und was nicht mehr?
Er lädt ein, Verantwortung für den eigenen Weg zu übernehmen.
Nicht Rebellion um der Rebellion willen, sondern bewusste Erneuerung.


Der Winter – Die mystisch, magische Zeit der Einkehr, Erinnerung und des Loslassen.
Die Wintermonate November, Dezember und Januar sind geprägt von Festen, Bräuchen und besonderen Gedenktagen. Während der November mit Ahnenfesten, Erinnerung und Einkehr den Blick nach innen richtet, stehen Dezember und Januar im Zeichen von Licht, Hoffnung und Neubeginn. Viele dieser Tage stelle ich dir hier und im Adventskalender, als wichtige Stationen im Jahreskreis vor. Es sind seit jeher besondere Schwellenzeiten die für Rückblick, Loslassen und Neuorientierung stehen.
Nutze die stille Jahreszeit bewusst um Klarheit zu gewinnen und den Blick auf das Kommende zu richten.

Erstes Jahreskreisfest – Mondfeste vom 31. Oktober bis 1. November | germanisch-keltischer Winterbeginn
Samhain – das Tor zur dunklen Jahreshälfte | Kreuzquartalfest und keltisches Neujahr

Samhain ist das erste der der acht keltischen Jahreskreisfeste und markiert den Übergang von der hellen in die dunkle Jahreshälfte. Es steht im Jahreskreis zwischen Mabon und Jul. Traditionell beginnt Samhain mit dem Sonnenuntergang am 31. Oktober und reicht bis zum 1. November.

Der Name Samhain stammt aus dem Altirischen und bedeutet etwa „Ende des Sommers“. Ursprünglich war es ein keltisches Neujahrsfest, das das Ende der Erntezeit und den Beginn des Winters kennzeichnete.
Die Vorräte waren eingebracht, die Felder ruhten, und die Menschen richteten ihren Blick nach innen. In alten Überlieferungen galt Samhain als eine Zeit außerhalb der gewöhnlichen Ordnung. Die Grenzen zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt wurden als durchlässig empfunden. Eine Zeit, in der die Schleier zwischen der Welt der Lebenden und der Geisterwelt besonders dünn sind. Deshalb war es in der Vergangenheit üblich, dass die Menschen Kerzen und Feuer anzündeten, um die Geister zu vertreiben oder auch um die Ahnen zu ehren.
Es wird erzählen, dass die Seelen der Verstorbenen an diesem Tag zurückkehren, um bei ihren Familien zu sein. Geister und andere übernatürliche Wesen sollen an diesem Abend besonders aktiv sind. So hat man bereits in alter Zeit begonnen Masken und Kostüme getragen, um die Geister zu täuschen oder zu vertreiben.
Heute erkennen wir Samhain in den Bräuchen von Halloween (All Hallows Ève), der Nacht zu Allerheiligen, wieder. Es werden Kürbisse geschnitzt, Süßigkeiten gesammelt und gruselige Dekorationen verwendet.
So ist Samhain eine Mischung aus alten Mythen, spirituellen Ritualen und heutigen Feierlichkeiten, die die Verbindung zwischen den Welten und die Erinnerung an die Ahnen zelebrieren.

Das Fest feiert den Abschluss eines Zyklus und den Beginn eines neuen. Es erinnert an die Vergänglichkeit allen Lebens und an die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Eine Zeit des Loslassens, der Ahnenverehrung und der inneren Einkehr. Die Dunkelheit wird nicht als Gegensatz zum Leben verstanden, sondern als Raum der Wandlung, der Regeneration und der Weisheit.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

Mit Samhain werden vor allem dunkle und weise Göttinnen verbunden:

Die Cailleach
Die alte Göttin des Winters, der Berge und der uralten Weisheit. Sie verkörpert den Rückzug der Natur, die Kraft des Alterns und die Zeit der inneren Sammlung.

Die Morrígan
Die keltische Göttin von Schicksal, Wandel und Übergang. Sie steht für Transformation, Ahnenwissen und die Fähigkeit, Altes hinter sich zu lassen.

Hekate
In vielen modernen spirituellen Traditionen wird auch Hekate mit Samhain verbunden. Als Hüterin von Schwellen und Kreuzwegen begleitet sie Übergänge und innere Wandlungsprozesse.

Bräuche und innere Haltung

Zu Samhain wurden Feuer entzündet, um Schutz zu schenken und die Gemeinschaft zu stärken. Man gedachte der Ahnen, stellte Speisen für Verstorbene bereit oder ließ einen Platz am Tisch frei. Masken und Verkleidungen dienten ursprünglich dazu, umherziehende Geister zu verwirren oder fernzuhalten. 

Die innere Haltung von Samhain ist geprägt von Rückschau, Dankbarkeit und Loslassen. Es ist eine Zeit, um das vergangene Jahr zu würdigen, Abschied von Überholtem zu nehmen und sich auf die stille Kraft des Winters einzustimmen.

Allerheiligen – Erinnerung an die Gemeinschaft der Heiligen

Allerheiligen ist ein Hochfest der christlichen Kirchen und gehört zu den bedeutenden Gedenktagen des Kirchenjahres. Es würdigt alle Heiligen, bekannte wie unbekannte. 
Das Fest wird am 1. November gefeiert. Besonders in katholisch geprägten Regionen schließt sich am 2. November Allerseelen an, der dem Gedenken aller Verstorbenen gewidmet ist.

Die Ursprünge des Festes reichen bis in die frühe Kirche zurück. Bereits im vierten Jahrhundert gedachte man der Märtyrer. Im Laufe der Zeit entstand daraus ein eigener Festtag für alle Heiligen, die durch ihr Leben, ihren Glauben und ihr Wirken als Vorbilder gelten.

Der Termin Anfang November fiel in eine Zeit, in der in Europa bereits ältere Ahnen und Totenbräuche verbreitet waren. Dadurch entstanden in vielen Regionen Verbindungen zwischen christlichen und volkstümlichen Traditionen.

Allerheiligen erinnert an die Gemeinschaft aller Heiligen und an die Verbundenheit zwischen den Lebenden und den Verstorbenen im christlichen Glauben. Im Mittelpunkt stehen Dankbarkeit, Erinnerung und die Würdigung eines Lebens, das von Mitgefühl, Glauben und Hingabe geprägt war.

Heilige Frauen und weibliche Sinnbilder

Im Christentum stehen keine Göttinnen im Mittelpunkt. Stattdessen werden heilige Frauen verehrt, die bestimmte Qualitäten verkörpern:

Maria
Sie steht für Liebe, Fürsorge, Hingabe und Vertrauen.

Hildegard von Bingen
Sie verkörpert Weisheit, Heilkunst und die Verbindung zwischen Spiritualität und Natur.

Elisabeth von Thüringen
Sie steht für Mitgefühl, Nächstenliebe und soziale Verantwortung.

Bräuche und innere Haltung

An Allerheiligen und Allerseelen besuchen viele Menschen die Friedhöfe, schmücken Gräber mit Blumen und entzünden Kerzen für ihre Verstorbenen. Das Licht gilt als Zeichen der Erinnerung und der Hoffnung. In manchen Regionen werden besondere Speisen gebacken oder mit der Familie geteilt. Volksglauben und alte Überlieferungen erzählen bis heute davon, dass die Grenze zwischen den Welten in dieser Zeit besonders durchlässig sei.

Die spirituelle Haltung von Allerheiligen verbindet Erinnerung mit Dankbarkeit. Das Fest richtet den Blick auf die Spuren, die Menschen hinterlassen haben, und auf die Werte, die über Generationen weitergetragen werden.

Día de Muertos – wenn Erinnerung zum Fest des Lebens wird

Der Día de Muertos ist eines der bedeutendsten Feste Mexikos. Er verbindet indigene Traditionen mit christlichen Einflüssen und fällt zeitlich mit Allerheiligen und Allerseelen zusammen. Die Feierlichkeiten beginnen am 31. Oktober und dauern bis zum 2. November.
Der 1. November ist traditionell den verstorbenen Kindern gewidmet. Am 2. November gedenkt man der verstorbenen Erwachsenen.
Die Wurzeln reichen mehrere Jahrtausende zurück und liegen in den Traditionen indigener Völker Mittelamerikas, insbesondere der Azteken. Nach der spanischen Eroberung verbanden sich diese Bräuche mit den christlichen Gedenktagen Anfang November. Der Tod wird nicht als endgültiger Abschied verstanden, sondern als Teil eines fortdauernden Kreislaufs von Leben, Tod und Erinnerung.
Día de Muertos feiert die bleibende Verbindung zwischen den Lebenden und ihren Verstorbenen. Die Toten werden nicht betrauert, sondern als Teil der Familie und Gemeinschaft willkommen geheißen.

Erinnerungen, Geschichten und gemeinsame Mahlzeiten stehen im Mittelpunkt. Das Fest würdigt das Leben ebenso wie den Tod.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

Die bekannteste Göttin des Festes ist:

Mictecacíhuatl
Die aztekische Herrscherin der Unterwelt und Hüterin der Verstorbenen. Sie wacht über die Seelen und begleitet ihren Weg zwischen den Welten.
Oft wird auch die Figur der La Catrina genannt. Sie ist keine Göttin, sondern eine kulturelle Symbolfigur. Das elegante Skelett erinnert daran, dass der Tod alle Menschen verbindet, unabhängig von Herkunft oder sozialem Stand.

Bräuche und innere Haltung

Familien errichten kunstvoll geschmückte Altäre, sogenannte Ofrendas. Sie werden mit Fotos, Kerzen, Räucherwerk, Lieblingsspeisen und persönlichen Erinnerungsstücken der Verstorbenen ausgestattet.
Besonders wichtig sind die leuchtend orangefarbenen Studentenblumen, auch Cempasúchil genannt. Ihr Duft und ihre Farbe sollen den Seelen den Weg weisen.
Auf Friedhöfen wird gemeinsam gegessen, musiziert, erzählt und erinnert. Bunte Totenschädel aus Zucker, kunstvolle Dekorationen und festliche Umzüge gehören ebenso zum Brauchtum.

Die spirituelle Haltung des Día de Muertos ist geprägt von Verbundenheit, Lebensfreude und Erinnerung. Der Tod erscheint nicht als Gegenpol des Lebens, sondern als natürlicher Teil eines größeren Kreislaufs, in dem die Beziehungen zu den Verstorbenen bestehen bleiben.

 

November: Feste zwischen Erinnerung, Licht und innerer Einkehr.
Allerseelen – Tag des stillen Erinnerns | 2. November

Allerseelen gehört zum christlichen Kirchenjahr und folgt unmittelbar auf Allerheiligen. Während an Allerheiligen aller Heiligen gedacht wird, richtet sich der Blick an Allerseelen auf die Verstorbenen
Allerseelen wird jedes Jahr am 2. November gefeiert. Der Gedenktag schließt die Festtage von Allerheiligen und Allerseelen ab, die vielerorts als zusammengehörige Zeit des Erinnerns verstanden werden. 

Die Ursprünge von Allerseelen reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Im Jahr 998 führte Abt Odilo von Cluny einen besonderen Gedenktag für alle Verstorbenen ein. Von dort verbreitete sich der Brauch in weiten Teilen Europas. Im Mittelpunkt steht die Verbundenheit mit den Verstorbenen. Die Erinnerung an Menschen, die das eigene Leben geprägt haben, bleibt lebendig und erhält einen festen Platz im Jahreslauf.
Allerseelen ist kein Fest im klassischen Sinn, sondern ein Tag des Gedenkens. Die Verstorbenen stehen im Mittelpunkt. Es wird ihrer gedacht, für sie gebetet und ihrer Lebensgeschichte Raum gegeben.

Der Tag erinnert daran, dass Beziehungen nicht mit dem Tod enden, sondern in Erinnerung, Liebe und Dankbarkeit weiterwirken.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

Im christlichen Glauben gibt es keine Göttinnen. In spirituellen Naturtraditionen werden jedoch weibliche Archetypen mit den Themen Erinnerung, Ahnenweisheit und Übergang verbunden.

Hekate
Die Hüterin von Schwellen und Übergängen. Sie begleitet Wandlungsprozesse und steht für Orientierung zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Die Morrígan
Die keltische Göttin des Wandels und des Schicksals. Sie erinnert an die Zyklen von Leben, Tod und Erneuerung.

Frau Holle
In mitteleuropäischen Überlieferungen wird sie als Hüterin der Anderswelt gesehen. Sie steht für die Verbindung zwischen den Welten und für den Kreislauf des Lebens.

Bräuche und innere Haltung

An Allerseelen besuchen viele Menschen die Friedhöfe, schmücken Gräber und entzünden Kerzen. Das Licht steht für Erinnerung, Hoffnung und Verbundenheit. In einigen Regionen werden besondere Seelengebäcke gebacken oder Speisen mit Bedürftigen geteilt. Früher glaubte man, dass die Verstorbenen in diesen Tagen den Lebenden besonders nahe seien.

Die spirituelle Haltung von Allerseelen ist still, achtsam und dankbar. Der Tag schenkt Raum für Erinnerungen, für unausgesprochene Gedanken und für die Wertschätzung dessen, was von den Verstorbenen geblieben ist.

 

Deutsche Schicksalstag – Verstumme nicht, erinnere dich | 9. November

Der 9. November ist kein Datum. Er ist ein Spiegel.
Ein Tag, an dem Deutschland immer wieder an eine Kreuzung geführt wurde – zwischen Freiheit und Unterdrückung, zwischen Mut und Angst.

Er ist kein gewöhnliches Datum – er ist ein Nervenknoten der deutschen Geschichte, ein Tag, an dem Licht und Schatten sich immer wieder begegnen. Fast wirkt es, als läge über diesem Datum ein unsichtbares Rad des Karmas, das sich dreht und dreht – mal in Richtung Hoffnung, mal in Richtung Abgrund.

1918, als der Erste Weltkrieg sein Ende fand und das alte Kaiserreich zerbrach, wurde an diesem Tag die Deutsche Republik ausgerufen. Ein Ruf nach Demokratie, geboren aus Kriegsmüdigkeit und Aufbegehren – ein erster Atemzug von Freiheit inmitten von Chaos.

Nur vier Jahre später, 1922, erhielt Albert Einstein den Nobelpreis für Physik – ebenfalls am 9. November. Ein jüdischer Wissenschaftler, dessen Geist das Weltbild erschütterte, indem er Zeit und Raum in Bewegung setzte. Während er das Denken der Welt erweiterte, ahnte niemand, welche Dunkelheit noch kommen würde.

Denn 1936, wieder an diesem Tag, entfernten die Nationalsozialisten das Mendelssohn-Denkmal in Leipzig. Ein Akt der symbolischen Auslöschung – die Stimme eines jüdischen Komponisten sollte verstummen. Zwei Jahre später, am 9. November 1938, folgte die Reichspogromnacht: Synagogen brannten, Schaufenster zersprangen, Menschen wurden gejagt. Es war kein stilles Erinnern mehr – es war das schreiende Ende jeder Menschlichkeit.

Und doch – das Schicksalsrad drehte weiter.

1989 fiel an diesem Tag die Berliner Mauer. Plötzlich war da kein Befehl, kein Plan – nur ein unaufhaltsamer Fehler im System und die Sehnsucht eines Volkes nach Einheit. Menschen kletterten über Beton, der ihre Herzen jahrzehntelang getrennt hatte. Grenzen lösten sich auf wie Nebel im Morgenlicht.

Am selben Abend lief in Ost-Berlin die Premiere des DEFA-Films „Coming Out“ – der erste queere Spielfilm der DDR. Während draußen Mauern fielen, brachen drinnen andere innere Mauern: die des Schweigens über die Liebe in ihrer ganzen Vielfalt.

Und selbst im 21. Jahrhundert klingt dieser Tag weiter: Am 9. November 2020 verkündete Biontech die ersten Erfolge mit einem Corona-Impfstoff. Wieder Hoffnung, wieder Heilung – diesmal nicht nur für ein Land, sondern für die ganze Welt.

So steht der 9. November wie ein Spiegel, in den Deutschland immer wieder schaut. In ihm liegen Wunden und Wunder dicht nebeneinander. Ein Mahnruf und ein Versprechen zugleich: Wir sind fähig zu zerstören – und fähig zu heilen. Vielleicht ist dieser Tag kein Zufall.

Vielleicht erinnert er uns nur daran, immer wieder neu zu wählen: Zwischen Angst und Mut. Zwischen Hass und Menschlichkeit. Zwischen Mauern – und Brücken.

Der 9. November ist mehr als ein Datum, er ist der Spiegel, in den wir immer wieder schauen müssen. Ein Tag, an dem Freiheit ausgerufen wurde, Erkenntnis geehrt wurden und gleichzeitig dunkle Schatten fielen. Und doch wandelt sich das Rad erneut – Mauern fallen, Liebe findet ihre Stimme, und Heilung wird möglich.

So lehrt uns dieser Tag: Es geht nicht nur darum zu erinnern – sondern zu entscheiden, wer wir heute sein wollen.

🎟️ Martinstag – Das Licht teilen in der dunklen Jahreszeit | 11. November

Der Martinstag gehört zum Kirchenjahr und wird dem heiligen Martin von Tours gewidmet. Im Jahreslauf fällt dieser Lostag in die Zeit zwischen den Erntefesten des Herbstes und der beginnenden Adventszeit. Er wird am 11. November gefeiert. In manchen Regionen beginnen die Feierlichkeiten bereits am Vorabend mit Laternenumzügen.

Der Gedenktag erinnert an Martin von Tours, einen römischen Soldaten des 4. Jahrhunderts. Der Überlieferung nach teilte er seinen Mantel mit einem frierenden Bettler. Diese Geste machte ihn zum Symbol für Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit. 
Später wurde Martin Bischof von Tours und galt als bescheidener und volksnaher Mensch. Sein Leben wurde zu einem Vorbild christlicher Nächstenliebe.

Im Mittelpunkt des Tages steht das Teilen, die Fürsorge für andere und die Kraft kleiner Gesten. Das Licht der Laternen symbolisiert Wärme, Hoffnung und Gemeinschaft in einer Zeit, in der die Tage kürzer werden. Historisch markierte der Martinstag zudem das Ende des bäuerlichen Arbeitsjahres. Erntearbeiten waren abgeschlossen, Vieh wurde eingestallt und die Menschen bereiteten sich auf den Winter vor.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

Der Martinstag ist ein christlicher Gedenktag und kennt keine Göttinnen. Im Zusammenhang mit den Themen Licht, Fürsorge und Gemeinschaft werden jedoch häufig folgende weibliche Archetypen genannt:

Brigid
Die keltische Göttin des Herdfeuers, der Heilung und der Inspiration. Sie steht für Wärme, Schutz und Großzügigkeit.

Demeter
Die griechische Göttin der Fruchtbarkeit und Ernte. Sie erinnert an Dankbarkeit für die Gaben des Jahres und an die Versorgung der Gemeinschaft.

Frau Holle
Sie verkörpert Fürsorge, Ordnung und die Vorbereitung auf die Winterzeit.

Bräuche und innere Haltung

Laternenumzüge gehören zu den bekanntesten Traditionen. Kinder tragen selbst gestaltete Lichter durch die Straßen und erinnern damit an das Licht, das Menschen miteinander teilen können. In vielen Regionen wird eine Martinsgans gegessen. Dieser Brauch geht auf mittelalterliche Überlieferungen zurück und markierte früher den Beginn einer ruhigeren Jahreszeit.

Die spirituelle Haltung des Martinstages richtet den Blick auf Mitgefühl, Großzügigkeit und Gemeinschaft. Er erinnert daran, dass ein geteiltes Licht nichts von seiner Kraft verliert.

 

Volkstrauertag – Erinnern für Frieden und Menschlichkeit | Zwei Sonntage vor Advent

Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag in Deutschland. Er gehört nicht zum Kirchenjahr, wird jedoch häufig von kirchlichen und gesellschaftlichen Gedenkveranstaltungen begleitet. Er findet zwei Sonntage vor dem ersten Advent statt und liegt damit meist in der Mitte des Novembers.
Nach dem Ersten Weltkrieg entstand der Wunsch nach einem gemeinsamen Gedenktag für die Opfer von Krieg und Gewalt. Seit 1952 wird der Volkstrauertag in seiner heutigen Form begangen. Ursprünglich standen die Gefallenen der Weltkriege im Mittelpunkt. Heute erinnert der Tag an alle Menschen, die durch Krieg, Terror, Verfolgung, Flucht, Vertreibung und Gewalt ihr Leben verloren haben.

Der Volkstrauertag ist kein Fest im eigentlichen Sinn, sondern ein Tag des bewussten Erinnerns. Er würdigt die Schicksale von Menschen, die Opfer von Gewalt wurden, und erinnert an die Bedeutung von Frieden, Mitgefühl und Verantwortung.
Der Blick richtet sich dabei nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart und Zukunft.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

Da der Volkstrauertag ein staatlicher Gedenktag ist, gibt es keine direkten göttlichen Zuordnungen. In spirituellen Traditionen werden jedoch weibliche Archetypen mit den Themen Frieden, Mitgefühl und Heilung verbunden.

Eir
Die nordische Göttin der Heilung. Sie steht für Regeneration, Trost und die Wiederherstellung von Gleichgewicht.

Kuan Yin
Die asiatische Göttin beziehungsweise Bodhisattva des Mitgefühls. Sie verkörpert Barmherzigkeit, Verständnis und Menschlichkeit.

Friedensgöttin Pax
In der römischen Mythologie steht Pax für Frieden, Versöhnung und gesellschaftliche Harmonie.

Bräuche und spirituelle Haltung

An vielen Orten finden Gedenkfeiern, Kranzniederlegungen und Schweigeminuten statt. Namen der Verstorbenen werden verlesen und Mahnmale besucht.
Die spirituelle Haltung des Volkstrauertages ist geprägt von Mitgefühl, Verantwortung und dem Wunsch nach friedlichem Zusammenleben. Der Tag erinnert daran, wie wertvoll Freiheit, Frieden und Menschlichkeit sind und wie wichtig es bleibt, diese Werte zu schützen.

 

Buß- und Bettag – Zeit für Umkehr und Neuorientierung | Mittwoch vor dem letzten Sonntag zum Advent

Der Buß- und Bettag gehört zum evangelischen Kirchenjahr. Er liegt am Ende des Kirchenjahres, kurz vor der Adventszeit und dem Beginn eines neuen Kirchenjahres.
Der Buß- und Bettag findet jährlich am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres statt. Er fällt damit in die zweite Novemberhälfte. Heute ist er nur noch in Sachsen gesetzlicher Feiertag, wird jedoch in vielen evangelischen Gemeinden weiterhin begangen.
Tage der Buße und des Gebets haben in Europa eine lange Tradition. Sie wurden in Zeiten von Krisen, Missernten, Kriegen oder gesellschaftlichen Herausforderungen ausgerufen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus ein fester kirchlicher Gedenktag. Dabei steht nicht Schuld im strafenden Sinn im Mittelpunkt, sondern die ehrliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben.

Der Buß- und Bettag ist eine Gelegenheit zur Selbstreflexion. Er bietet Raum, innezuhalten und den eigenen Weg zu betrachten. Es geht darum, Fehler zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und bewusst neue Entscheidungen zu treffen. Der Tag erinnert daran, dass Veränderung jederzeit möglich ist.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

Im christlichen Glauben spielen Göttinnen keine Rolle. Spirituelle Traditionen verbinden die Themen Weisheit, Selbsterkenntnis und Wandlung jedoch mit verschiedenen weiblichen Archetypen.

Athene
Die griechische Göttin der Weisheit. Sie steht für Klarheit, Erkenntnis und bewusstes Handeln.

Hekate
Als Hüterin der Schwellen begleitet sie Übergänge und Entscheidungen an wichtigen Wegkreuzungen des Lebens.

Die Cailleach
Die alte Weise des keltischen Winters. Sie verkörpert Erfahrung, Reife und die Fähigkeit, nach innen zu schauen.

Bräuche und innere Haltung

Traditionell besuchen Gläubige Gottesdienste, verbringen Zeit im Gebet oder in stiller Besinnung. Viele nutzen den Tag, um persönliche Lebensfragen zu betrachten und neue Prioritäten zu setzen. In einer zunehmend schnellen Welt erinnert der Buß- und Bettag daran, bewusst innezuhalten und den eigenen inneren Kompass zu überprüfen.

Die spirituelle Haltung dieses Tages ist geprägt von Ehrlichkeit, Selbstverantwortung und innerer Klarheit. Nicht die Bewertung der Vergangenheit steht im Vordergrund, sondern die bewusste Ausrichtung auf das, was künftig wachsen und sich entfalten soll.

 

Totensonntag/Ewigkeitssonntag – Das letzte Gedenken vor dem Neubeginn | Letzer Sonntag vor Advent

Der Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt, gehört zum evangelischen Kirchenjahr. Er bildet den Abschluss des Kirchenjahres und fällt auf den letzten Sonntag, bevor mit dem Advent ein neuer Zyklus beginnt.
Der Totensonntag wurde im Jahr 1816 in Preußen eingeführt. Ziel war es, einen festen Tag für das Gedenken an die Verstorbenen zu schaffen. Heute gehört er zu den wichtigsten Gedenktagen der evangelischen Kirchen. Im Mittelpunkt stehen die Erinnerung an Verstorbene und die Wertschätzung ihres Lebens.
Der Tag erinnert an Menschen, die nicht mehr unter uns sind. Familien und Gemeinschaften nehmen sich bewusst Zeit für Erinnerung, Dankbarkeit und Verbundenheit.

Zugleich markiert der Tag einen Übergang. Mit dem Ende des Kirchenjahres schließt sich ein Kreis und ein neuer beginnt.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

Im christlichen Kontext gibt es keine Göttinnen. Spirituelle Traditionen verbinden den Totensonntag jedoch häufig mit weiblichen Archetypen des Erinnerns und der Ahnenweisheit.

Frau Holle
Sie gilt in alten europäischen Überlieferungen als Hüterin der Anderswelt und Bewahrerin der Seelen.

Die Morrígan
Die keltische Göttin des Wandels erinnert an die natürlichen Zyklen von Leben, Tod und Erneuerung.

Hekate
Als Hüterin von Schwellen begleitet sie Übergänge zwischen den Lebensphasen und zwischen den Welten.

Bräuche und spirituelle Haltung

Viele Menschen besuchen Friedhöfe, schmücken Gräber mit Tannenzweigen, Blumen und Kerzen. In Gottesdiensten werden die Namen der im vergangenen Jahr Verstorbenen verlesen und ihrer gedacht.

Die ruhige Atmosphäre dieses Tages spiegelt die Stimmung des späten Novembers wider. Die Natur zieht sich zurück, das Jahr neigt sich dem Ende zu.

Die spirituelle Haltung des Totensonntags verbindet Erinnerung mit Dankbarkeit. Er schenkt Raum für Trauer, für Wertschätzung gemeinsamer Lebenswege und für das Bewusstsein, dass jedes Ende zugleich den Beginn eines neuen Abschnitts in sich trägt.


Zweites Jahreskreisfest – Wintersonnenwende um den 20./21. Dezember | Astrologischer Winterbeginn
Yule/Jul – die Wiedergeburt des Lichts | Sonnenfest
Weihnachten – die Ankunft des leuchtendes Heils für die Menschheit
Dezember & Januar: Feste die daran erinnern, was wirklich zählt.
Die Adventszeit – In der Stille erwacht, was das ganze Jahr gewartet hat. | Letzten Sonntag im November bis 24. Dezember

Die Adventszeit umfasst die vier Sonntage vor Weihnachten und markiert den Beginn des Kirchenjahres. Das Wort Advent stammt vom lateinischen „adventus“ und bedeutet Ankunft. 
1. Advent   
2. Advent    3. Advent   4. Advent 
Ursprünglich war diese Zeit von Besinnung, Vorbereitung und innerer Sammlung geprägt. Die vier Kerzen des Adventskranzes symbolisieren das zunehmende Licht in der dunklen Jahreszeit.
Spirituell steht der Advent für Erwartung, Vertrauen und die Bereitschaft, Raum für Neues entstehen zu lassen.

Jeder Tag im Advent hat seine eigene Bedeutung, die du im Adventskalender nachlesen kannst – offen ab dem 29.11.  
 & Darüber gibt es ein ganzes Heft, dass du bei mir Anfordern kannst.

Barbaratag – Die Kraft des verborgenen Wachsens | 4. Dezember

Der Barbaratag gehört zur Adventszeit und eröffnet symbolisch den Weg zum Weihnachtsfest.
Der Gedenktag erinnert an die heilige Barbara, eine frühchristliche Märtyrerin des 3. Jahrhunderts. Einer Legende zufolge verfing sich auf ihrem Weg ins Gefängnis ein Kirschzweig in ihrem Gewand. Sie stellte ihn ins Wasser und er blühte an Weihnachten.

Gefeiert wird die Hoffnung auf neues Leben mitten im Winter. Der Brauch der Barbarazweige erinnert daran, dass Entwicklung oft im Verborgenen geschieht.

In älteren europäischen Traditionen steht dieser Tag in Verbindung mit den Kräften der Natur, die auch in der dunklen Jahreszeit weiterwirken. Assoziiert werden Göttinnen des Lebens und der Erneuerung wie Freya oder Frigg.

Bräuche und innere Haltung

  • Obstzweige schneiden und ins Wasser stellen
  • Wünsche formulieren
  • Vertrauen in natürliche Entwicklungsprozesse
  • Geduld und Zuversicht pflegen
Nikolaustag – Geben aus Fülle | 6. Dezember

Der Nikolaustag fällt in die frühe Adventszeit.

Er erinnert an den heiligen Nikolaus von Myra, einen Bischof des 4. Jahrhunderts, der für seine Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit bekannt war.

Im Mittelpunkt steht die Freude am Teilen und Schenken. Ursprünglich ging es weniger um materielle Geschenke als um Fürsorge und Mitmenschlichkeit.

In vorchristlichen Traditionen verbinden sich die Gestalten des Nikolaus und des Begleiters Knecht Ruprecht teilweise mit älteren Wintergestalten, die über das Verhalten der Menschen wachten.

Als weibliche Entsprechung können Göttinnen der Fürsorge und Fülle gesehen werden, insbesondere Frigg und Freya.

Bräuche und innere Haltung

  • Schuhe oder Stiefel füllen
  • kleine Gaben verschenken
  • Dankbarkeit üben
  • Aufmerksamkeit für andere Menschen entwickeln
Mariä Empfängnis – Das Potenzial neuen Lebens | 8. Dezember

Das Hochfest gehört zum katholischen Kirchenjahr.

Gefeiert wird die Empfängnis Marias durch ihre Mutter Anna. Es handelt sich nicht um die Empfängnis Jesu, sondern um die Vorstellung, dass Maria von Beginn ihres Lebens an in besonderer Reinheit stand.

Symbolisch verweist das Fest auf den Keim eines neuen Anfangs, der lange vor seiner sichtbaren Entfaltung entsteht.

Die weibliche Schöpfungskraft steht im Mittelpunkt. Parallelen finden sich zu Göttinnen des Lebens, der Geburt und des Schutzes wie Isis, Frigg oder Holle.

Bräuche und innere Haltung

  • Besinnung auf neue Projekte und Visionen
  • innere Reinigung
  • Vertrauen in den eigenen Entwicklungsweg
  • Achtsamkeit für das noch Unsichtbare
Sperrnächte – Die magische Dunkelzeit | 8. – 20. Dezember

Sperrnächte, die magische Dunkelzeit im Dezember
Der Dezember ist nicht der Monat für einen kraftvollen Neuanfang ist, sondern eher die Zeit für die Aufräumarbeiten der Dinge, die du im laufenden Jahr vor dir hergeschoben hast, und die „schnell noch erledigt werden wollen“. Die Zeit also, um sich um bereits begonnenes zu kümmern, den Neues hat Zeit bis in den Februar!

Würdige das Dunkle!
Du kennst vielleicht die Rauhnächten, die Zeit, die ganz bewusst genutzt wird, um das neue Jahr „vorauszuplanen“ bzw. zu visionieren. Von den Dunkel- oder Sperrnächten ist dagegen nur wenig überliefert, obwohl auch sie in einer uralten Tradition verwurzelt sind. Dunkelnächte werden sie deshalb genannt, weil sie in der aller dunkelsten Jahreszeit stattfinden, in der Zeit vor der Sonnenwende, an der das Licht langsam wieder zurückkommt. Sie sind Portaltage im Jahreskreis und beginnen mit dem 8. Dezember und enden am kürzesten Tag und der längsten Nacht, dem 20. Dezember, der Wintersonnenwende.

Die Sperrnächte dienen dem Loslassen, die Zeit um die Sonnenwende dem Sein, und die Rauhnächte dem Vorausschauen und Manifestieren für das kommende Jahr.

In der Stille Kraft schöpfen – das ist der Dezember.
Schon die alten Germanen haben die Zeit vor der Wintersonnenwende dazu genutzt, um für das noch verbleibende Jahr alle landwirtschaftlichen Geräte, Spinnräder oder sonstige wertvolle Dinge wegzuräumen und das Arbeiten einzustellen. Die Menschen beschränkten sich in der dunklen, kalten Jahreszeit nur auf das Nötigste und verräumten alles in ihre Schuppen. Werkzeuge wurden sorgfältig überprüft, sortiert, repariert oder geschärft, um für das nächste Jahr einsatzbereit zu sein. Dies ist auch die Zeit, in der sich die Natur zur Ruhe bettet und sich zurückzieht. Es wird still und viele Tiere gehen in den Winterschlaf. Auch die Pflanzen verlegen ihre Lebenssäfte endgültig unter die Erde.
Daraus sind schließlich die Sperrnächte oder auch Sperrtage entstanden. Das gleiche Herangehen wie bei den Geräten und Werkzeugen, das Aufräumen und Wegschließen, hilft nämlich auch der menschlichen Seele. Die Sperrnächte sind also eine Zeit, in der Du aufräumen und mit Dingen abschließen bzw. sie „wegsperren“ kannst.

Wie kannst du die Sperrnächte für dich nutzten?
Nimm dir die Pflanze als Vorbilder! Sie ziehen sich zurück in die schützende Erde, in die Wurzeln, harren als Samen aus oder hüllen sich in sicher verpackte Knospen – und wissen, mit der Wintersonnenwende wird das neue Licht in den Tiefen wieder geboren.
Auch wir Menschen können in uns gehen, unsere spirituellen Wurzeln finden; unsere Seelen in gute Gedanken und lebensnährende Visionen verpacken und darauf vertrauen, dass sich im neuen Jahr alles wieder zum Guten wandeln wird. Und genau dafür eignen sich die Sperr- oder Dunkelnächte.

Betrachte die Dunkelheit als Geschenk und nicht als etwas Angstmachendes – denn alles Leben kommt aus der (schöpferischen) Dunkelheit.

Vieles, was Du in diesem Jahr vielleicht erlebt hast, kannst Du nicht mehr rückgängig machen, aber Du kannst Deine Lehren daraus ziehen. Verurteile Dich nicht, verfalle nicht in düstere Zerknirschung von wegen „Hätte ich doch mal“ oder „Warum habe ich nicht“. All diese Selbstanklagen ändern Deine Situation nicht und machen nichts rückgängig – im Gegenteil: Sie halten Dich fest, schnüren Dich ein und hindern Dich daran, auf Deinem Seelenweg klar voranzuschreiten.
Die Sperrnächte kannst du auch nutzen, wenn Du noch „eine Rechnung offen hast“, sei es was Geld anbelangt, dass Du anderen noch etwas schuldest oder sie Dir, oder ob es auch Worte sind, mit denen du verletzt hast. Gibt es noch etwas, für das du dich entschuldigen solltest? Oder gibt es noch etwas, was du vergeben solltest?

Thomastag – Schwelle zwischen Alt und Neu | 21. Dezember

Der Thomastag fällt häufig auf die Zeit der Wintersonnenwende.

Der Apostel Thomas gilt als Suchender und Fragender. Sein Gedenktag markierte in vielen Regionen den Beginn wichtiger Winterbräuche.

Volkskundlich galt die Thomasnacht als besondere Schwellenzeit zwischen den Welten. Wetterbeobachtungen und Orakel waren weit verbreitet.

Mit dieser Zeit werden die Göttinnen Holle und Percht verbunden, die über Übergänge, Schicksal und die Ordnung des Lebens wachen.

Bräuche und innere Haltung

Rückblick auf das vergangene Jahr

  • Träume und Zeichen beachten
  • Stille und Einkehr
  • Offenheit für neue Erkenntnisse
🌀🎟️Die Rauhnächte – Die Erkenntnisse der wilden Jagd | 21. oder 24. Dezember/Mitternacht bis 1. oder 5. Januar/Mitternacht

Die zwölf heilige Nächte zwischen dem altem und neuem Jahr. In vielen Überlieferungen steht die gewöhnliche Zeit still und die Grenzen zur geistigen Welt werden durchlässiger. Mehr zu den Rauhnächten erfährst du hier…

Mit den Rauhnächten verbinden sich besonders die Gestalten von Frau Holle, Perchta und den Nornen. Sie symbolisieren Schicksal, Wandel, Weisheit und die Ordnung des Lebens. Typische Bräuche sind Räuchern, Träume notieren, Orakeln, Jahresrückschau und das Formulieren von Visionen für das kommende Jahr.

Die innere Haltung dieser Zeit ist geprägt von Stille, Achtsamkeit, Loslassen und der Ausrichtung auf den neuen Jahreskreis.

Wann wird es eigentlich Rauh?

Die Rauhnächte lassen sich nicht in starre Regeln pressen. Seit jeher wurden sie an verschiedenen Orten unterschiedlich gezählt, und auch heute geht es weniger um feste Vorgaben als darum, was sich für dich stimmig anfühlt. Die magische Zeit folgt nicht einem Kalender, sondern deinem inneren Rhythmus.

Trotzdem gibt es einige Zählweisen, an denen du dich orientieren kannst.

Von Weihnachten bis Dreikönig oder vom Thomastag bis Dreikönig.

Für die meisten beginnen die Rauhnächte heute mit dem ersten Glockenschlag nach Mitternacht am Heiligen Abend und enden in der Nacht zum 6. Januar. Es sind zwölf Nächte, jede von Mitternacht zu Mitternacht: Die erste fällt somit auf den 25. Dezember und die zwölfte auf den 5. Januar.

Andere folgen der alten Art und zählen nur die Nächte selbst, von der Abenddämmerung bis zum ersten Licht des Morgens. Dann beginnt die erste Rauhnacht bereits am Heiligen Abend und endet mit dem Morgen des Weihnachtsfeiertags, also Nacht für Nacht über den Datumswechsel hinweg.

Der alte Weg: Beginn am Thomastag, zur Wintersonnenwende.

In vielen Überlieferungen öffnen sich die Tore zur Rauhnacht jedoch bereits am 21. Dezember, dem Thomastag, der längsten Nacht und der dunkelsten Zeit des Jahres. Es ist Jul, die Wiedergeburt des Lichts, und für viele – auch für mich – der natürlichste Beginn der magischen Zeit.

Auch wenn das Licht ab diesem Moment wieder zunimmt, ist davon noch nichts zu spüren. Die Welt liegt still, als hielte sie den Atem an.

Zählt man bereits ab der Wintersonnenwende, kann die Rauhnachtzeit länger werden. Wer trotzdem bei der heiligen Zwölf bleiben möchte, lässt einfach einen oder mehrere Feiertage oder Silvester herausfallen, und findet so wieder zu jener alten, runden Zahl zurück.

Und doch: Für manche beginnt die Magie noch früher.

In manchen Regionen öffnet sich das Tor zur Zwischenzeit bereits am 13. Dezember, der Nacht der Lucia, jener Lichtheiligen, die einst die Mädchen beschenkte – eine Woche nach ihrem männlichen Kollegen Nikolaus.

Seltener begegnet man heute der Tradition der dreizehn Rauhnächte, die am 24. Dezember beginnen. Diese Variante ist keltischen Ursprungs und folgt dem Mond: dreizehn Mondmonate, dreizehn Nächte der Weihe.

Die heute gängigen zwölf Rauhnächte spiegeln hingegen die Sonnenmonate des kommenden Jahres wider.

Letztendlich spielt jedoch keine Zählweise die wichtigste Rolle. Die Rauhnächte sind ein Raum zwischen den Welten und jeder Mensch bewegt sich darin auf seine eigene Weise. Die einen folgen den alten Pfaden, die anderen lauschen lieber der leisen Stimme in sich selbst.

Und genau darum geht es: Nicht um Regeln, sondern um Resonanz.

Um das sanfte Ziehen im Inneren, das dir zeigt, wann für dich die magische Zeit beginnt. Die Rauhnächte öffnen Türen. Welche du durchschreitest, bestimmst du selbst.
Vertraue darauf, dass dein eigener Weg dich findet. Und du ihn.

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Silvester – Abschied und Neubeginn | 31. Dezember

Silvester bildet den Abschluss des Kalenderjahres.

Benannt ist der Tag nach Papst Silvester I., dessen Gedenktag auf den 31. Dezember fällt.

Viele heutige Bräuche reichen jedoch deutlich weiter zurück. Schon vorchristliche Kulturen verabschiedeten das alte Jahr mit Lärm, Feuer und Reinigungsritualen.

Der Übergang in das neue Jahr wurde als besondere Schwelle verstanden. Göttinnen wie Holle, Percht und die Nornen stehen symbolisch für Schicksal, Wandel und Neubeginn.

Bräuche und innere Haltung

  • Jahresrückblick
  • Räuchern und Reinigen
  • Wünsche und Ziele formulieren
  • Bewusstes Loslassen des Vergangenen
Neujahr – Der erste Schritt in ein neues Jahr | 1. Januar

Das Neujahrsfest markiert den Beginn des neuen Kalenderjahres. Im Jahreskreis steht dieser Tag für Aufbruch, Ausrichtung und die bewusste Gestaltung dessen, was vor einem liegt. Er folgt auf die Schwellenzeit der Rauhnächte und eröffnet einen neuen Zyklus. In vielen Traditionen bildet es den Abschluss der Rauhnächte und den Übergang vom Rückblick in die aktive Gestaltung des neuen Jahres.

Der Jahresbeginn am 1. Januar geht auf den römischen Kalender zurück. Bereits im antiken Rom war dieser Tag dem Gott Janus gewidmet, dem Hüter aller Übergänge und Tore. Seine zwei Gesichter blickten zugleich zurück auf das Vergangene und voraus auf das Kommende.

Bis heute steht Neujahr für die Erfahrung eines Neubeginns und die Möglichkeit, Altes abzuschließen und neue Wege einzuschlagen.

Gefeiert wird der Beginn eines neuen Jahreszyklus. Nach der Zeit der Einkehr und Reflexion richtet sich der Blick wieder stärker nach außen. Wünsche, Ziele und Vorhaben erhalten Raum und Aufmerksamkeit.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

Die Nornen

Die nordischen Schicksalsgöttinnen Urd, Verdandi und Skuld stehen für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie erinnern daran, dass jeder neue Weg aus den Erfahrungen des bisherigen Lebens entsteht.

Themen

  • Schicksal
  • Lebensweg
  • Verantwortung
  • Zukunftsgestaltung

Frau Holle

Frau Holle begleitet den Übergang zwischen den Jahren. Sie steht für Wandlung, Loslassen und die Ordnung des natürlichen Lebenskreislaufs.

Themen

  • Neubeginn
  • Wandel
  • Weisheit
  • innere Klarheit

Bräuche und spirituelle Haltung

  • Jahresrückblick und Standortbestimmung
  • Formulieren von Zielen und Visionen
  • Segenswünsche für Familie und Gemeinschaft
  • Räuchern und Reinigen der Wohnräume
  • bewusster Neubeginn

Die spirituelle Haltung des Neujahrstages ist geprägt von Klarheit, Zuversicht und der Bereitschaft, den neuen Jahreskreis bewusst zu gestalten.

Heilige Drei Könige – Das Licht findet seinen Weg | 6. Januar

Das Fest der Heiligen Drei Könige beschließt den Weihnachtsfestkreis. Gleichzeitig endet in vielen Regionen die Zeit der Rauhnächte. Es bildet den Abschluss der zwölf Weihnachtstage zwischen Weihnachten und Dreikönigstag.

Der kirchliche Name des Festes lautet Erscheinung des Herrn oder Epiphanie. Gefeiert wird die Offenbarung des göttlichen Lichts in der Welt.

Die biblischen Sterndeuter aus dem Morgenland folgen einem Stern und finden den Weg zur Krippe. Sie stehen symbolisch für die Suche nach Wahrheit, Erkenntnis und Orientierung.

Im Mittelpunkt steht das Erkennen des Lichts und die Bereitschaft, einem inneren Ruf zu folgen. Die Geschichte der Sterndeuter erinnert daran, dass Erkenntnis oft mit Aufbruch, Suche und Vertrauen verbunden ist.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

Sophia

Sophia ist die Verkörperung göttlicher Weisheit. In christlicher Mystik und spiritueller Tradition symbolisiert sie Erkenntnis, Wahrheit und geistige Führung.

Themen

  • Weisheit
  • Erkenntnis
  • Orientierung
  • innere Führung

Frigg

Frigg wird mit Weisheit, Weitsicht und dem Wissen um die Lebenswege verbunden. Sie unterstützt die Fähigkeit, Entwicklungen zu erkennen und Entscheidungen bewusst zu treffen.

Themen

  • Überblick
  • Vertrauen
  • Weisheit
  • Schutz

Bräuche und spirituelle Haltung

  • Sternsingen und Segenswünsche
  • Segnung von Häusern
  • Kreidezeichen über Türen
  • Abschluss der Rauhnächte
  • Dankbarkeit für gewonnene Erkenntnisse

Die spirituelle Haltung dieses Tages richtet sich auf Aufmerksamkeit, Vertrauen und die Bereitschaft, dem eigenen inneren Kompass zu folgen.

Pax Gedenktag – Frieden als schöpferische Kraft | 30. Januar

Der Gedenktag der Göttin Pax erinnert an die Bedeutung von Frieden als Grundlage für Entwicklung, Gemeinschaft und kulturelles Wachstum. Im Jahreskreis fällt dieser Tag in die ruhige Winterzeit, in der neue Grundlagen für das kommende Jahr entstehen. Historisch ist der 30. Januar vor allem mit der Einweihung der Ara Pacis, des Friedensaltars der Göttin Pax in Rom, verbunden.

Pax war die römische Göttin des Friedens. Unter Kaiser Augustus erhielt sie besondere Verehrung. Der berühmte Altar Ara Pacis in Rom wurde ihr gewidmet und symbolisierte Frieden, Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Pax verkörpert nicht nur die Abwesenheit von Konflikten, sondern einen Zustand von Harmonie, Ausgleich und geordneter Entwicklung.

Gefeiert wird die Kraft des Friedens in Gemeinschaften, Familien und im eigenen Inneren. Frieden wird als aktive Haltung verstanden, die Verständnis, Respekt und Verantwortung fördert.

Göttinnen und ihre Bestimmungen

Pax

Pax ist die römische Friedensgöttin. Sie steht für Ausgleich, Harmonie und die Fähigkeit, stabile Beziehungen aufzubauen.

Themen

  • Frieden
  • Versöhnung
  • Gemeinschaft
  • Ausgleich

Eir

In der nordischen Tradition gilt Eir als Göttin der Heilung. Sie ergänzt die Qualitäten der Pax, da Frieden oft dort entsteht, wo Heilung und Versöhnung möglich werden.

Themen

  • Heilung
  • Fürsorge
  • Regeneration
  • innere Balance

Bräuche und spirituelle Haltung

  • Friedensmeditationen
  • Gespräche zur Klärung von Konflikten
  • Dankbarkeit für gelungene Beziehungen
  • Formulieren von Friedenswünschen für das eigene Umfeld
  • bewusste Pflege von Harmonie und Ausgleich

Die spirituelle Haltung dieses Tages ist geprägt von Achtsamkeit, Respekt, Ausgleich und dem Bewusstsein, dass Frieden im Inneren beginnt und sich nach außen entfaltet.